Dietikon

«Triumphale Tage in Dietikon»: Dietiker Buch lockte viele Gäste an

Die neun Autorinnen und Autoren von «Triumphale Tage in Dietikon» (von links): Björge Hehner, Peter Voser, Arthur Portmann, Agnes Matt, Thomas Pfann, Franziska Schädel, Urs Spörri, Thomas Wirth und Helmut Ziegler.

Die neun Autorinnen und Autoren von «Triumphale Tage in Dietikon» (von links): Björge Hehner, Peter Voser, Arthur Portmann, Agnes Matt, Thomas Pfann, Franziska Schädel, Urs Spörri, Thomas Wirth und Helmut Ziegler.

Im Dietiker Kulturlokal Gleis 21 wurden Auszüge aus dem Roman «Triumphale Tage in Dietikon» vorgelesen.

Der neuerschienene Roman «Triumphale Tage in Dietikon» hat die Dietiker Literaturliebhaber ins «Gleis 21» gelockt. Das Kulturlokal war prall gefüllt. Schon nach kurzer Zeit waren alle Stühle besetzt. Der Roman, dessen Vernissage am Donnerstagabend stattfand, ist in zweierlei Hinsicht aussergewöhnlich: Zum einen spielt das Buch in Dietikon und nimmt Dietiker Eigenheiten auf die Schippe, zum anderen handelt es sich um ein Gemeinschaftswerk mehrerer Autorinnen und Autoren. Die Geschichte wurde von neun Personen geschrieben.

Das Licht im «Gleis 21» wurde gedimmt und Björge Hehner, einer Autoren, begab sich auf die Bühne, um einige Stellen aus dem Roman vorzulesen. Schnell wurde klar, weshalb Hehner die Lesung übernommen hat: Seine sichere und gekonnte Lesart passte zum Text und unterstrich den Humor des Romans. Schon nach wenigen Worten hatte er das Publikum vollends für sich gewonnen.

«Man will in Dietikon etwas Grosses feiern»

Die Geschichte des Romans ist abwechslungsreich und führt den Protagonisten René Schmärz nicht nur quer durch Dietikon, sondern unter anderem auch in die italienische Exklave Campione d’Italia. Die Grundthematik wirkt allerdings, als wäre sie direkt aus dem Leben gegriffen. «Man will in Dietikon etwas Grosses feiern. Etwas, das Dietikon über die Landesgrenzen hinaus bekannt macht», fasste Autor Thomas Pfann die Geschichte des Romans zusammen.

Pfann hatte vor zwei Jahren die Idee, einen Roman zu schreiben, an dem mehrere Autoren mitwirken. An einer Lesung präsentierte er das erste Kapitel mit der Aufforderung, Interessierte sollen sich bei ihm melden. So fand er seine acht Co-Autoren. Diese waren in der Gestaltung ihrer Kapitel frei. «Sie hatten nur die Vorgabe, dass die Geschichte weitergehen muss», erklärte Pfann. «Und die Protagonisten durften nicht gleich im zweiten Kapitel sterben», fügte er lachend an. So wuchs die Geschichte Kapitel für Kapitel.

An der Vernissage wurde aus jedem Kapitel ein kurzer Abschnitt präsentiert. Beispielsweise las Björge Hehner eine Szene vor, in der René Schmärz nach Istanbul reisen muss, da seine Mutter im Urlaub einen Autounfall hatte. «Ich war selbst oft in Istanbul», sagte Agnes Matt, aus deren Feder das Kapitel stammt. Sie habe den Handlungsstrang sehr gut in den Roman einflechten können. Denn in einem vorherigen Kapitel sei erwähnt worden, dass die Mutter des Protagonisten einen neuen Freund hat, der aus der Türkei stammt.

Das Vorlesen übernahm Björge Hehner. Er ist auch der Verfasser eines Kapitels des Buches.

Das Vorlesen übernahm Björge Hehner. Er ist auch der Verfasser eines Kapitels des Buches.

Das Lokale fand am meisten Anklang

Obwohl neun unterschiedliche Personen am Buch schrieben, kaum etwas vorgegeben war und alle ihre eigenen Ideen einfliessen liessen, hat sich eine klare Handlung ergeben. «Für mich ist es erstaunlich, dass das Resultat so gelungen ist», sagte Pfann. Er habe kaum etwas an den einzelnen Kapiteln ändern müssen. Auch die anderen Autorinnen und Autoren zeigten sich zufrieden mit dem Ergebnis. «Ich hätte nicht gedacht, dass es so gut rauskommt», meinte Agnes Matt. Arthur Portmann freute sich sehr über die Auflösung der Geschichte: «Das Ende war überraschend für mich. Es ist phänomenal.»

Zudem sagte Pfann, er sei überrascht gewesen, dass ein Grossteil des Buches in Dietikon spielt. «Nach dem ersten Kapitel hätte die Geschichte auch in Südamerika weiterspielen können. Es hätte auch ein Science-Fiction-Roman werden können. Es war alles offen.»

Doch genau das Lokale fand bei den Besucherinnen und Besuchern der Vernissage am meisten Anklang. Anspielungen auf Themen, Geschehnisse oder Persönlichkeiten rund um Dietikon entlockten dem Publikum viele Lacher. So blieb kein Auge trocken, als Hehner eine Episode vorlas, in welcher der Stadtpräsident seiner Sekretärin aufträgt, Rotwein zu kaufen, da man dem Besuch aus Frankreich nicht den Dietiker Wein vorlegen könne.

Nach der Lesung sagte Pfann abschliessend: «Unser Roman ist für mich ein gelungener Spiegel von Dietikon.»

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Autor

Manuel Reisinger

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