Der Zollstock spricht Klartext: 40 Zentimeter Asphalt liegen zwischen der Haus-Ecke der Garage Egger AG und der Bordsteinkante an der Ecke Zürcherstrasse/Bernstrasse bei der neu gestalteten Dietiker Schönenwerdkreuzung. Vor der Neugestaltung war das anders: Es hatte derart viel Platz, dass die Garage Egger AG hier auch Autos ausstellen konnte. Jetzt hätten nur noch Spielzeugautos Platz.

Die neue Situation brachte einen Leser (Name der Redaktion bekannt) ins Stutzen. Denn Fussgänger geraten hier gefährlich nahe an die Strasse, wenn sie die Haus-Ecke passieren wollen. «Ist das ein Geniestreich eines Super-Planers? Wie kommen hier Rollstuhlfahrer und Kinderwagen durch?», schrieb er der Limmattaler Zeitung.

Ein weiteres Problem sieht der Leser beim Trottoir entlang der Bernstrasse. Wer von diesem in die Werdstrasse abbiegen will, muss über einen Randstein steigen. «Stürze der Velofahrer sind schon vorprogrammiert», sagt der Leser. Das dürfte mit ein Grund dafür sein, dass beim Randstein auch noch eine Bauabschrankung steht.

Baudirektion unter Beschuss

Der Leser ist nicht der einzige, der die neue Situation kritisch sieht. So bestätigt Sprecherin Isabelle Rüegg, dass die Baudirektion aus der Bevölkerung und dem Gewerbe weitere Rückmeldungen in dieser Sache erhalten habe. Es stellt sich also die Frage, ob das alles so bleibt. Die Behörden geben Entwarnung: Zwar ist die Schönenwerdkreuzung seit Anfang Woche wieder für den Verkehr freigegeben. Aber es laufen noch Fertigstellungsarbeiten. «Die Führung und Signalisation für Fussgänger und Radfahrer ist noch nicht eindeutig. Wir werden dies aber mit den nun laufenden Abschlussarbeiten noch baulich und mit Signalen verdeutlichen», sagt Rüegg.

Konkret soll beim genannten Randstein bei der Werdstrasse ein Geländer als Abschrankung erstellt werden. Ähnlich sieht es bei der Ecke Bernstrasse/Zürcherstrasse aus. Auch dort steht ein Randstein. Dieser soll signalisieren, dass hier kein Durchgang ist. Auch hier ist noch ein Geländer als Abschrankung geplant.

Das Trottoir zwischen Werdstrasse und Einmündung der Zürcherstrasse wird also aufgehoben. «Ein normkonformer Gehweg entlang der Bernstrasse könnte nur erstellt werden, wenn das Gebäude der Garage Egger AG abgebrochen würde. Deshalb wurde das Trottoir aufgehoben», erklärt Rüegg.

Wer früher auf dem nun ehemaligen Trottoir ging, kann stattdessen – wie schon bisher – von der Zürcherstrasse in die Wiesenstrasse einbiegen und so zur Werdstrasse gelangen und umgekehrt.

Von der Umgestaltung der Schönenwerdkreuzung ist auch die Nissan-Garage Egger AG betroffen. Sie hat jetzt zwar einen Ausstellungsplatz weniger, unzufrieden ist Geschäftsleiter Sandro Egger deshalb aber nicht. Schliesslich ist er als Autoverkäufer froh um gute Strassen. Mit der neuen Schönenwerdkreuzung könne die Garage Egger AG daher leben. «Wir hoffen einfach, dass uns niemand in die Haus-Ecke fährt, denn der Abstand zur Strasse ist jetzt wirklich sehr klein», sagt Egger.

Bei der Schönenwerdkreuzung ist also noch nicht alles fertig. Eine grössere Baustelle steht auch noch auf dem Grundstück des ehemaligen Restaurants Schönenwerd an, das inmitten der Kreuzung steht, die jeden Tag von 35'000 Fahrzeugen passiert wird. Die Behörden prüfen derzeit ein Baugesuch der Coop Mineraloel AG, die hier eine Tankstelle mit acht Betankungsplätzen und einem Shop bauen will.