Bergdietikon
Trotz Einbezug der Anwohner gibt es eine Einsprache

Die Bevölkerung meldet Bedenken an der Teilzonenplanänderung des Lands Rai. Gebäudehöhe und Ausnützungsziffer lagen den Anwohnern auf dem Magen. – auch der Kanton ist sich unsicher beim heiklen Thema der Hangentwässerung.

Alex Rudolf
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Der Kanton hält die Messperiode nach der Realisierung der Entwässerungsmassnahmen für zu knapp.

Der Kanton hält die Messperiode nach der Realisierung der Entwässerungsmassnahmen für zu knapp.

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Nachdem das Land Rai die Bergdietiker über Jahrzehnte beschäftigt hat, kommt nun wieder Schwung in die Angelegenheit. Nach einem Mitwirkungsverfahren lagen die Unterlagen zur Teilzonenplanänderung Siedlung und Kulturland Rai rund einen Monat bis Anfang Juli öffentlich auf. Wie die Gemeinde nun bekannt gibt, hat es aus der Bevölkerung eine Einwendung gegeben. Auch der Kanton hat Bedenken: Das Departement Bau, Verkehr und Umwelt bezog im Rahmen der kantonalen Vorprüfung Stellung zu den vom Bergdietiker Gemeinderat eingereichten Unterlagen zum Land Rai.

Zwar befand der Kanton, dass die Voraussetzungen zur Genehmigung der Umzonung in eine Bauzone erfüllt seien. Mit einer Ausnahme: Ein abschliessender Nachweis der Hangstabilität sei noch offen. Obwohl die eingereichten Messergebnisse und Massnahmen – namentlich eine Entwässerung — nachvollziehbar seien, hält der Kanton die vorgeschlagene Beobachtungszeit aber für zu kurz.

Geht es nach der Gemeinde, soll das Land Rai während eines Jahres nach Realisierung der Entwässerungsmassnahmen unter Beobachtung stehen. Danach könnte die Teiländerung der Nutzungsplanung genehmigt werden. «Die Messperiode nach der Entwässerungsmassnahme hat jedoch so lange zu dauern, bis Klarheit über die bauliche Eignung des Hangs besteht», heisst es vom Kanton.

Die Gemeinde gibt sich gelassen. «Der Nachweis der Hangstabilität kann erst erbracht werden, wenn die Massnahmen dazu realisiert wurden und diese können nur realisiert werden, wenn Gewissheit besteht, dass eine Zonenplanänderung zustande kommt», so Gemeindeschreiber Patrick Geissmann. Diese könnte bereits an der Gemeindeversammlung im Dezember beschlossen werden.

Frühstens im Dezember vors Volk

Trotz dieses Einwandes vom Kanton könnte es sich um einen Meilenstein handeln. Denn die Gemeinde kaufte bereits in den 1980er Jahren drei Parzellen Land, die rund die Hälfte des 32 500 Quadratmeter grossen Entwicklungsgebiets ausmachen. Erst im November 2011 stimmte die Gemeindeversammlung dem Landverkauf an den Bauunternehmer Implenia zu — zu einem reduzierten Preis. Grund dafür war die teure Entwässerung.

In der Zonenplanrevision in den 1990er Jahren wurde das Land in eine Spezialzone eingeteilt. Diese darf nur bebaut werden, wenn ein Gestaltungsplan besteht, der auf die geologischen Verhältnisse abgestimmt ist. Damit das «Rai» zur Wohnzone werden kann, müssen aber nun im Rahmen einer Teilzonenplanrevision erst die Grundmasse in der Bau- und Nutzungsordnung der Gemeinde und im Bauzonenplan festgelegt werden. Erst dann kann der Gestaltungsplan ausgearbeitet werden.

Aus dem Mitwirkungsbericht für die Teilzonenplanänderung von Ende Mai ist ersichtlich, dass die Bevölkerung Anregungen in Bezug auf die Nutzungsziffer, die Geschossigkeit sowie die Gebäudehöhen gemacht hat. In den Entwurf eingeflossen ist jedoch nur, dass in einem gewissen Bereich die Firsthöhe reduziert wurde und die Grundlagen des Entwicklungskonzepts Baden Region (REK) Erwähnung findet.

Nachdem die öffentliche Auflage Anfang Juli abgelaufen war, gab die Gemeinde auf Anfrage bekannt, dass eine Einwendung einging. «Der Gemeinderat wird diese nun prüfen. Danach werden Einwendungsverhandlungen geführt», so Gemeindeschreiber Patrick Geissmann. Wann diese abgeschlossen seien, lasse sich nicht genau bestimmen. Auch was den Inhalt der Einsprache angeht, hält sich die Gemeinde bedeckt. Im Bericht zur Teiländerung der Nutzungsplanung wird in einem provisorischen Terminplan darauf verwiesen, dass die Bergdietiker an der Gemeindeversammlung vom 4. Dezember über die Teiländerung befinden können.

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