Dietikon

Trotz der Coronapandemie kommen Orgelfans auf ihre Kosten

Jackie Rubi, die Limmattalerin des Jahres 2017, spielte echte Schweizer Volksmusik.

Jackie Rubi, die Limmattalerin des Jahres 2017, spielte echte Schweizer Volksmusik.

Die sechste Auflage der Orgelnacht in der reformierten Kirche Dietikon wartete auch mit einer Vernissage von Bibelsteinkunst auf.

Vorne im Chor stehen fünf Steinskulpturen von Pfarrer und Steinbildhauer Daniel Bühler. «Ich möchte die geistlichen Schätze des Christentums mit bildhauerischen Mitteln dem modernen Menschen auf ungewohnte und erfrischende Art näherbringen und ihn ermutigen, eigene Schätze zu bergen», sagte er. Seine Gattin Xenia las anlässlich der Vernissage im Rahmen der sechsten Dietiker Orgelnacht, die am Samstagabend stattfand, biblische Texte. Organist Bernhard Hörler umrahmte die Feier mit eigens von ihm komponierten Stücken.

Pfarrer und Steinbildhauer Daniel Bühler.

Pfarrer und Steinbildhauer Daniel Bühler.

Cellistin Alexandra Polin und Ziv Braha auf der Theorbe eröffneten die Dietiker Orgelnacht mit Werken von Günter Krause und Johann Sebastian Bach. Nach einer kurzen Pause mit Durchlüften der Kirche folgten weitere Interpreten. So spielte Helga Váradi zwei Werke von Bach sowie das Vivaldi-Bach Concerto C-Dur «Grosso Mogul». Organist Simon Nádasi wiederum interpretierte die Fantasie und Fuge in g Moll BWV 542 von Johann Sebastian Bach. Anschliessend hatte die Unterengstringerin Jackie Rubi ihren Auftritt mit echter Schweizer Volksmusik. Da erklangen etwa schnelle Polkas sowie ein träumerischer Foxtrott. Mit «Guate Sunntig mitenand» verabschiedete sich die Limmattalerin des Jahres 2017 unter grossem Applaus.

Das Finale der diesjährigen Orgelnacht machte Elena Vartikian, die seit 2019 als Hauptorganistin in Weiningen wirkt. Ihr Stück «Die vier Jahreszeiten» von Antonio Vivaldi – bearbeitet für Orgel von Heinrich E. Grimm – sorgte für den krönenden Abschluss dieser Dietiker Orgelnacht.

Die Kirche war wegen Covid-19 spärlich besetzt

Kirchenpflegerin Heidy Flückiger, die für den Gottesdienst und die Musik zuständig ist, sagte zur Orgelnacht 2020: «Das Programm besprechen wir jeweils in der Musikkommission. Zur Sprache kommen stets die Interpreten und natürlich das Programm.» Dann würden mögliche Kandidatinnen und Kandidaten kontaktiert. «Alle zwei Jahre findet dann diese Orgelnacht statt. Doch wegen Corona wurde diesmal der ganze Anlass nur in der reformierten Kirche durchgeführt», sagte Flückiger, «es gab leider auch keinen grossen Apéro.»

Dass die reformierte Dietiker Kirche während des ganzen Abends nur äusserst spärlich besetzt war, verwunderte eigentlich niemanden. So meinte eine Besucherin etwas resigniert: «Ich finde es jammerschade, dass zu diesem wunderschönen Anlass nur so wenige Zuhörerinnen und Zuhörer kamen.» Und ein anderer Teilnehmer sagte: «Es ist ja klar, dass eine mit Masken besuchte Orgelnacht nicht besonders attraktiv ist, auch wenn das Dargebotene auf seinem sehr hohen Niveau daherkam.» Er bewundere dennoch die Organisatoren, dass diese die Orgelnacht trotz der Coronapandemie durchführten.

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