In Cindy Kubiatowicz (ehemals Moser) Trophäenschrank befinden sich bereits einige Errungenschaften. 2010 wurde sie Weltmeisterin mit der Schweizer Nationalmannschaft, 2012 Vizeweltmeisterin im Einzel und seit 2012 jährlich Schweizer Meisterin im Einzel. Den jüngsten Erfolg verzeichnete die Dietiker Tischfussballerin vergangenes Wochenende an der Weltmeisterschaft in Wien mit dem Weltmeistertitel im Damen-Doppel und dem Vize-Weltmeistertitel im Einzel.

Frau Kubiatowicz, wie viel bedeutet Ihnen dieser Sieg?

Natürlich ist jeder Sieg wichtig für mich. Aber die Weltmeisterschaft in Wien fand auf dem Garlando-Tisch, einem der fünf international anerkannten Tischen, statt. Dieser Tisch ist mein Heimtisch, deshalb bedeutet mir dieser Sieg umso mehr.

Wie haben Sie sich auf die WM vorbereitet?

Für eine intensive Vorbereitung hatte ich nicht wirklich Zeit, da ich viel arbeiten musste. Ich habe einfach immer wieder mal für mich zuhause gespielt, auch wenn es nur für 10 Minuten war. Bei vergangenen Turnieren konnte ich mich länger einspielen. Ich bin aber sehr zufrieden, schliesslich ist die Weltmeisterschaft gut gelaufen.

Macht es nicht mehr Sinn, mit einem Gegner zu trainieren?

Nicht unbedingt. Mit einem Gegner erlebt man immer wieder verschiedene Situationen. Da ich praktisch schon alle Situationen kenne, macht das nicht mehr so viel Sinn. Das Training alleine finde ich am effektivsten. Ich übe dann einfach meine Pässe und das Schiessen. Dabei handelt es sich oft um Millimeterarbeit. Wichtig ist dabei, dass ich mich in eine Situation versetze, in der ich kämpfen muss, ich simuliere sozusagen einen Ernstkampf – ich muss das Gefühl haben, es handle sich um einen entscheidenden Moment.

Wie sieht ein Turnier-Tag aus?

Die Turniere sind sehr anstrengend, da unglaublich viel gespielt wird. Nach der Vorrunde spielen die Teilnehmer in einem Best-of-Five um den Sieg. Wer zuerst drei Spiele gewinnt ist weiter. Im Schnitt dauert eine solche Begegnung 40 Minuten. Aber auch Partien von eineinhalb Stunden Dauer sind keine Seltenheit. Klar, zwischendurch gibt es schon Pausen, in denen man etwas essen kann. Aber man muss trotzdem immer präsent sein, denn man weiss nie, wann man das nächste Mal antreten muss. Am zweiten Tag der Garlando-WM begannen die Spiele um 9.30 Uhr und endeten um 1 Uhr in der Nacht. Nach den Turnieren bin ich immer fix und fertig.

Trotz Vollzeitjob im Kundendiesnt eines Grossverteilers reisen Sie immer wieder für diese anstrengenden Turniere ins Ausland. Weshalb fasziniert Sie Tischfussball so sehr?

Es ist immer motivierend und schön, wenn man etwas erreicht. Tischfussball lebt von der Dynamik, den Reflexen. Ich muss meine linke und rechte Hand gleichzeitig benutzen. Durch die Action beim Spielen fühle ich mich einfach lebendig. Tischfussball wirkt sich positiv auf mein Leben aus.

Welche Turniere stehen als nächstes an?

Die nächste Weltmeisterschaft findet im September in Berlin auf Leonard-Tischen statt. Zurzeit kläre ich noch ab, ob ich teilnehmen kann, bin aber ziemlich zuversichtlich, dass das klappt. Im Oktober nehme ich dann an der Deutschen Meisterschaft in Bonn teil.