«Urdorf! Urdorf!», sangen die Spieler anstelle des Refrains vom «AC/DC»-Hit «Thunderstruck». Dann tanzten sie ausgelassen vor der Garderobe. Soeben hatten sie mit ihrem 4:3-Sieg über das zweitplatzierte Birmensdorf den Aufstieg in die 2. Liga definitiv sichergestellt. Denn zwei Runden vor Schluss beträgt der Vorsprung der Urdorfer zehn Punkte. «Jetzt sind wir endlich oben», jubelte Alessandro Felicetti, der sich mit seinem Treffer zum 2:0 auch unter die Torschützen eingereiht hatte.

Doch für den ersten Urdorfer Jubel hatte ein anderer gesorgt: Pavao Zeko. Mit einem herrlichen Freistoss erzielte der Verteidiger bereits nach zehn Minuten das 1:0 für Urdorf. Und mit Felicettis Treffer nach einer halben Stunde schien eine Art Vorentscheidung in dieser Partie gefallen zu sein. Doch nur vier Minuten später gelang Adriano Sodano mittels Foulpenaltys der Anschlusstreffer noch vor der Pause. «Birmensdorf schenkte uns nichts», sagte Urdorfs Trainer Gianni Musumeci später.

Der FC Urdorf feiert den Aufstieg in die 2. Liga und postet dieses Video auf seiner Facebook-Seite.

Das spürte man vor allem zu Beginn der zweiten Halbzeit. Die Gäste kamen engagierter aus der Kabine und erspielten sich durch Patrick Vitiello und Roman Hess sehr gute Chancen. Dann aber lag der Ball plötzlich auf der anderen Seite im Netz: Velisav Stevovic hatte per Kopf zum 3:1 getroffen. Danach war die Partie auch wegen einiger Wechsel von vielen Unterbrüchen geprägt und flachte ab, bevor zehn Minuten vor Ende der regulären Spielzeit Vitiello das zweite Tor für die Birmensdorfer schoss. Die zurückgekehrte Spannung währte aber nur kurz: Drei Minuten später sorgte Ruben Da Silva nach einem Konter mit dem vierten Urdorfer Treffer für die Entscheidung. Sodanos sehenswerter Anschlusstreffer aus der Distanz in der Nachspielzeit nutzte den Birmensdorfern nichts mehr.

«Wir gratulieren Urdorf»

«Wir haben gut gespielt», sagte der Birmensdorfer Stürmer danach. «Aber Urdorf ist am Ende verdient aufgestiegen.» Dieser Meinung schloss sich auch Sodanos Trainer Antonio Caputo an. «Wir gratulieren Urdorf herzlich zum Aufstieg», sagte er. «Die Urdorfer waren über die ganze Saison gesehen die konstantere Mannschaft, und man spürte, dass jeder aufsteigen wollte.» Birmensdorf habe dagegen die starke Vorrunde nicht bestätigen können: Während man in der Hinrunde noch acht von elf Spielen gewonnen und nur gegen Urdorf verloren hatte, ging man in der Rückrunde in vier von neun Partien als Verlierer vom Platz. «Wir haben einen Umbruch erlebt», erklärte Caputo den Einbruch. «Dennoch haben wir eine überragende Saison gespielt.»

Für Caputo war das Derby gegen Urdorf das drittletzte Spiel als Trainer von Birmensdorf: Er wird den Verein nächste Saison nicht mehr trainieren – ein Entscheid, den er selber gefällt habe. Zu den genauen Gründen für seinen Abgang äusserte er sich nicht, sondern meinte nur: «Vielleicht bin ich zu ehrgeizig für diesen Verein.» Eine neue Mannschaft hat Caputo noch nicht. «Ich bin sozusagen auf freiem Fuss», sagte er und lachte.

Während Birmensdorf also eine weitere Spielzeit in der 3. Liga spielen wird, geht es für Urdorf nächste Saison in der 2. Liga weiter. Angesichts der sieben Siege in neun Spielen der Rückrunde ist der Urdorfer Trainer nicht überrascht, dass es mit dem Aufstieg geklappt hat. «Ich habe immer daran geglaubt, dass wir das schaffen können», sagte Musumeci. «Der Zusammenhalt in dieser Mannschaft ist unglaublich.» Er ist auch sicher, dass seine Mannschaft in der 2. Liga wird mithalten können: «Die 2. Liga wird anspruchsvoller werden, aber wir brauchen keinen neuen Kader.» Dann verabschiedete er sich. Die Mannschaft hatte ihn zu sich gerufen, um mit ihm zu feiern. Eine Freinacht gäbe es aber nicht, wie Felicetti anmerkte: «Wir haben ja noch alle einen Job.»