Uitikon
Trotz Inserat: Auch Bewerbungen von Frauen werden angenommen

Die Gemeinge Uitikon sucht in einem Stelleninserat explizit einen männlichen Bademeister. Laut Fachstelle für Gleichstellung ist dies unelegant, aber aufgrund der Arbeitsanforderungen verständlich.

Alex Rudolf
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Männersache? Für das Hallenbad sucht die Gemeinde per Inserat explizit einen männlichen Badmeister.

Männersache? Für das Hallenbad sucht die Gemeinde per Inserat explizit einen männlichen Badmeister.

FUO

In einem Stelleninserat, das diese Woche publiziert wurde, macht sich die Gemeinde Uitikon auf die Suche nach einem neuen Badmeister. Weibliche Bewerberinnen dürften aber das Nachsehen haben, da in der Ausschreibung ausdrücklich nach einem Mann gesucht wird. Begründet wird dies im Inserat damit, dass auch teilweise schwere Arbeiten ausgeführt werden müssen. Bruno Bauder, Gemeindeschreiber in Uitikon, bestätigt, dass Muskelkraft für diese Position von Nöten ist. «Der Leiter des Hallenbades hat uns darüber unterrichtet, dass teilweise schwere Putzgeräte aus dem Wasser gehoben werden müssen», so Bauder. Daher sei es naheliegend gewesen, einen Mann für diese Stelle zu suchen.

Für Helena Trachsel, Leiterin der kantonalen Fachstelle für die Gleichstellung, steht fest, dass bei Stellenausschreibungen Männer und Frauen generell die gleichen Chancen haben müssen: «Eine Formulierung, welche die körperliche Beanspruchung betont, jedoch nicht geschlechterspezifisch ist, wäre hier sicherlich eleganter.» So schlägt sie der Gemeinde vor, nach einer Person zu suchen, die «körperliche Arbeit nicht scheut».

Durchmischung auch ein Grund

Bruno Bauder betont jedoch, dass die explizite Suche nach einem Mann neben der körperlichen Arbeit noch einen anderen Grund hat: die Geschlechterverteilung im Team des Uitiker Hallenbads. Heute würden dort zwei Männer und vier Frauen arbeiten, daher wolle man ein Team, in dem beide Geschlechter in ähnlichem Verhältnis vertreten seien. Fast alle Aufgaben im Bad würden von allen Angestellten – unabhängig von ihrem Geschlecht – ausgeführt, betont der Gemeindeschreiber.

Für Helena Trachsel ist dies ein weitaus besseres Argument als die körperlichen Voraussetzungen. Es sei für das jeweils andere Geschlecht nämlich nicht diskriminierend, wenn ein Arbeitgeber explizit nach einem Mann oder einer Frau suche, wenn er dabei die Geschlechterdurchmischung im Team zu verbessern beabsichtige, so Trachsel. Denn: «Wir stellen je länger, je mehr die Tendenz hin zu klassischen Männer- beziehungsweise Frauenberufen fest», sagt sie. Dies sei für die Gleichstellung ein bedenkliches Signal.

Die Frage, ob auch eine sehr starke, muskulöse Frau Chancen auf die Stelle als Badmeisterin hätte, beantwortet Bruno Bauder mit einem klaren Ja. «Jede Stellenbesetzung ist eine Kompromisslösung. Am Ende bekommt diejenige Person die Stelle, welche die meisten der gestellten Anforderungen erfüllt.»

Werkhof darf nur Männer anstellen

Im vergangenen August sorgte das Thema Beruf und Geschlecht letztmals für Aufsehen in der Region. Damals kritisierte eine junge Betriebsunterhaltsfachfrau, dass sie eine Anstellung im Dietiker Werkhof nicht bekommen habe, weil dieser keine sanitären Anlagen für Frauen beheimate. Nachdem die Limmattaler Zeitung darüber berichtete, reichte die Dietiker Gemeinderätin Rosmarie Joss (SP) eine Interpellation ein, welche die Exekutive zu einer Stellungnahme in Bezug auf diese Problematik aufforderte. Die Antwort des Stadtrats stellt eine Lösung in Aussicht. Eine Sanierung des Werkhofs sei bereits geplant – inklusive der Erstellung von sanitären Anlagen für Frauen, verkündete er im Dezember letzten Jahres. Bis das weibliche Geschlecht Anstellung im Dietiker Werkhof findet, dauert es aber noch. Die baulichen Arbeiten sollen erst im Jahr 2015 abgeschlossen sein.

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