Birmensdrof
Timon Abegglen will in 15 Stunden 6700 Höhenmeter bewältigen

Am Eiger Ultra Trail hat Timon Abegglen 28 Stunden Zeit, 101 Kilometer und 6700 Höhenmeter hinter sich zu bringen. Der 30-Jährige will den Lauf in der Hälfte der Zeit schaffen.

Julia Fischhaber
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Der Extremsportler Timon Abegglen auf dem Üetliberg. (Matthias Marx)

Der Extremsportler Timon Abegglen auf dem Üetliberg. (Matthias Marx)

Für jemanden, der sich höchstens der Fitness zuliebe zum Joggen zwingt, klingt alleine schon das Wort «Ultramarathon» nach einer Tortur. Für Timon Abegglen aber ist das Laufen grosser Distanzen ein Lifestyle. Obwohl der 30-Jährige berufstätig ist, trainiert er bis zu drei Mal täglich und legt dabei nicht selten 60 bis 70 Kilometer zurück. Strecken, die zwingend nötig sind, um sein Ziel zu verfolgen.

Der Eiger Ultra Trail

Der Eiger Ultra Trail im Berner Oberland (Foto) wird dieses Jahr zum ersten Mal durchgeführt. Doch bereits erfreut er sich grosser Beliebtheit: Insgesamt haben sich über 1100 Läufer aus 27 Ländern für die drei Routen angemeldet. Die Etappenorte umfassen die Grosse Scheidegg, First, Berghotel Faulhorn, Schynige Platte, Wengen, Männlichen, Kleine Scheidegg und die Traverse unter der Eiger Nordwand. Läufer können dabei aus drei Routen auswählen: Die Strecke E101, die heute auch Timon Abegglen laufen wird, ist die härteste: Sie führt auf 101 Kilometern über 6700 Höhenmeter. Auf dem E51 werden 51 Kilometer und 3100 Höhenmeter zurückgelegt. Beim E16, der durch Wald, Wiesen und kleine Schluchten führt, überwinden Läufer auf einer «Schnupperdistanz» noch 960 Höhenmeter. Die Routen verlaufen entlang bestehenden Wanderwegen und bieten den Läufern während der Anstrengung ein einmaliges Alpenpanorama. Der Extrembergsteiger Ueli Steck konnte als Eiger Ultra Trail-Botschafter verpflichtet werden. (sru)

Mit dem Eiger Ultra Trail startet heute seine Serie von drei Läufen innert drei Wochen. Dabei will er ganze 380 Kilometer zurücklegen. Eine körperliche Höchstbelastung, die ein gezieltes Training verlangt. «Bei diesen Konditionen ist es wichtig, nicht auf Geschwindigkeit zu setzen, sondern auf eine hohe Gesamtbelastung. Deshalb trainiere ich auch die effiziente Regeneration zwischen den Läufen», erklärt der Birmensdorfer seine Strategie.

Mentale Stärke als Erfolgsrezept

Trotz Regeneration macht sich das intensive Training so kurz vor den Wettkämpfen auch bei Abegglen bemerkbar. Seine Beine werden schwer, die Füsse schmerzen. Dabei sei vieles reine Kopfsache. «Nach solch intensiven Trainingseinheiten bildet man sich gerne Weh-Wehchen ein», gibt der Langstreckenläufer zu. «Auf so langen Strecken gibt es immer Momente, an denen du am liebsten aufgeben würdest. Dann zählt nur noch die mentale Stärke. Mir hilft das Aufsagen meines Lieblingsmottos: Nach jedem Tief kommt ein Hoch.» Noch viel wichtiger als die körperliche Fitness sei beim Ultramarathon die mentale Stärke, davon ist der 30-Jährige überzeugt.

Ultramarathon am Eiger

Dass er diese besitzt, will er dieses Wochenende am ersten Eiger Ultra Trail beweisen. Acht Etappen und 6700 Höhenmeter, verteilt auf eine Strecke von 101 Kilometern, stehen Abegglen bevor. 28 Stunden Zeit hat man, diese Strecke zurückzulegen - Abegglen will es in der Hälfte der Zeit schaffen. «Der Lauf ist witterungsabhängig, und da es der erste Eiger Ultra Trail ist, habe ich keine Referenzgrösse. Mein Ziel ist es dennoch, zu den besten zehn Prozent zu gehören.»

Ob Abegglen sein Ziel erreicht und ob sein Motto auch dieses Mal Wunder wirkt, lesen Sie am Montag im Interview in der «az Limmattaler Zeitung».