Dietikon
Thomas Hoffmann aus Unterengstringen ehrt seine Mutter musikalisch

Mit melancholischen Geschichten aus dem Leben verzaubert der Unterengstringer Thomas Hoffmann sein Publikum im Stadtkeller.

Yannick Gisler
Merken
Drucken
Teilen
Thomas Hoffmann (rechts) und Ken Ebizuka im Stadtkeller.

Thomas Hoffmann (rechts) und Ken Ebizuka im Stadtkeller.

Yannick Gisler

Beide akustische Gitarren leiten das Konzert ein. Kein Wort. Nur der Klang der Instrumente. Die beiden Musiker schauen sich an – der Rhythmus wechselt und Thomas Hoffmanns Stimme schwebt über der Melodie der Gitarren und mit ihr ergreift eine melancholische Welle das Publikum.

Wer von Hoffmann englische Texte erwartet, hat sich von seinem Cowboy-Look mit Hut, Weste und Jeans täuschen lassen. Denn tatsächlich ist es deutschsprachige Poesie, die Raum und Ohren füllt. Für Thomas Hoffmann war es schon immer klar, dass er auf Deutsch singen muss.

«Ich habe in der sechsten Klasse angefangen, Gitarre zu spielen, und intuitiv angefangen, selbst Lieder zu schreiben. Ich verspürte sofort den Drang, diese Lieder vorzuspielen, und ich konnte halt kein Englisch. Und so ist es halt Deutsch geworden und seit 16 Jahren geblieben», sagt Thomas Hoffmann. Am Dienstagabend präsentierte er im Dietiker Stadtkeller seine an einem Wochenende in den Bergen aufgenommene Platte «Uranus Présent».

Altbekannte Sehnsucht

Thomas Hoffmann und Ken Ebizuka, der Hoffmanns Lieder gekonnt und virtuos mit seiner Westerngitarre begleitet, setzen das Konzert mit dem Lied «Silber und Gold» fort, das Hoffmann auch schon Live beim TV-Sender «Joiz» spielte.

«Das Lied handelt von einer unerfüllten Liebe. Zwei Menschen die am liebsten zusammen wären, doch gewisse Hindernisse hindern sie daran. Eine Sehnsucht, die wegen gesellschaftlicher Konventionen unerfüllt bleibt. Deshalb singe ich auch: Dort hingehen, wo uns niemand findet. Es ist ein Wunschdenken, wie wir Menschen es halt kennen», so Hoffmann.

Egal ob im Fernsehen oder im Stadtkeller – Thomas Hoffmanns Lieder berühren. Wie soll es auch anders sein. Denn Hoffmann singt über Dinge, die jede und jeder verstehen, erleben und fühlen kann: Liebe, Schmerz, Glück – kurzgesagt vom Leben.

Das Lied «Dorf» ist eine Hommage an seine Mutter. Seine persönliche und melancholische Poesie gibt er auf authentische Weise wieder und flüstert die Worte manchmal so leise und sanft in sein Mikrofon, dass man das Gefühl hat, sie seien für einen kurzen Moment nur für einen allein bestimmt.

«Ein zeitloser Moment bevor alles verloren geht» – vielleicht beschreibt diese Textpassage aus einem von Hoffmanns Liedern auch das Gefühl der Konzertbesucher, wenn sie seinen Liedern lauschen und für einen Moment ihr Umfeld vergessen. Am Ende zieht Hoffmann kurzerhand den Stecker aus seiner Gitarre, macht die drei Schritte bis zur ersten Reihe und spielt das letzte Lied unplugged: «Ich will ein Künstler sein...», singt Hoffmann ohne Verstärkung in den kleinen Stadtkeller.