Fahrweid
Top 25 an der Schweizer Mathematik-Olympiade: Der 14-jährige Noah mag schlicht Funktionalgleichungen

Der Kantonsschüler gehört zu den 25 Mathematik-Nachwuchstalenten der Schweiz. Trotzdem bleibt er bescheiden.

Alex Rudolf
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Neben seiner Liebe zur Mathematik spielt der 14-jährige Noah Sassan auch Blockflöte und Klavier. aru

Neben seiner Liebe zur Mathematik spielt der 14-jährige Noah Sassan auch Blockflöte und Klavier. aru

Alex Rudolf

Noah Sassan könnte mit seinen schulischen Leistungen angeben. Doch dazu ist er zu bescheiden. Bei der Schweizer Mathematik-Olympiade landete der 14-jährige Fahrweider unter den besten 25 Teilnehmern.

Darüber hinaus hat er bereits zwei Schulklassen übersprungen und besucht derzeit mit lauter 16- bis 17-Jährigen die vierte Gymnasialklasse der Kantonsschule Limmattal in Urdorf. Ob er an der Olympiade den Sprung unter die Top 3 schafft, welche die Schweiz an internationalen Wettbewerben vertreten dürfen, stellt sich am Samstagnachmittag an einer Zeremonie an der ETH Zürich heraus.

Noah wurde hier in der Schweiz als Sohn einer Deutschen und eines Iraners geboren, unterhält sich aber ausschliesslich in Hochdeutsch. Der Wechsel hin zu Mundart habe sich bisher noch nicht ergeben. «Mich stört es nicht, dass ich anders klinge als die anderen», sagt er. Und sein Umfeld störe sich ebenso wenig daran.

Mit seinem jungen Alter ist er aber bereits ein alter Hase in Sachen Mathematik-Wettbewerbe. So nahm er bereits in der Primarschule an sogenannten Känguru-Tests teil, die ihm den Zugang zu verschiedenen Lagern mit deutschsprachigen Mathe-Aficionados sicherten. Dadurch kam er darauf, wie rund 120 andere Mittelschüler auch, am Wettbewerb des Verbands Schweizer Wissenschafts-Olympiaden teilzunehmen.

Laut Angaben des Verbands liegen die gestellten Aufgaben, die ebenfalls im Rahmen eines Lagers gelöst wurden, auf dem Niveau von jenen, die im ersten oder zweiten Semester eines universitären Mathematikstudiums behandelt werden.

Er erhält Zusatzaufgaben

Im gymnasialen Mathematikunterricht, wo manche seiner Schulkameraden ganz schön ins Schwitzen kommen, fühlt sich Sassan trotz seines grossen Talents pudelwohl. «Doch gibt mir die Lehrerin zusätzliche Skripte ab», sagt er. Er erhalte also eine zusätzliche Förderung. Was gefällt ihm besonders an dem Fach, das andere teils vor grosse Herausforderungen stellt? «Ich mag Funktionalgleichungen, weil man bei diesen etwas sehr Simples vorfindet, aus dem dank diverser Tricks viel herausgeholt werden kann», sagt Noah. Er kann sich nicht daran erinnern, das Schulsemester jemals nicht mit der Bestnote in Mathematik abgeschlossen zu haben. «In der Unterstufe kann das mal passiert sein. Sicher bin ich mir jedoch nicht.»

Wer sich nun denkt, dass Noah von morgens bis abends für die Schule büffelt, der irrt. Neben seiner Mitgliedschaft bei den Zürcher Sängerknaben spielt er auch Blockflöte und Piano. Wegen Koordinationsproblemen mit seinem aktuellen Stundenplan liegt sein sportlicher Ausgleich – Jiu Jitsu – derzeit auf Eis.

Zukunft sieht er in der Luft

Was er nach dem Sommer 2018 – dann wird er das Maturitätszeugnis in den Händen halten – mit seinem Leben tun wird, weiss er noch nicht genau. «Vorstellen kann ich mir natürlich ein Studium im Bereich Mathematik oder etwas mit Aviatik», so Sassan.

Zuversichtlich, dass er es heute Nachmittag unter die besten drei der Mathematik-Olympiade schafft, ist Sassan jedoch nicht. «Ich weiss bereits von einem Flüchtigkeitsfehler, der mir bei einer Aufgabe passiert ist», sagt er und verweist darauf, dass es sich dabei um eine aufbauende Aufgabe handelte, die dann am Schluss nicht aufgegangen sei.