Schlieren

Trinkbrunnen auf Schlieremer Stadtplatz passt nicht ins Konzept

Der moderne Nebelbrunnen auf dem Schlieremer Stadtplatz kann den Durst der Passanten nicht löschen.

Der moderne Nebelbrunnen auf dem Schlieremer Stadtplatz kann den Durst der Passanten nicht löschen.

Auf dem Schlieremer Stadtplatz wird neben dem Nebelbrunnen kein Trinkbrunnen erstellt, da ein solcher nicht ins Konzept passt.

Die Situation sei unpraktisch und der Stadtrat gebe sich keine grosse Mühe, etwas daran zu ändern, sagt Jolanda Lionello. Die langjährige SP-Gemeinderätin reichte im vergangenen August eine Kleine Anfrage ein, in der sie sich erkundigte, ob auf dem modernen Stadtplatz ein Trinkbrunnen errichtet werden könnte. Seit der grossen Umgestaltung des Schlieremer Zentrums mit Flügeldach und Kreiselverkehr sorgt nämlich ein Nebelbrunnen für Ambiente. Weil man aber seinen Durst nicht löschen kann, wurde Lionello aktiv und fragte nach einer Lösung. In seiner kürzlich erschienenen Antwort schreibt der Stadtrat, dass kein anderer Brunnen auf dem Stadtplatz vorgesehen sei. Bereits bei der Planung sei am modernen Brunnen mit seiner «Vernebelungstechnik» Kritik geäussert worden, schreibt Lionello im Vorstoss.

Dies sieht der Stadtrat anders: Im Rahmen der parlamentarischen Behandlung des Geschäfts sei kein Antrag eingereicht worden, in dem ein Trinkbrunnen verlangt worden war. Zahlreiche Aspekte der Zentrumsgestaltung seien in der vorberatenden Kommission, bei der Behandlung durch das Gemeindeparlament und im Vorfeld zur Volksabstimmung intensiv diskutiert worden, schreibt er weiter. «Der Platz soll Identität schaffen an einer Lage, die vorher ausschliesslich von den Verkehrsströmen definiert wurde.» Fixe Elemente wie ein Trinkbrunnen gehören nach Ansicht der Stadt an unmittelbar an den Stadtplatz angrenzende Orte. Denn: «Der auffällige Flügel soll seine Wirkung möglichst ungestört entfalten.»

Für Lionello ist dies kein gangbarer Weg: «Nicht nur Passanten würden hin und wieder gerne einen Schluck Wasser trinken. Auch Standbetreiber der Märkte benötigen Wasser und müssen dieses heute selber in Flaschen mitbringen», sagt sie. «Mit einem kleinen Trinkbrunnen, der keineswegs die Wirkung des Flügels schmälern würde, wäre dieses Problem bereits behoben», sagt sie weiter. Grundsätzlich würde ein Trinkbrunnen nämlich dorthin gehören, wo ihn die Leute auch benötigen und nicht anderswo.

Gemeinderatskandidaten SP Schlieren 2018 Jolanda Lionello (bisher)

Jolanda Lionello SP-Gemeinderätin

Gemeinderatskandidaten SP Schlieren 2018 Jolanda Lionello (bisher)

Bahnhofstrasse und grüne Mitte kommen in Frage

Der Stadtrat bleibt dabei und will auf einen Trinkbrunnen verzichten. «Der neue Stadtplatz ist als Einheit in einer klaren und modernen Formsprache gehalten.» Voraussichtlich im Bereich der neuen grünen Mitte westlich des Zentrums oder auf der neu zu gestaltenden Bahnhofstrasse werde es die Möglichkeit für einen Trinkbrunnen geben. «Das Thema ist in der jeweiligen Planung verankert», schreibt er.

Ob sie nun nach dieser klaren Absage einen erneuten politischen Vorstoss einreichen wird, weiss Lionello noch nicht. Sie müsse sich nun zuerst Gedanken darüber machen, welches weitere Vorgehen wohl zielführend sei.

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