Der Preisunterschied liegt lediglich bei 2 Franken, doch geht es wohl auch ein wenig ums Prinzip. In seiner Interpellation, die an der Gemeinderatssitzung von vergangenem Montag beantwortet wurde, erkundigte sich EVP-Gemeinderat Erwin Scherrer nach den Preisen für die Gemeinde-GA-Tageskarten. Mit diesen kann der öffentliche Verkehr in der Schweiz einen Tag lang genutzt werden. Er bemerkt, dass sich der Preis per Anfang 2018 von 40 Franken auf 45 beziehungsweise 47 Franken verteuert hatte. Ersterer gilt bei elektronischer Bestellung, letzterer beim Kauf am Schalter. «Der Preis muss doch derselbe sein, unabhängig davon, wo bezahlt wird», sagte Scherrer. Daher fragte er, ob der Stadtrat dazu bereit wäre, den Preis für alle auf 45 Franken festzusetzen. Wird die Karte bei den SBB erworben, kostet sie 75 Franken.

«Tatsächlich scheint es auf den ersten Blick seltsam, wenn dasselbe Produkt zwei verschiedene Preise aufweist», sagte Sicherheitsvorstand Pascal Leuchtmann (SP) in seiner mündlichen Antwort. Es mache wohl zudem stutzig, dass bei der elektronischen, günstigeren Bestellung eine Zustellung per A-Post inbegriffen sei.

Die Erklärung ist simpel: Der Stadtrat will die Wartezeiten am Schalter im Stadthaus so gering wie möglich halten. «Dies gelingt einerseits mit genügend Personal und andererseits mit der Verschiebung gewisser Schaltergeschäfte ins Internet», so Leuchtmann. Die Anzahl Personen, die den Schalter aufgesucht haben, sei von 34 800 im Jahr 2013 auf 36 600 im Jahr 2017 angewachsen. «Diesem Trend will die Stadt Einhalt gebieten», so Leuchtmann. So sei es auch in der im vergangenen Jahr erlassenen Gebührenverordnung vorgesehen. In dieser seien durch die Verschiebung ins Internet bedingte Preisunterschiede von bis zu 20 Prozent möglich. «Daher: Nein, die GA-Tageskarten-Preise vom städtischen Schalter werden nicht nach unten angepasst», so Leuchtmann.

Wo findet Identifikation statt?

Heidemarie Busch (CVP) verwies in ihrem Votum darauf, dass die Bestellung im Internet nicht über jeden Zweifel erhaben sei. «So kann ich eine elektronisch bestellte Karte weitergeben, während ich mich am Schalter identifizieren muss», sagte sie.

Auch Rixhil Agusi (SP) hatte diesen Preisunterschied bemerkt, als sie vor wenigen Wochen selber eine dieser Karten bezog. Sie habe sich entschieden, die Tickets online zu bestellen, in der Annahme, dass sie das Ticket via E-Mail in Form eines QR-Codes erhalten werde. Stattdessen habe sie bereits am nächsten Tag Post erhalten mit den Papiertickets. «Da muss man sich die Frage stellen, wo der Aufwand wirklich grösser ist», fragte sie rhetorisch. So müsse schliesslich auch ein solcher Brief bearbeitet und versandt werden. «Mit dieser Methode werden die Kosten nach oben getrieben. Für die am Schalter abgeholten Tickets braucht es weder ein Couvert noch eine A-Post-Briefmarke», so Agusi. Für die Handhabe hätte sie eher Verständnis, wenn die Tickets als Strichcode per Mail versandt würden, aber so ergebe es keinen Sinn. «Ich bin mit Erwin Scherrer einverstanden, dass die Tickets gleich viel kosten sollten», sagte sie.

Interpellant Scherrer verwies in seinem abschliessenden Votum darauf, dass den Schweizern die Banknote sehr wichtig sei und die elektronische Bezahlung hier nun mal nicht den Stellenwert habe wie etwa in Skandinavien. Das sollte man respektieren.