Tourismus
Bergdietiker Gemeinderat spricht Geld für den Hasenbergturm – sieben Jahre nachdem er angefragt wurde

Die Bauarbeiten laufen. Im Sommer wird der neue Hasenbergturm in Widen eröffnet, nahe der Grenze zu Bergdietikon. Die Gemeinde Bergdietikon unterstützt den Turmbau mit 7000 Franken.

David Egger
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So soll der Hasenbergturm in Widen, gleich bei der Grenze zu Bergdietikon, dereinst aussehen.

So soll der Hasenbergturm in Widen, gleich bei der Grenze zu Bergdietikon, dereinst aussehen.

Visualisierung: zvg

Es sei ein «Höhepunkt» dieses Jahr, teilt der Bergdietiker Gemeindeammann Ralf Dörig (FDP) mit. Die Rede ist von der Einweihung des neuen Hasenbergturms in Widen. Sie soll im August stattfinden – mit dem Volk, wenn das die Coronasituation bis dann zulässt. Interessieren dürfte der neue Turm viele – vom Limmattal über den ­Mutschellen bis hin ins Reusstal. «Der Gemeinderat hat sich ­unlängst entschieden, den Turm ­ zu unterstützen», gibt Dörig ­bekannt.

Freut sich auf den Hasenbergturm: Ralf Dörig (FDP), Gemeindeammann von Bergdietikon.

Freut sich auf den Hasenbergturm: Ralf Dörig (FDP), Gemeindeammann von Bergdietikon.

Bild: zvg

Bei dieser Unterstützung geht es konkret um 7000 Franken, wie der Bergdietiker ­Gemeindeschreiber Patrick Geissmann auf Anfrage sagt. Es handelt sich um einen ein­maligen Beitrag. Der Bergdietiker Gemeinderat sei klar der Ansicht, dass der Hasenbergturm eine zusätzliche Aufwertung des Naherholungsgebietes mit sich bringe und «zudem allenfalls eine Entlastung des stark belasteten Naturschutzgebietes Egelsee zur Folge haben könnte». Der neue Hasenbergturm bringe auch für die Naherholungs­suchenden aus Bergdietikon einen Mehrwert – deshalb sei eine Beteiligung der Gemeinde Bergdietikon an den Baukosten «angebracht», führt Geissmann aus.

Mit dem Egelsee hat Bergdietikon schon heute einen touristischen Anziehungspunkt. Nun kommt der Hasenbergturm hinzu.

Mit dem Egelsee hat Bergdietikon schon heute einen touristischen Anziehungspunkt. Nun kommt der Hasenbergturm hinzu.

Archivbild: Janine Gloor

Der 7000-Franken-Beitrag hat eine längere Vorgeschichte. Denn bereits 2014 hatte der Gemeinderat der Gemeinde Widen – auf deren Boden kommt der Turm zu stehen – um eine finanzielle Beteiligung von Bergdietikon gebeten.

Njet, wir kaufen keine Katze im Sack, lautet damals sinngemäss die Antwort aus Bergdietikon. Beziehungsweise in den Worten von Gemeindeschreiber Patrick Geissmann: «Da zu diesem Zeitpunkt noch kein konkretes Projekt vorhanden war, hat der Gemeinderat damals entschieden, dass sich eine Beteiligung nur darauf beschränken kann, einen Vertreter des Gemeinderates in eine Arbeitsgruppe zu delegieren.»

Turmbau zu Widen: Noch ist vor Ort vor allem Erde und ein grosser Bagger zu sehen.

Turmbau zu Widen: Noch ist vor Ort vor allem Erde und ein grosser Bagger zu sehen.

Bild: David Egger

Nachdem nun aber das Projekt weit fortgeschritten respektive bereits im Bau ist, hat sich der Bergdietiker Gemeinderat auf erneute Anfrage des ­Trägervereins Hasenbergturm entschieden, doch noch einen ­finanziellen Beitrag zu leisten. «Dies insbesondere aufgrund der Tatsache, dass dieser Turm für alle umliegenden ­Gemeinden einen touristischen Mehrwert bringen kann», sagt Gemeindeschreiber Geissmann.

