In der vordersten Reihe der neuen reformierten Kirche sassen vorwiegend die zahlreichen Kinder und lauschten gespannt dem Moderator Georg Köhler zu. Er führte ein in die musikalische Welt der Hexen, Magier, Wichte und Zaubertränke. «Magic in Music» hiess am Sonntagabend denn auch das Motto des diesjährigen Familienkonzerts des Collegium Musicum Urdorf. Und wie könnte es anders sein, mussten doch die Kinder unter anderem die berühmte «Harry Potter»-Titelmelodie erraten.
Der Engländer Kerem Hasan leitete das Livekonzert mit zauberhaften Orchesterklängen. Zu den Höhepunkten gehörte die wunderschöne Arie «Dies Bildnis ist bezaubernd schön» aus Mozarts «Zauberflöte» sowie das Lied «Una Furtiva Lagrima» aus «L’elisir d’amore» von Gaetano Donizetti. Stimmgewaltig sang der slowenische Tenor Aljaz Vesel die beiden bekannten Werke. Dann tickte «Die Uhr» und es gackerte das Huhn «La Poule» aus zwei Haydn-Sinfonien.

Dann tauchte die Märchengestalt «Baba Yaga» aus der slawischen Mythologie auf, die der Komponist Modest Mussorgsky in seinem gewaltigen Werk «Bilder einer Ausstellung» meisterhaft vertonte. Der krönende Abschluss führte die Besucher in den hohen Norden: zu Eduard Grieg und seiner «Peer Gynt Suite». «Morgenstimmung», «In der Halle des Bergkönigs» und «Anitras Tanz» gehören wohl zu den schönsten Stücken der nordischen Musik, die das Collegium Musicum Urdorf einfühlsam und mystisch interpretierte.

Magie in allen Variationen

Anschliessend an das Konzert eroberten die Kinder das Podest. Dort durften sie mit den Musikerinnen und Musikern die einzelnen Instrumente ausprobieren. Geduldig zeigte der Geiger Silvan Meier einem kleinen Mädchen, wie es den Bogen richtig führen soll. Xenia Burkard führte ein Mädchen ins Cellospiel ein. Begehrt waren auch die Schlaginstrumente und das Klavier. Und der Flötist Max Oberholzer musste viel Nachsicht zeigen, denn einen richtigen Ton aus einer Querflöte hervorzulocken, ist gar nicht so einfach.

Die beiden Mädchen Chiara und Sarah aus Aesch sagten bei der Instrumentenvorführung: «Uns haben eigentlich alle Stücke gefallen. Vor allem der Sänger hat uns mit seiner kräftigen Stimme beeindruckt.» Vielleicht, sagten sie, werden sie einmal in Birmensdorf ein Instrument erlernen.

Regula Obrecht, die zum ersten Mal beim Collegium Musicum Urdorf das Cello spielte, sagte nach dem Konzert: «Mir hat das Thema Magie ausgezeichnet gefallen, weil wir es von ganz verschiedenen Seiten kennenlernen konnten.» Sie erwähnte dabei die Magie der Liebe, die Magie des Zauberjungen Harry Potter, die Magie der Hexe Baba sowie die nordische Magie. «Ich empfand es als wunderschön, in diesem semi-professionellen Orchester mitspielen zu dürfen», so die Musikerin aus Arni. (mu)