Es regnete in Strömen am Samstag auf der Dornau in Dietikon. Doch das miserable Wetter trübte die Freude der Dietiker nicht, schliesslich hatten sie soeben Rothrist mit 4:0 geschlagen. Da lächelte selbst Naim Haziri – und das, obwohl der Dietiker Captain nach einer Stunde hatte verletzt ausgewechselt werden müssen.

«Das war ein Arbeitssieg», sagte Haziri. Ein Arbeitssieg, den sich die Dietiker redlich verdient hatten. Von Anfang an waren sie den Gästen aus Rothrist, die in drei Spielen noch keinen Punkt holen konnten, überlegen und erspielten sich hervorragende Torchancen. Stürmer Raphael Meyer eröffnete die Angriffswelle mit einem Torschuss, den Rothrist-Goalie Jeffrey Bossert abwehren konnte. Kurz darauf musste Bossert wieder eingreifen, nachdem Haziri einen Freistoss aufs Tor gezirkelt hatte. Es folgte eine Riesenmöglichkeit für Dietikons Blazenko Klaric, der einen Querpass von Luca Senicanin völlig freistehend verpasste. Dann kam die bis zu diesem Zeitpunkt grösste Dietiker Chance: Rothrists Damiano Arturi kämpfte im Strafraum mit Senicanin um den Ball, dieser kam zu Fall. Der Schiedsrichter entschied auf Penalty für Dietikon. Haziri trat an – und verschoss. Wieder einmal offenbarten die Dietiker eine alte Schwäche: die mangelnde Effizienz vor dem gegnerischen Tor.

Erstes Goal fiel nach einem Corner

Nur zwei Minuten später jubelten die Limmattaler trotzdem: Nach einem Eckball von Senicanin brachten die Gäste den Ball nicht weg, Meyer nutzte die Konfusion und schoss den Ball ins Tor. 1:0 für Dietikon – es war eine völlig verdiente Führung.

Danach folgten Dietiker Chancen im Minutentakt. Meyer, Klaric, Flavio Vecchiè und wieder Meyer verpassten das zweite Tor für die Limmattaler. Dann kamen auch die Gäste zu zwei Möglichkeiten, aber Dietikons Torhüter Cyril Schneider fing den Ball ab. Im Gegenstoss eilte Dino Duvnjak der Rothrister Abwehr davon und traf mit einem trockenen Schuss in die linke Ecke zum 2:0 für Dietikon. Aber die Limmattaler hatten noch nicht genug: Zwei Minuten später passte Duvnjak auf Meyer, der mit der Hacke auf Senicanin auflegte – 3:0.

Freistoss-Zauberer Jelec zirkelt Ball an den Pfosten – und nur eine Minute später macht er das Goal 

In der zweiten Halbzeit hatte Rothrist etwas mehr vom Spiel. Nach einer Stunde kam Lauret Popaj zur wohl besten Chance für die Gäste, doch scheiterte er an Schneider. Auf der anderen Seite schoss Klaric den Ball knapp am Tor vorbei. Die Partie war jetzt deutlich weniger intensiv – bis zur Schlussphase, als Dietikon einen Freistoss zugesprochen bekam. Marjan Jelec, Spezialist für solche Fälle, zirkelte den Ball an den Pfosten. Nur eine Minute später brachte Jelec den Ball mit einem strammen Schuss dann doch noch im Tor unter. 4:0 für Dietikon! Es war die letzte nennenswerte Aktion in dieser insgesamt sehr einseitigen Partie.

Das klare Resultat ist für Trainer Goran Ivelj aber kein Grund zur Euphorie. «Wir wollen dieses Spiel nicht zu hoch hängen», sagte er. «Rothrist ist eine sehr junge Mannschaft und wird in dieser Liga Mühe haben.»

Am Sonntag geht es gegen den Tabellenzweiten

Auch Captain Haziri wollte den Sieg nicht überbewerten. «Rothrist kämpft gegen den Abstieg», sagte er. Dennoch gab er sich zuversichtlich. «Uns standen in den letzten Spielen noch nicht alle Spieler zur Verfügung», sagte er – mit ein Grund, dass der Captain, der eigentlich auf der Sechserposition spielt, in der Verteidigung aushelfen musste. «Aber langsam sind alle wieder da. Und damit werden wir ein sehr gutes Team haben.» Auch wenn, wie Ivelj anmerkte, noch nicht alle Spieler auf Topniveau seien. Mit dem Sieg gegen Rothrist sind die Limmattaler wieder auf die Siegerstrasse zurückgekehrt, nachdem sie zuletzt in zwei Partien nur einen Punkt geholt haben.

Nächsten Sonntag dürften die Dietiker mehr gefordert werden als gegen Rothrist. Sie treffen auf Schöftland, den Tabellenzweiten der Gruppe 5 in der 2. Liga interregional. Schöftland ist noch ohne Niederlage und hat drei von vier Partien gewonnen. Die Limmattaler zeigen Respekt: «Eine junge Mannschaft, die auf diese Saison komplett geändert wurde und auch einen neuen Trainer hat», meinte Haziri. Die Aargauer dürften ein echter Prüfstein werden. Gewinnen die Dietiker – derzeit auf Platz 4 – ziehen sie punktemässig mit Schöftland gleich. Ein kapitales Auswärtsspiel steht an.