Urdorf
Thomas Hächler: «Wir müssen drastische Schritte einleiten»

Ohne zu Murren stimmte die Gemeindeversammlung dem Budget 2014 zu. Die laufende Rechnung stellt kein Problem dar, die steigende Verschuldung macht dem Finanzvorstand aber Sorgen.

Bettina Hamilton-Irvine
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Thomas Hächler, Finanzvorstand Urdorf

Thomas Hächler, Finanzvorstand Urdorf

AZ

Schulbudget genehmigt

An der Schulgemeindeversammlung genehmigten die 127 anwesenden Stimmberechtigten das Budget 2014 mit 89 zu 4 Stimmen. Es schliesst bei einem Aufwand von 21,5 Millionen Franken und einem Ertrag von 19,2 Millionen mit einem Minus von 2,3 Millionen. Der Steuerfuss bleibt bei 59 Prozent.

Die Schulden der Gemeinde Urdorf werden auch im kommenden Jahr weiter ansteigen: Gemäss Budget wird die Nettoschuld sich dann von 24,5 Millionen Franken auf knapp 30 Millionen erhöhen. Deshalb müssen in der nächsten Amtsperiode «drastische Schritte eingeleitet werden», wie Finanzvorstand Thomas Hächler an der Gemeindeversammlung vom Mittwochabend sagte: und zwar auf der Einnahme- wie auch auf der Ausgabenseite.

Geplant sind Nettoinvestitionen von 6,8 Millionen. Verwendet wird das Geld unter anderem für die Sanierung des Bachschulhauses und für diverse Strassenarbeiten. Zudem ist der Einbau einer Wohnung im Gemeindehaus geplant, welche die Gemeinde dann vermieten wird.

Keine Steuerfusserhöhung

Die laufende Rechnung stelle aber kein Problem dar, sagte Hächler. «Wir gehen nicht davon aus, dass die Gemeinde den Steuerfuss erhöhen muss.» Gemäss Budget stehen nächstes Jahr Einnahmen von 51,4 Millionen Franken Ausgaben von 52,4 Millionen gegenüber; es bleibt ein kleines Minus von 960 000 Franken. Der Steuerfuss der politischen Gemeinde beträgt weiterhin 59 Prozent, der Gesamtsteuerfuss inklusive Schule 118 Prozent. Die 113 anwesenden Stimmberechtigten stimmten dem Voranschlag an der Gemeindeversammlung diskussionslos und einstimmig zu.

Auch einen Änderungsantrag der Rechnungsprüfungskommission, einen Veloständer für 10 000 Franken beim Gemeindehaus aus dem Voranschlag zu streichen, wurde ohne Gegenstimme gutgeheissen. Die Begründung: Zurzeit steht laut Gemeinderat bereits probehalber ein alter Veloständer beim Gemeindehaus, der kaum benützt werde. Die Anschaffung eines neuen Ständers sei damit nicht dringlich.

Ebenfalls ohne Gegenstimme gutgeheissen wurde die Revision der Verordnung für Gebühren an Abwasseranlagen. Die heutige Verordnung, die aus dem Jahr 1992 stammt, ist zwar generell noch genügend, muss aber gemäss Gemeinderat präzisiert werden. Im Wesentlichen geht es darum, dass Urdorfer Betriebe, die das Abwasser besonders stark verschmutzen, höhere Gebühren bezahlen müssen.

Zwei Änderungsanträge eines Urdorfer Firmeninhabers - dessen Betrieb von der Verordnung betroffen ist - wurden vom Gemeinderat zurückgewiesen. Einer davon verstosse gegen übergeordnetes Recht, der andere gelte als nicht ausformuliert, sagte Gemeindeschreiber Urs Keller.