Bergdietikon
Trotz Leinenzwang: Innert eines Monats wurden drei Rehe gerissen

Ein trächtiges Muttertier, ein Bock und ein etwa zweijähriges Tier – in nur einem Monat haben die Jagdaufseher der Jagdgesellschaft Heitersberg in Bergdietikon drei tote Rehe gefunden. Zwei lagen in der Nähe des Egelsees, eines beim Schnepfenweiher.

Katja Landolt
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Trotz Leinenpflicht reissen freilaufende Hunde immer wieder Rehe. az-Archiv Trotz Leinenpflicht reissen freilaufende Hunde immer wieder Rehe. az-Archiv

Trotz Leinenpflicht reissen freilaufende Hunde immer wieder Rehe. az-Archiv Trotz Leinenpflicht reissen freilaufende Hunde immer wieder Rehe. az-Archiv

Limmattaler Zeitung

«Die Tiere waren überall verbissen; das müssen Hunde gewesen sein», sagt Rudolf Vogel, stellvertretender Jagdaufseher. Er vermutet sogar, dass es ein und derselbe Hund, oder allenfalls die gleichen zwei Hunde gewesen sein könnten.

Gefährlich sind grosse Hunde mit einer Risthöhe von 42 Zentimetern und mehr: Im Gegensatz zu Jagdhunden jagen grosse Hunde auf Sicht, bellen nicht. «Ein Reh rennt also 200 Meter, bleibt stehen und schaut zurück, weil es den Angreifer ohne das Bellen nicht orten kann», sagt Vogel. Und dieses Stehenbleiben wird den Tieren zum Verhängnis.

An die Leine bis Ende Juli

Gefährlich ist die Situation derzeit auch für die Rehkitze: Sie liegen versteckt im hohen Gras oder im Maisfeld. «Oftmals sind die Verstecke keine 20 Meter vom Weg entfernt», so Vogel.

Und jetzt, da die Kleinen rund zwei Monate alt sind, kann es auch vorkommen, dass sie nicht mehr einfach liegen bleiben, sondern herumspazieren, um ihrer Mutter zu folgen. So sind sie ein gefundenes Fressen für wildernde Hunde.

Vom 1. April bis 31. Juli müssen Hundehalter im Aargau deshalb ihre Vierbeiner im Wald und am Waldrand an der Leine führen. Doch längst nicht alle halten sich daran. «Ich muss viele Halter ermahnen, ihre Hunde anzuleinen», sagt Vogel.

Immer wieder die selbe Antwort

Und immer wieder bekommt er als Antwort zu hören, der Hund sei lieb und tue keiner Fliege etwas zuleide. «Grosse Hunde können den Rehen gefährlich werden, egal, wie lieb sie zu Hause sind», sagt Vogel. Und ein Hund, der einmal ein Reh gerissen hat, werde es immer wieder tun.

«Wenn ein Hund ein Reh reisst, erstatten wir beim ersten Mal in der Regel keine Anzeige», sagt Vogel. Der Halter muss aber für das tote Tier aufkommen: 13 Franken wird pro Kilogramm Reh verrechnet. Ein Reh wiegt 12 bis 20 Kilo.

Halter, deren Hund gewildert hat, sollten laut Vogel den Jagdaufseher, die Gemeinde oder die Polizei verständigen. Doch das ist selten. Vogel: «Die meisten Hundehalter sagen natürlich nichts.»