«Räumungsverkauf» steht gross auf zwei rot-weissen Plakaten an der Fensterfront beim Töffgeschäft Valten im Dietiker Zentrum. «Alles muss raus», heisst es weiter. Denn Ende August wird der Motoport Valten, der sich einst am Dreispitz befunden hatte und seit 1997 an der Merkurstrasse zuhause ist, geschlossen. «Wir danken allen Kunden und Geschäftspartnern für die langjährige Treue und gute Zusammenarbeit», heisst es auf der Internetseite. «Es war eine wunderschöne Zeit mit Euch allen.»


Schon wieder müsse ein Geschäft im Zentrum schliessen, bedauern Dietikerinnen und Dietiker auf Facebook. Dass er seinen Laden dichtmachen muss, schmerzt auch Inhaber Björn Valten. «Das Geschäft war eine Herzensangelegenheit», sagt der 48-Jährige, der eigentlich mit einer KV-Lehre im Büro angefangen hatte, dann aber über sein Hobby Töfffahren die Branche wechselte. Aber auch eine Herzensangelegenheit müsse sich am Ende halt rechnen, sagt Valten weiter. Die Margen seien seit Jahren kleiner geworden, die Miete sei gleich hoch geblieben. Deshalb sei er bereits seit längerem am Kalkulieren und Rechnen.


Die Mieten im Limmattal seien oft zu hoch
Eine Alternative wäre gewesen, in ein günstigeres Ladenlokal zu wechseln. Doch die Suche nach einem geeigneten Standort blieb erfolglos. Die Mieten seien im Limmattal für einen kleinen Betrieb wie den seinen doch überall ähnlich hoch – und damit oft zu hoch, sagt Valten. «Und das, obwohl viele Ladenflächen über mehrere Monate leer stehen.»
Nun stünde bei ihm ein teurer Innenumbau an, um die Vorgaben eines Töfflieferanten einhalten zu können, führt Valten weiter aus. «Es handelt sich deshalb jetzt um einen unternehmerischen Entscheid», sagt Valten. Er ziehe lieber einen sauberen Schlussstrich, als dass er über Jahre dahinlaviere.


Die Limmattalbahn war, anders als einige Dietiker auf Facebook vermuten, kein Grund für die Schliessung, sagt der Töfffan. Wäre die Merkurstrasse, wie anfänglich angedacht, zur reinen Fussgängerzone geworden, wäre es natürlich eng geworden, meint Valten. «Ich habe weniger Laufkundschaft als Fahrkundschaft», sagt er schmunzelnd. Aber die grosse Bauerei für die Stadtbahn hätte seinem Geschäft allenfalls gar geholfen. «Angesichts der vielen Baustellen hätten sich ein paar Einheimische vielleicht einen Roller gekauft, um besser durch die Stadt zu kommen», sagt Valten, der oft die optimistische Seite einer Sache sieht.


Für die Lehrlinge ist eine Anschlusslösung gefunden
Aus diesem Grund blickt er ruhig in die Zukunft: «Es wird zwar nicht einfach, ich war jetzt immer selbstständiger Unternehmer, nun muss ich mich plötzlich bewerben.» Als Optimist ist er aber überzeugt, dass irgendwo «ein Türli» aufgeht. Wichtiger sei derzeit, dass sein Mitarbeiter eine Stelle finde. Und positiv sei, dass auch bereits für seine beiden Lehrlinge eine Anschlusslösung gefunden werden konnte. Bis Ende August ist nun der Motoport Valten noch geöffnet. Danach bleibt ein Monat Zeit, um alles, was bis dahin nicht weggegangen ist, wegzuschaffen sowie die Werkstatt und den Shop aufzuräumen.