Gesundheit

Trotz Ja zum Spital Limmattal bleibt nichts beim Alten

Die 628 Stimmberechtigten lassen keinen Zweifel, dass ihnen das «Limmi» am Herzen liegt.

Die 628 Stimmberechtigten lassen keinen Zweifel, dass ihnen das «Limmi» am Herzen liegt.

Der Gemeinderat ändert nach der Abstimmungsniederlage seine Haltung und bekennt sich wieder voll und ganz zum Spital Limmattal. Dennoch stehen Veränderungen an.

Urdorf will sich wieder in den Dienst des Spitals Limmattal stellen. Das erklärt Gesundheitsvorstand und Spitaldelegierte Andreas Herren. «Nächste Woche findet eine Delegiertenversammlung statt. Wir sind dort voll und ganz dabei», sagte er nach der überaus deutlichen Abstimmungsniederlage des Gemeinderats im Zentrumssaal.

Wochenlang hatte der Urdorfer Gemeinderat dargelegt, warum die Gemeinde aus dem Spitalverband austreten und die Spitalstatuten ablehnen muss. Der Spitalneubau und die Unwägbarkeiten im Zusammenhang mit dem Modell der Fallpauschalen könnten das hoch verschuldete Urdorf finanziell überlasten. Von dieser Argumentation wollte die Gemeindeversammlung nichts wissen (Ausgabe von gestern).

Reaktionen auf die Abstimmung

Unvorbereitet war der Gemeinderat auf das Ergebnis nicht. «Wir haben damit gerechnet und akzeptieren den Entscheid», sagt Gemeindepräsidentin Sandra Rottensteiner. Der Niederlage gewinnt sie sogar noch etwas Gutes ab: «Wir wollten Transparenz schaffen, das ist uns gelungen.»

Der Gemeinderat habe auf das Risiko, welches das Spital für Urdorf darstellt, hingewiesen. Solle der schlechteste Fall dereinst eintreten, könne man dem Gemeinderat keinen Vorwurf machen. Eine direkte Auswirkung auf die Finanzpolitik von Urdorf habe der Entscheid vom Mittwochabend allerdings nicht. «Wir planen sorgfältig», sagt sie, «was mit dem Spital wirklich passiert, können wir nicht voraussehen.»

Gründe für die Niederlage

Die Niederlage liegt für Gesundheitsvorstand Andreas Herren in der Emotionalität des Themas begründet: «Die Stichworte ‹Solidarität› und ‹sich aus der Verantwortung stehlen› sind bei den Leuten angekommen.» Zudem sei es dem Gemeinderat nicht gelungen, Gerüchten effektiv zu begegnen. So habe er immer wieder im Gespräch mit den Urdorferinnen und Urdorfern feststellen müssen, dass sie glaubten, sich bei einem Austritt aus dem Spitalverband nicht mehr im «Limmi» behandeln lassen zu können. Oder: Dass das «Limmi» schliessen müsse. Beides ist nachweislich falsch.

Zukunft des Spitals hängt von der Bevölkerung ab

Das wirtschaftliche Überleben des Spitals liegt dennoch in den Händen der Urdorfer, wie auch der übrigen Bevölkerung im Verbandsgebiet. Rottensteiner: «Ob das Spital überlebt, hängt davon ab, ob sich die Urdorfer dort behandeln lassen. Nur das zählt von jetzt an.»

Spitalpräsident Markus Bärtschiger ist froh über das Ergebnis und wertet es als «Bestätigung, dass unsere Arbeit anklang findet». Er betonte nochmals, dass die Rechtsform des Spitals, wie von diversen Parteien verlangt, geprüft wird. Als Alternative zum Zweckverband gibt es AG, Stiftung oder interkommunale Anstalt.

Erwartete Veränderungen

Trotz Urdorfs Bekenntnis zum Spital Limmattal wird der Spitalverband Veränderungen unterworfen sein. Drei der sieben Furttaler Gemeinden haben einen Verbandsaustritt bereits beschlossen. Kommt hinzu, dass Birmensdorf und Aesch nur noch teilweise dem «Limmi» angehören. Die Stadt Zürich konnte juristisch durchsetzen, dass sie auch gegenüber dem Triemlispital verpflichtet sind. Und: Die Spitalstatuten müssen von allen 17 Verbandsgemeinden angenommen werden, um Rechtskraft zu erlangen. Widerstand war an der Delegiertenversammlung vom Juli aber nur von Urdorf angekündigt.

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