Limmattal
Tischtennis-Verband droht mit Massnahmen

Sollte der wegen sexueller Übergriffe auf eine 13-Jährige verurteilte Tischtennis-Trainer aus dem Limmattal weiterhin im Jugendbereich beschäftigt werden, wird der Klub sanktioniert.

Bettina Hamilton-IRvine
Merken
Drucken
Teilen
Der Tischtennis-Lehrer darf nicht mehr mit Jugendlichen arbeiten. (Foto: Keystone)

Der Tischtennis-Lehrer darf nicht mehr mit Jugendlichen arbeiten. (Foto: Keystone)

Limmattaler Zeitung

Der am Montag aufgrund sexueller Übergriffe verurteilte Limmattaler Tischtennislehrer darf «auf gar keinen Fall» mehr Jugendliche unterrichten. Dies sagt Susanne Gries, Geschäftsführerin des Zentralverbands Swiss Table Tennis, auf Anfrage.

«Für uns ist ganz klar, dass ein verurteilter Sexualstraftäter nicht mehr im Jugendbereich tätig sein darf», so Gries. Dem Tischtennisklub Dietikon-Weiningen, bei dem der verurteilte Trainer angestellt ist,
habe man dies bereits mitgeteilt. «Hält sich der Klub nicht daran, werden wir entsprechende Massnahmen ergreifen», sagt die Geschäftsführerin.

Sollte der Tischtennisklub den Mann weiterhin im Jugendbereich beschäftigen, so habe man die Möglichkeit, einen Verweis oder eine Verwarnung auszusprechen oder eine Busse zu verhängen, erklärt Gries. «Im schlimmsten Fall könnte es sogar zu einem Ausschluss aus dem Zentralverband kommen.»

«Schwerer Schaden»

Begründet wird diese Haltung mit einer in den Statuten des Verbands festgehaltenen Regelung. Darin heisse es klar, so Gries, dass ein Klub sanktioniert oder ausgeschlossen werden könne, falls er dem Ansehen des Verbands oder des Tischtennissports «schweren Schaden» zufüge. «Dies ist unserer Meinung nach der Fall, wenn ein verurteilter Sexualstraftäter weiter im Jugendbereich beschäftigt wird», sagt Gries.

Auch beim Bundesamt für Sport hat man bereits Kenntnis vom Fall des Limmattaler Trainers, wie Mediensprecher Christoph Lauener sagt. «Seine Berechtigung als Jugend-und-Sport-Leiter ist zurzeit sistiert», so Lauener. Dass der Tischtennislehrer weiterhin von seinem Klub angestellt werde oder in irgendeiner Form weiterhin unterrichte, könne das Bundesamt für Sport zwar nicht verbieten. Doch: «Er darf vorläufig nicht mehr unter dem Label Jugend und Sport unterrichten.» Ein Brief mit dieser Information sollte in diesen Tagen beim Tischtennislehrer ankommen. Dieser habe in dieser Angelegenheit nun Anspruch auf rechtliches Gehör. «Danach wird das Bundesamt für Sport unter Berücksichtigung aller Umstände einen Entscheid treffen», sagt Lauener.

Der Limmattaler Tischtennislehrer war am Montag vom Bezirksgericht Dietikon zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 15 Monaten verurteilt worden (az Limmattaler Zeitung vom 16. August). Er hatte ein umfassendes Geständnis abgelegt, in dem er alle Anklagepunkte zugab.

Regelmässige Übergriffe

Demnach hatte der 46-jährige Mann während eineinhalb Jahren regelmässige sexuelle Übergriffe auf eine 13-jährige Schülerin verübt. Er hatte das Mädchen einerseits auf Heimfahrten belästigt, indem er ihr in den Intimbereich griff und andererseits nachweislich auch Nacktfotos von ihr erstellt. Der Präsident des Tischtennisklubs sagte am Mittwoch auf Anfrage, der Mann werde «keinen Unterricht im Rahmen von Jugend und Sport» mehr geben.