Planzer und Chicorée aus Dietikon zahlen ebenfalls

Die Gemeinde Bergdietikon reiht sich damit ein in eine illustre Reihe von Sponsoren. So machen zum Beispiel die beiden Dietiker Firmen Planzer und Chicorée mit. Auch Coop und die Aargauische Kantonalbank sowie zahlreiche weitere Institutionen gehören zu den Geldgebern. So beteiligen sich auch zahlreiche Gemeinden an den Kosten. Neben Bergdietikon und Widen sind das Berikon, Bellikon, Rudolfstetten-Friedlisberg, Remetschwil, Zufikon, Oberwil-Lieli, Künten und Eggenwil. Und auch das Reussstädtchen Bremgarten ist mit dabei.

Der Turm wird die angrenzenden Bäume überragen.

Der Turm wird die angrenzenden Bäume überragen.

Bild: David Egger

Zürcher Gemeinden fehlen in der Sponsoren-Liste, die der Trägerverein Hasenbergturm auf seiner Website veröffentlicht hat. Allerdings gab es durchaus auch von der Zürcher Seite der Kantonsgrenze Gemeindegelder: So hatte der Gemeinderat Urdorf im Mai 2019 dem Trägerverein Hasenbergturm einen einmaligen Unterstützungsbeitrag in der Höhe von 1000 Franken in Aussicht gestellt, wie die Gemeinde Urdorf in einer Mitteilung schreibt.

Mit dem Altbergturm und dem Üetlibergturm gibt es auf der Zürcher Seite der Kantonsgrenze bereits heute schon schöne Aussichten in der Höhe.

Schon heute hat es ganz in der Nähe des künftigen Turms Bänkli und einen Brunnen.

Schon heute hat es ganz in der Nähe des künftigen Turms Bänkli und einen Brunnen.

Bild: David Egger

Die Aussichtsplattform auf dem Hasenberg wird 35 Meter über dem Boden zu liegen kommen. Der Turm selber befindet sich auf 714 Meter über Meer. Von den 17 Zentimeter hohen Treppenstufen wird es 212 Stück geben. Der Turm hat einen dreieckigen Grundriss; die Seiten des ­Dreiecks sind jeweils 12,3 Meter lang.

Auf diesem Bild ist rechts der alte Hasenberg-Turm zu sehen, der 1956 abgebrochen wurde.

Auf diesem Bild ist rechts der alte Hasenberg-Turm zu sehen, der 1956 abgebrochen wurde.

zvg

Vor über 100 Jahren stand auf dem Hasenberg schon ein mal ein Turm, dieser wurde ­allerdings 1956 abgebrochen. Wesentlich beständiger steht da die Hasenbergkapelle etwas weiter unten vom Turm. Sie wurde schon 1843 gebaut; ihre 1621 erstellte Vorgängerin war bis dann baufällig geworden.

Vor 400 Jahren hatten Heinrich Hüsser der Obere, Heinrich Hüsser der Untere und Kaspar Zimmermann von Widen eine dem heiligen Nikolaus von Myra geweihte Kapelle auf dem Hasenberg gestiftet. 18943 wurde sie durch die heute noch bestehende Kapelle zu Ehren des Heiligen Antonius von Eremita ersetzt.

Vor 400 Jahren hatten Heinrich Hüsser der Obere, Heinrich Hüsser der Untere und Kaspar Zimmermann von Widen eine dem heiligen Nikolaus von Myra geweihte Kapelle auf dem Hasenberg gestiftet. 18943 wurde sie durch die heute noch bestehende Kapelle zu Ehren des Heiligen Antonius von Eremita ersetzt.

David Egger / Limmattaler Zeitung

Für den kommenden Frühling ist überdies die Eröffnung des neuen Hasenberg-Restaurants Monardo geplant.

Wo früher das Restaurant Ryokan Hasenberg lockte, soll ab diesem Frühling das Restaurant Monardo Hasenberg Gäste empfangen. Eine entsprechende Ankündigung ist vor Ort bereits zu sehen.

Wo früher das Restaurant Ryokan Hasenberg lockte, soll ab diesem Frühling das Restaurant Monardo Hasenberg Gäste empfangen. Eine entsprechende Ankündigung ist vor Ort bereits zu sehen.

David Egger / Limmattaler Zeitung