Der Dalmatiner Elizza schnuppert im Wind. Es riecht verlockend. Im Schatten der alten Bäume des Klosters Fahr haben es sich Besucher bequem gemacht. Ein Glas Wein aus dem Klosterkeller, einen Teller Fischknusperli, was will man mehr? Zum 34. Mal hat der Fischerverein Fahr zum traditionellen Fischessen geladen.

Die Felchen, verrät Walter Ruf, kommen alle aus dem Zürichsee. Während er Korb um Korb ins heisse Öl taucht, erzählt er, was es alles braucht, bis die knusprigen Fischstücke auf dem Teller liegen. «Wir schneiden die Fische am Vorabend in Stücke und marinieren sie über Nacht. Der Bierteig wird immer frisch zubereitet.»

Das Rezept der Marinade bleibt allerdings ein Geheimnis. «Das verraten wir nicht so gerne», schmunzelt Walter Ruf, der 35 Jahre lang Berufsfischer auf dem Zürichsee war. «Immer, wenn wir übers Jahr einen guten Fang gemacht haben, legen wir Fische für diesen Anlass beiseite. Sie werden vakuumiert und tiefgefroren», erzählt Ruf. Dann ist er kurz abgelenkt: Die Fische sind bei 180 Grad auf den Punkt frittiert, der Korb wird aus dem heissen Öl gehoben und für einige Minuten in ein zweites Ölbad von 200 Grad getaucht. So bleiben die Fischknusperli innen zart und saftig und sind aussen schön knusprig.

240 freiwillige Helfer

Derweilen werden hinter der Theke die Teller vorbereitet. Ein Stück Brot, einen Zitronenschnitz. «Mit Mayonnaise oder mit Remoulade?» Die Besucher beissen zufrieden in die Knusperli, die ihrem Namen alle Ehre machen. Im Einsatz sind etwa 240 freiwillige Helferinnen und Helfer, die beim Auf- und Abbauen, Servieren, Kochen und Aufräumen helfen. «Es sind Leute, die teils seit Jahren mit dabei sind», freut sich Pius Biffiger, Präsident des Fischervereins Kloster Fahr. 400 bis 600 kg Fisch bereitet der Verein für seine Gäste zu, und das schon zum 34. Mal.

Vor 50 Jahren wurde der Fischerverein Kloster Fahr gegründet. Die Fischenz, also die Fischereirechte, hat er vom Kloster Fahr gepachtet. Der Limmatabschnitt beim Kloster sei, so Pius Biffiger, einer der wenigen Gewässerabschnitte, die nicht dem Kanton gehören. Der Erlös des jährlichen Fischessens geht in die Vereinskasse und finanziert neben den Vereinsaktivitäten auch die Pflege der Limmat. «Wir besetzen selber die Limmat mit jungen Fischen, säubern den Fluss und stellen den Jungfischen am Ufer Unterstände zur Verfügung», erzählt Biffiger.

Unter den Bäumen füllen sich allmählich die Bänke. Peach «and his happy sound» sorgt für das musikalische Ambiente. Emilio Meier ist zufrieden. «Chapeau», sagt er bewundernd. «Der Fisch ist wunderbar.» Für ihn und seine Freunde war ausschlaggebend, dass der Fisch aus der Schweiz kommt. Rösli Beltracchi aus Oberengstringen war schon viele Male beim Fischessen. «Am Sonntag, nach der Kirche», lacht sie. «Da muss ich schon nicht kochen.» Sie will nächstes Jahr wiederkommen. Der Dalmatiner Elizza nimmt erneut Witterung auf. Ob für ihn wohl auch etwas von dem feinen Fisch abfällt? Hoffen darf man ja, wird sich der Hund wohl denken.