Limmattal

Trotz einer Verzögerung der Ernte: Der schöne Sommer rettet den Süssmost

Die Galaäpfel von Bauer Kurt Bräm sind erst in ein paar Wochen reif genug, um gegessen zu werden. gep

Die Galaäpfel von Bauer Kurt Bräm sind erst in ein paar Wochen reif genug, um gegessen zu werden. gep

Die Qualität der Äpfel stimmt die Landwirte zufrieden – auch wenn sich die Ernte um zwei Wochen verspätet. Die lange Trockenperiode habe zwar die Grösse der Früchte ein wenig beeinflusst, aber die Qualität stimme, sagt der Dietiker Bauer Kurt Bräm.

Die ersten säuerlichen Gravensteiner sind reif und finden zusammen mit süsslicheren Apfelsorten ihren Weg in die Mostpressen der Limmattaler Bauern. Kurt Bräm, Bauer und Betreiber des Hofladen Bräm in Dietikon, hat bereits vor 14 Tagen mit der Mostproduktion begonnen. «Jeweils am Donnerstag stellen wir frischen Most her, den wir am Wochenende zum Verkauf anbieten», so der Bauer.

Mit der diesjährigen Apfelernte ist er zufrieden: «Durch die lange Trockenperiode im Sommer fallen die Früchte zwar etwas kleiner aus als sonst, die Qualität stimmt aber.»

Ernte verzögert sich um 14 Tage

Aufgefallen ist Bräm, dass sich die gesamte Ernte dieses Jahr um zwei Wochen verzögert. Der Bauer führt das auf den verregneten und kalten Frühling zurück. Glücklicherweise sei aber der Hagel ausgeblieben, so Bräm. «Ein Viertel meiner Apfelbäume ist nämlich nicht durch ein Netz geschützt», sagt er.

Samuel Spahn, Betreiber des Biohofs Fondli in Dietikon, zeigt sich ebenfalls zufrieden mit der diesjährigen Apfelernte. Dennoch habe es nicht so viele Früchte gegeben, wie er zu Beginn des Jahres angenommen habe, so der Bauer. «Dazu hat der schlechte Frühling massgebend seinen Teil beigetragen», sagt er.

Auf dem Biohof Fondli gibt es dieses Jahr eine neue Sorte im Apfelsortiment. «Sie heisst Werdenberg und ist eher süsslich im Geschmack. Da sie eine Herbstsorte ist, eignet sie sich zum raschen Verzehr und nicht zur Lagerung», so Spahn. Im Verlauf des Herbsts werden auf dem Hof weitere Apfelsorten wie Diwa, Resi, Boskop, Rubinette und Topas hinzukommen.

Den ersten Most stellt Spahn nächste Woche her. «Am besten wird er, wenn verschiedene Apfelsorten und Birnen gemischt werden», verrät Spahn. Es sei ein gutes Jahr für den Most. «Besser als ich gedacht hätte. Der Sommer hat vieles gerettet und konnte das schlechte Wetter im Frühjahr kompensieren», so der Bauer. Auch Spahn bemerkt, dass sich die Ernte im Vergleich zu vorhergehenden Jahren verzögert.

Mit der Mostproduktion noch zugewartet hat deshalb Christian Meier, Obstbauer des Hofs Schürrain in Schlieren. «Nur mit Gravensteiner wird der Most zu sauer», sagt Meier. Diese Woche könne er nun aber beginnen, seinen Most herzustellen. «Die Ernte fällt gut aus. Der Frühling hat keine spürbaren Auswirkungen hinterlassen», so Meier.

Der für seinen Most mehrfach mit einer Goldmedaille ausgezeichnete Fredy Boll hat zurzeit alle Hände voll zu tun mit seinen Apfelbäumen. «Dieses Jahr hängen ganz viele Früchte daran», sagt der Bergdietiker Bauer. Er sei sehr zufrieden. Boll nimmt sich die Mühe, alle Äste, die faulende oder kleine Äpfel tragen, abzuschneiden. «Bei 450 Bäumchen ist das eine langwierige Arbeit, die sich aber auszahlt», meint Boll. Dadurch, dass er alle Bäume auslichte, komme mehr Sonne ins Bauminnere. «Die verbleibenden Früchte werden dadurch aromatischer. Weniger ist eben mehr», so der Bauer.

Mit der Mostproduktion beginne er erst am 20. September, wenn verschiedene Sorten zur Verfügung stünden. «Es gibt dieses Jahr ausgezeichneten Most. Die Wettbewerbschancen stehen gut», sagt Boll.

88 100 Tonnen Mostäpfel erwartet

Das Votum der Limmattaler Bauern deckt sich mit der Mitteilung des Schweizer Obstverbands. «Der Apfelsaft 2013 wird fabelhaft», teilte dieser mit und schätzt, dass dieses Jahr
in der Schweiz 88 100 Tonnen Mostäpfel und 12 600 Tonnen Mostbirnen verwertet werden können.

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