Es schien, als wollte der Schiedsrichter doch noch einen Sieger sehen. Fünf Minuten liess er in der Partie zwischen dem FC Oetwil-Geroldswil II und dem FC Engstringen nachspielen.

Tatsächlich kam Engstringens Patrick Meier kurz vor Ablauf der Nachspielzeit noch zu etwas Ähnlichem wie einer Torchance: Der Stürmer wurde im gegnerischen Strafraum mit einem hohen Ball lanciert, sprang in die Höhe, doch er traf dabei Oetwil-Geroldswils Torhüter Dominique Brunner. Die Szene wurde abgepfiffen, das 0:0 war Tatsache in diesem ersten Limmattaler 3.-Liga-Derby der Saison.

Damit hatte mit Meier derjenige Spieler für den Schlusspunkt gesorgt, der sich im von viel Kampf und Krampf geprägten Spiel von allen Akteuren am meisten Chancen herausgespielt hatte – drei davon waren hochkarätig. Einmal köpfte er den Ball neben das Tor, ein anderes Mal scheiterte er mit einem Lupfer, den er etwas zu hoch angesetzt hatte. Beim dritten Mal brachte er den Ball zwar aufs Tor, doch Brunner hielt. Es war zum Verzweifeln für Meier und seine Engstringer Teamkollegen. «In manchen Szenen waren wir zu überhastet», sagte Engstringens Trainer Roger Balmer zu den vergebenen Chancen.

Auch Oetwil-Geroldswil kam zu seinen Gelegenheiten. Nach 20 Minuten hätte Kai Hummer die Hausherren in Führung schiessen können. Doch der Stürmer konnte Dominik Mohlers schönen Querpass im Strafraum nicht verwerten. Nach einer halben Stunde schoss Markus Imhof den Ball knapp am Engstringer Kasten vorbei. Es waren die besten Chancen für den Aufsteiger, der über die gesamte Partie gesehen weniger Spielanteile hatte.

Im Zweikampfverhalten zeigte sich Oetwil-Geroldswil allerdings ebenbürtig, das Unentschieden war kein ungerechtes Resultat. Trainer Michael Egger wertete es als Erfolg. «Wir nehmen den Punkt gerne mit», sagte er. Auch wenn er das Derby gerne gewonnen hätte. «Aber man muss bedenken, dass zwölf Spieler abwesend sind», sagte er. «Da fehlt natürlich die Substanz.» Für Eggers Team ist der Punkt nach der 0:9-Ohrfeige gegen die Blue Stars ein Schritt nach vorne. «Wir müssen aus diesem Spiel und unseren Fehlern lernenš», sagte er.

Engstringer Fehlstart

Während Egger also mit dem Punkt zufrieden war, konnte Balmer seine Enttäuschung nicht verbergen. «Wir hatten keinen Zugriff aufs Spiel und taten uns schwer, das Spiel zu gestalten», sagte er. «Da war kein Agieren, keine Aggressivität – bis auf die gelben Karten, die wir uns geholt haben.» Damit hat sich seine Mannschaft Strafpunkte eingehandelt wie schon zum Saisonstart bei der 2:4-Niederlage gegen YF Juventus II. «Das ärgert mich, dass wir solch unnötige Karten holen», sagte Balmer.

Auch der Blick auf die Tabelle dürfte ihn ärgern. Die Engstringer bleiben trotz gleicher Punktezahl und dem besseren Torverhältnis hinter Oetwil-Geroldswil auf dem drittletzten Platz wegen der Strafpunkte. «Das einzig Gute ist, dass wir zumindest einen Punkt geholt haben», sagte Balmer. «Aber sonst ist das ein Fehlstart.»