Hunde Vergiftung
Tod dreier Hunde in Höngg bleibt ungeklärt

Die Universität Zürich konnte ebenfalls keinen eindeutigen Zusammenhang zwischen Traubentrester und dem Tod dreier Hunde in Höngg finden.

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Keystone

Drei Hunde starben an einer Vergiftung, nachdem sie im letzten Februar auf dem Hönggerberg Gassi geführt worden waren. Insgesamt wurden sieben Tiere mit Vergiftungserscheinungen gemeldet. Die Vorfälle wurden zu Beginn einem Hundehasser zugeschrieben.

Dann aber konzentrierte sich der Verdacht der Polizei auf Traubentrester, der vom städtischen Gutsbetrieb Juchhof auf den nahen Feldern ausgebracht worden war. Traubentrester kann bei Hunden zu Nierenversagen führen. Das Institut für Veterinärpharmakologie und -toxikologie der Universität Zürich hat im Auftrag der Stadt Zürich geprüft, ob die Hunde durch Traubentrester vergiftet worden waren.

Wie die Stadt heute mitteilt, konnte die Untersuchung der Uni Zürich keinen eindeutigen Zusammenhang zwischen dem Trester und den Hundevergiftungen herstellen. Ursache für deren Tod hätte auch Frostschutzmittel sein können, heisst es in der Mitteilung. Die Stadt Zürich stuft das Vergiftungsrisiko aufgrund der Analyse als «gering» ein. Deshalb will sie auf das Ausbringen von Traubentrester als wertvollen Naturdünger nicht verzichten.

Dennoch wird gehandelt. Der städtische Juchhof wird die Tresterabfälle künftig in der Biogasanlage vergären oder kompostieren, bevor sie auf die Felder gebracht werden. Durch die Abbauprozesse verringere sich das Vergiftungsrisiko für Hunde massiv. Dieses Vorgehen empfiehlt die Stadt Zürich auch den anderen Weinbauern und Tresterproduzenten der Region. Schliesslich weist die Stadt auch darauf hin, dass Hundehalter dafür verantwortlich seien, was ihre Tiere auf den Feldern fressen würden.

Bei der Auswertung von Proben durch den Wissenschaftlichen Dienst der Stadtpolizei Zürich wurden Anfang Jahr ebenfalls keine giftigen Stoffe nachgewiesen. Auch die Autopsie der verendeten Tiere durch das Berner Tierspital brachte «keine eindeutigen Befunde» an den Tag.

Doch zeigte sich, dass die drei untersuchten Hunde tatsächlich an Nierenproblemen gestorben sind, ein Zusammenhang zwischen dem Trester und dem Tod der Zürcher Hunde also bestehen könnte. Daraufhin wollte es die Stadt Zürich genauer wissen, und hat das Institut für Veterinärpharmakologie und -toxikologie der Uni Zürich mit den Vergiftungsfällen betraut. (jk)