Zürich

Titellied für die Leichtathletik-EM: Maurys Bässe begleiten 1200 Athleten

«Die Goldmedaille zu küssen ist für den Sportler das, was für den Musiker das Ablichten mit einer Gold- oder Platinauszeichnung ist.»

Maurizio Pozzi Musikproduzent und Songwriter aus Geroldswil

«Die Goldmedaille zu küssen ist für den Sportler das, was für den Musiker das Ablichten mit einer Gold- oder Platinauszeichnung ist.»

Der Geroldswiler Musikproduzent Maurizio Pozzi alias Maury hat mit seinem neuen Song «Nothing's gonna stop me» ein Hit gelandet. Der Song wurde zum Titellied für die Leichtathletik-EM in Zürich erkoren.

Rund 1400 Athleten nehmen vom 12. bis 17. August an den Leichtathletik-EM im Zürcher Letzigrund teil. Es treffen Sportler aus 50 Nationen aufeinander. So bunt und vielfältig diese Konstellation auch sein mag, eines wird sie alle verbinden: Die Nervosität kurz vor dem Startschuss.

Und genau diese Minuten und Sekunden an der Startlinie waren für den Geroldswiler Musikproduzenten Maurizio Pozzi alias Maury Inspiration für seinen neuen Titel «Nothing’s gonna stop me». Der Song wurde zum offiziellen Titellied der Leichtathletik-EM erkoren. «Im Moment, kurz bevor es losgeht, hältst du den Sprung-Stab, Diskus oder Speer in den Händen, schliesst du deine Augen, gehst in dich und sagst dir: Jetzt werde ich alles geben, was ich habe», so Maury. Der Song verkörpere alles, was ein Lied für diesen faszinierenden Sportevent brauche. «Er hat Energie und Schnelligkeit und trägt diese grossen, emotionalen Bilder in sich, die mit dem Moment der Wahrheit eines jeden Sportlers verbunden sind.»

Rockiger als der Hit «Ma Chérie»

Maury, der sein Studio in Geroldswil hat, ist bekannt als Songwriter und Produzent für Grössen wie DJ Antoine, Remady & Manu-L oder Mr.Da-Nos. Für den EM-Titelsong arbeitete der Musiker erstmals mit einem neuen Team zusammen.

«Ende Juni landete ein starkes Demo aus dem ‹Rebel-Inc.›-Studio von Philippe Merk und Sebastian Bürgin bei mir auf dem Tisch», sagt Maury. Was noch fehlte, war die passende Stimme dazu und der letzte Schliff am Stück. Der Geroldswiler liess sich nicht lange bitten und machte sich noch in derselben Nacht ans Werk und sang gleich selbst.

Maurys Stimme klingt in «Nothing’s gonna stop me» absichtlich rockiger als bei seinem Nummer-eins-Hit «Ma Chérie». Es sei eine seiner Stärken, dass er mit seiner Stimmfarbe variieren könne, so der Musiker. Mit dem Endergebnis sind Maury und seine Kollegen sehr zufrieden. Phillip Merk und Sebastian Bürgin hätten ihm fast blind vertraut, was sein Eingreifen in den Song betraf. Das habe zu einer angenehmen Arbeitsstimmung beigetragen, selbst wenn es einmal stressig gewesen sei. «Wir sind ein Dream-Team.»

Dass sich Maury eines Titels für einen Sportevent angenommen hat, kommt nicht von ungefähr: «Ich liebe Sport und den Wettkampf. Nebst Jogging und Krafttraining ohne Geräte spiele ich mit Leidenschaft Tennis.»

Dort brauche man Ausdauer, Schnelligkeit, Taktik und mentale Stärke, um zu gewinnen. Die gleichen Voraussetzungen also, die auch die EM-Teilnehmenden in Zürich mitbringen müssten. «Ich könnte nicht ohne Sport sein. Für mich ist es der beste Ausgleich zu meiner Arbeit im Studio, die ich grösstenteils sitzend und am Bildschirm verbringe», so Maury.

Sowohl im Sport als auch in der Musik stehe die Passion im Vordergrund. «Egal wie viel es von dir abverlangt: Du tust es aus Freude und Liebe an der Sache und wirst dadurch immer besser», sagt Maury.

Trotz Zweifel, Niederlagen und Rückschlägen glaube man immer daran, einmal ganz oben zu stehen. Die Goldmedaille zu küssen sei für den Sportler das, was für den Musiker das Ablichten mit einer Gold- oder Platinauszeichnung sei.

Maurys Song wird als Trailer rund um die Sportsendungen eingesetzt. Er hofft aber auch, dass ihn die Radiosender aufgreifen und spielen. Den Grossevent, bei dem jeden Tag 25 000 Zuschauer erwartet werden, will er live als Zuschauer mitverfolgen.

Wenn es klappt, wird ihn sein neunjähriger Sohn und Sportsfreund Noah begleiten. Die Stimmung und Spannung im Stadion müsse faszinierend sein, das will er sich nicht entgehen lassen.

Eine Songprobe können Sie hier hören

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