Roland Grogg ruckelt über die Bordsteinkante. Im Kofferraum schaukeln die Schalen mit Rhabarber-Sellerie-Salat, Ravioli, Milchreis und Pouletgeschnetzeltem.

Grogg schaltet den Pannenblinker ein, springt aus dem Wagen, nimmt zwei Stufentritte auf einmal und klingelt. Dann klingelt er ein zweites Mal. «Das mache ich immer so, für den Fall, dass ich jemanden beim Mittagsschlaf störe», sagt Grogg und lacht. Dann geht die Tür auf, Grogg übergibt die Schalen.

Grogg fährt in den Gemeinden Birmensdorf und Aesch freiwillig Mahlzeiten aus. Seit seiner Pensionierung vor bald zehn Jahren füllt er jeden Montag den Kofferraum seines Autos, geht auf seine Tour und verteilt das in Plastikschalen verschweisste Essen.

Doch diese Zeiten sind bald vorbei: Künftig gibt es nicht mehr nur eine Lieferung pro Woche, sondern täglich. Und statt verschweissten Essens, das nach Bedarf aufgewärmt werden muss, wird jeden Tag eine frisch gekochte Mahlzeit im Warmhaltegeschirr an die Haustüre geliefert.

Mahlzeiten etwas teurer

Der Ausbau der Mahlzeitenlieferung ist die erste grosse Änderung, die der Ausbau der Anlaufstelle für Altersfragen mit sich bringt.

In Anspruch nehmen können den Mahlzeitendienst alle kranken, behinderten, invaliden und betagten Menschen aus den Gemeinden Birmensdorf und Aesch – und seit Neustem auch die der Aargauer Nachbargemeinde Arni.

«Die Leute freuen sich sehr, dass sie das vorgekochte Essen künftig nicht mehr aufwärmen müssen, sondern einen ganz frisch gekochten Dreigänger geliefert bekommen», sagt Susan Pelloli von der Anlaufstelle für Altersfragen, die den Transport organisiert.

Das frische Essen hat aber seinen Preis: Zahlten die Kunden bisher rund 11 Franken pro Mahlzeit und einen Pauschalbetrag von 5 Franken für die Lieferung, kostet das Menü aus der Zentrumsküche 17 Franken plus 3 Franken Liefergebühren.

Dafür sind aber noch eine Vorspeise und ein Dessert im Preis inbegriffen. «Ich hoffe, dass die Leute bereit sind, für das frische Produkt etwas mehr zu bezahlen», sagt Pelloli.

Dringend Fahrer gesucht

Die Auslieferung der frischen Mahlzeiten startet, sobald genügend Helfer gefunden sind. Denn was Roland Grogg all die Jahre praktisch im Alleingang bewältigt hat, braucht nun deutlich mehr Personal, damit das Essen warm bei den Kunden ankommt.

«Wir rechnen damit, dass wir rund 15 Personen brauchen», so Pelloli.

Sie sucht deshalb dringend nach Freiwilligen, die pro Einsatztag rund eine Stunde Freizeit opfern. Die Arbeit ist ehrenamtlich, bezahlt wird aber eine Kilometerentschädigung von 70 Rappen.

«Ich hoffe sehr, dass sich baldmöglichst ein paar Freiwillige melden, damit wir den Mahlzeitendienst ausbauen können», sagt Pelloli.

Roland Grogg jedenfalls geniesst die Mahlzeiten-Fahrten und empfiehlt es wärmstens. «Es ist eine schöne Sache, Leuten zu helfen, denen es nicht so gut geht wie mir.»

Mahlzeitendienst Wer sich für den Fahrdienst interessiert oder den Mahlzeitendienst bestellen will, kann sich unter der Nummer 044 739 39 49 melden