Uitikon
Trotz Abbruch ist Aufbruch angesagt: «Das Fest wird gediegen»

Maya Hagenbucher will die Bevölkerung mit einem Fest über den Ausbau des Zentrums Waldegg informieren.

Tobias Bolli
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Maya Hagenbucher hat im Zentrum Waldegg ein Reisebüro – sie freut sich auf die Veränderungen.

Maya Hagenbucher hat im Zentrum Waldegg ein Reisebüro – sie freut sich auf die Veränderungen.

Tobias Bolli

In Uitikon, dieser ansonsten eher beschaulichen Gemeinde, herrscht Hochbetrieb. Schuttbeladene Bagger fahren auf und ab, Presslufthämmer rattern. Im Zentrum Waldegg soll ab Mitte 2018 ein Erweiterungsbau entstehen und die Bevölkerung mit zahlreichen neuen Einkaufsmöglichkeiten und Dienstangeboten locken. Passend dazu werden nur wenige Meter entfernt über 200 neue Wohnungen gebaut.

Maya Hagenbucher, Chefin des Reisebüros Maya Travel Inn, musste feststellen, dass diese Veränderungen noch Verwirrung stiften. Die wenigsten wissen Bescheid, was genau dazukommt und was erhalten bleibt. Um die Bevölkerung darüber aufzuklären – und nebenbei etwas Werbung für die lokalen Geschäfte zu machen – hat sie für den kommenden Freitag ein Fest organisiert. «Abbruch Aufbruch Fäscht» heisst es.

Sie sei überglücklich, dass sich alle Geschäfte im Zentrum Waldegg zur Mithilfe bereit erklärt haben. So verspricht das Fest ein richtiges Ereignis zu werden. Im wettersicheren Festzelt werden die «Gletscher Fezzer» für heitere Stimmung sorgen. Für das leibliche Wohl zeichnet unter anderem der Dorfmetzger verantwortlich, auf dem Speisezettel stehen aber auch thailändische Spezialitäten. Glacés und Mineralwasser können zudem gratis konsumiert werden.

«Aufbruch Abbruch Fäscht»: Das Programm

Das «Abbruch Aufbruch Fäscht» wird diesen Freitag von 18.00 Uhr bis 24.00 Uhr im Zentrum Waldegg in Uitikon stattfinden. Neben Informationen über die verschiedenen Etappen des Umbaus erwarten die Besucherinnen und Besucher ein Festzelt, Gratis-Glacés sowie Grillwürste des Dorfmetzgers. Für musikalische Unterhaltung werden die «Gletscher Fezzer» sorgen.

«Das Fest wird gediegen», verspricht Hagenbucher. Mit einem Budget von 15 000 Franken muss auf eine aufwendige Dekoration nicht verzichtet werden. Schon bestellt sind Tischtücher, Servietten und Blumen – selbstverständlich in den Wappenfarben der Gemeinde. Auch wurden zahlreiche Ballone angeschafft, diese sollen im Rahmen eines Ballon-Wettbewerbs aber möglichst den Winden überlassen werden.

Trotz dem Lärm, der auch durch die Scheiben ihres Reisebüros dringt, freut sich Hagenbucher über die sich anbahnenden Veränderungen. Zwar habe sie nur noch wenig Laufkundschaft – die meisten Kundinnen und Kunden finden zu ihr über das Internet – doch dürfte es nicht schaden, wenn bald noch mehr Leute an ihrem Büro vorbeikommen werden. «Da nehme ich auch in Kauf, dass der Lärm noch ein Jahr lang so anhalten wird.»

Ausserdem, hofft Hagenbucher, dass sich mit den zusätzlichen Geschäften und Angeboten auch die lokale Sicherheit erhöhen wird. Achtmal sei in den vergangenen Jahren bei ihr eingebrochen worden. Auch dieses Jahr wurde ihr von Dieben die Scheibe eingeschlagen – nur um ein paar Dosen Red Bull zu entwenden.

Neue Einkaufsmöglichkeiten

Laut Karl Weber, Projektverantwortlicher von der Immra AG, wird ein grosser Migros mit umfangreichem Angebot entstehen. Dazu werden die Üdiker von einer Apotheke profitieren können, die auch Gesundheits- und Drogerieartikel anbieten wird. Ebenfalls geplant ist, der Zuzug einer Raiffeisen Bank und eine neue Recycling-Station. «Wir freuen uns, den Retail in die Gemeinde zurückzubringen», sagt Weber.

Ziel sei es, dass die Üdiker nicht mehr auf benachbarte Gemeinden ausweichen müssen, sondern viele Einkäufe direkt im Zentrum Waldegg erledigen können. Um die erwartete Kundenzunahme zu bewältigen, entstehen über 100 neue Parkplätze. 60 stehen hinter dem Migros-Gebäude bereits zur Verfügung. Sie werden aber noch kaum genutzt, wie Hagenbucher beobachtet hat.

Trotz der grossen Veränderungen bleiben die bestehenden Geschäfte auch weiterhin erhalten: Ein Nähatelier und eine Bar mussten aufgrund der Bauarbeiten lediglich gezügelt werden. So dürtfte beim «Abbruch Aufbruch Fäscht» denn vor allem der Aufbruch – und weniger der Abbruch – im Vordergrund stehen.