Der über 50-jährige Servicemitarbeiter aus Oberengstringen kann es einfach nicht lassen. Obwohl ihm das Strassenverkehrsamt den Führerausweis bereits im Juni 2006 auf unbestimmte Zeit entzogen hat, fährt er immer wieder mit seinem Klein-Motorfahrrad herum. Das Bezirksgericht Zürich sprach nun von einem nicht mehr leichten Verschulden, da der Verkehrssünder von Oberengstringen aus wiederholt in die Zürcher City gefahren sei und dabei jeweils eine erhebliche und längere Fahrstrecke auf sich genommen habe. Wiederholt in angetrunkenem Zustand.

Mit zwei Promille Alkohol zwei Rotlichter missachtet

Die Hauptvorwürfe der aktuellen Anklageschrift gingen auf den 6. August 2014 zurück. Damals stieg der Beschuldigte nach einer ausgiebigen Beizentour in der Zürcher City auf sein „Töffli“ und wollte kurz vor Mitternacht nach Oberengstringen gelangen. Dabei fuhr er durch den Seilergraben in Richtung Central und missachtete gleich nacheinander an zwei gefährlichen Kreuzungen zwei Rotlichter. Worauf die Polizei den Verkehrssünder aus dem Verkehr zog und eine Blutprobe anordnete. Mit einem ernüchternden Ergebnis. So hatte der Limmattaler rund zwei Promille Alkohol im Blut.

Grosse Uneinsichtigkeit

Das Gericht sprach bei der Urteilseröffnung von einer grossen Uneinsichtigkeit des am Prozess unentschuldigt abwesenden Beschuldigten. Kein Wunder: So schlugen mehrere einschlägige Vorstrafen zu Buche. Die letzte Sanktion infolge einer Blaufahrt datierte vom November 2013. Zudem hat der „Töffli-Fahrer“ noch während der laufenden Strafuntersuchung erneut delinquiert. So wurde er am 3. Oktober 2014 von der Polizei schon wieder auf seinem Motorfahrrad erwischt. Diesmal auf dem Weg von Zürich-Nord nach Oberengstringen.

Täter soll 3000 Franken zahlen

Das Gericht eröffnete seinen Entscheid in Abwesenheit des Beschuldigten. Es verurteilte ihn wegen Fahrens in fahrunfähigem Zustand, mehrfachen Fahrens ohne Berechtigung sowie mehrfacher Verletzung von Verkehrsregeln zu einer unbedingten Geldstrafe von 270 Tagessätzen zu zehn Franken. Zu den 2 700 Franken kommt eine Busse von 300 Franken hinzu. Die insgesamt 3000 Franken soll der allein erziehende Vater bezahlen. Im Gegensatz zu den Verfahrenskosten, die das Gericht aufgrund der prekären finanziellen Verhältnisse des Rückfalltäters abschrieb. Die Einzelrichterin verzichtete auch auf eine Weisung. Die zuständige Staatsanwältin hatte verlangt, dass der Beschuldigte ein Lernprogramm für alkoholauffällige Verkehrsteilnehmer absolvieren sollte. Ohne Erfolg, da das Gericht dem offensichtlich unverbesserlichen Limmattaler die Eignung für ein solches Programm grundsätzlich absprach. Sollte er sich allerdings erneut erwischen lassen, droht ihm das nächste Mal eine Freiheitsstrafe.