Fussball

Trotz Blitzstart erlebt der FC Dietikon zu Hause das nächste Debakel

Meistens ein Schritt schneller: Gossaus Dreifach-Torschütze Sven Lehmann gegen FCD-Innenverteidiger Tim Neziri.

Meistens ein Schritt schneller: Gossaus Dreifach-Torschütze Sven Lehmann gegen FCD-Innenverteidiger Tim Neziri.

Die 1.-Liga-Fussballer offenbarten bei der 1:5-Heimniederlage gegen Gossau teils Auflösungserscheinungen.

Knapp 20 Minuten vor dem Abpfiff hatte Gossaus Trainer Patrick Winkler ein Einsehen mit den desolat auftretenden Gastgebern. Längst hatte sein Team die Partie entschieden, da beorderte der ehemalige Profifussballer, der 2000 mit dem FC St. Gallen Schweizer Meister wurde, seine Offensivabteilung vom Rasen. Sven Baumann, dem zwischen der 53. und 67. Minute mit drei Kopfballtoren ein lupenreiner Hattrick gelang, sowie die beiden anderen Torschützen Nico Abegglen und Manuel Baumann durften vorzeitig vom Platz. Die Ostschweizer verwalteten den Vier-Tore-­Vorsprung auch mit neuem Personal souverän. Mit ein wenig mehr Konsequenz vor dem Dietiker Gehäuse hätten sie die Tordifferenz durchaus noch höher schrauben können.

Dabei begann die Partie ideal für Dietikon. Nach sieben Minuten eröffnete FCD-Mittelfeldspieler Serra Cruz mit dem frühen 1:0 das Skore. «Wir trainierten unter der Woche trotz schmalem Kader sehr gut. Mit diesem Gefühl gingen wir in die Partie», sagte Dietikons Trainer João Paiva nach Spielschluss. Was zu jenem Zeitpunkt niemand ahnen konnte: Serra Cruz’ Treffer sollte die erste und zugleich auch letzte vielversprechende Offensivaktion der Limmattaler der gesamten Spiel­dauer gewesen sein.

Gossaus Promi-Truppe – unter anderem mit den vier Ex-St.Gallern Sven Lehmann, Nico Abegglen, Marco Franin und Loris Pellegatti – schüttelte sich nach dem Gegentreffer einmal kurz, atmete durch und legte mit ein paar Minuten Verspätung los. Nach 38 Minuten war es dann soweit. Im Anschluss an den vierten Eckball der Partie erzielte Abegglen den Ausgleich zum 1:1. FCD-­Goalie Calvin Heim machte erstmals an diesem meteorologisch herrlichen Fussballnachmittag keine gute Figur.

Mitte September stiess der 20-jährige Heim aus Schaffhausen zum FC Dietikon. Die Limmattaler brauchten einen zweiten Torhüter neben dem bewährten Alpay Inaner, Heim wollte sich ausleihen lassen, da er sich beim Challenge-League-Verein nur wenig Chancen auf Einsätze ausrechnete. Doch seit seiner Ankunft auf der Dornau hat Heim sein Talent nur selten unter Beweis gestellt. In bisher vier Meisterschaftspartien musste er sich sage und schreibe 15 Mal bezwingen lassen. Auch am vergangenen Samstag war er alles andere als ein souveräner Rückhalt hinter einer äusserst unsicheren Viererabwehr. Heim stand mit seiner Leistung gar am Anfang des Dietiker Debakels. «Der erste Schuss und dann gleich ein Tor. Danach fehlte ihm das Selbstvertrauen. Das darf nicht sein», ärgerte sich Paiva zurecht. Es kam noch schlimmer. Zwischen der 51. und 67. Minute musste Dietikons Goalie vier weitere Male hinter sich greifen. Eine Viertelstunde vor Schluss liess sich Heim durch Inaner ersetzen. «Beim fünften Gegentreffer hatte er sich am Fuss verletzt», rapportierte FCD-Sportchef Christian Müller. Wie dem auch sei, Heim schaute sich die restlichen Minuten der einseitigen Partie von der Ersatzbank aus an.

Paiva gibt keine ­Einsatzgarantien

«Solche Spiele sind die Realität», resümierte FCD-Coach Paiva nüchtern, «da müssen wir uns nichts vormachen.» Andere Vereine hätten eben viel bessere finanzielle Möglichkeiten als die Dietiker. «Schauen sie sich nur das Kader von Gossau an. Die haben sechs Leute auf der Bank und ebenso viele gar nicht mitnehmen können.» Er selbst habe die Woche hindurch mit 16 Akteuren trainieren müssen. Apropos: Wird Calvin Heim am kommenden Wochenende wieder spielen, sollte er fit sein? Paiva: «Wenn Sie mit Ihrer Frage meinen, ob bei mir jemand eine Stammplatzgarantie hat: Nein, die hat niemand.»

Weiter geht es in der 1.-Liga-Meisterschaft für den Tabellenletzten FC Dietikon (7 Spiele, 1 Punkt) am 13. Oktober mit dem wegweisenden Auswärtsspiel gegen den Tabellenvorletzten Red Star (7 Spiele, 2 Punkte). Unnötig zu erwähnen, dass die Limmattaler dann zum Siegen verdammt sind, wollen sie die Hoffnung an den Ligaerhalt aufrechterhalten. Bereits am kommenden Samstag, 10. Oktober, steht ebenfalls auswärts die 1. Runde in der Cup-Qualifikation an. Gegner wird dann der FC Wettswil-Bonstetten sein.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1