Am Dienstag wurde der Neubau der Kantonsapotheke in Schlieren eingeweiht. Sie ist die modernste Spitalapotheke Europas und beliefert hauptsächlich das Universitätsspital Zürich und das Kantonsspital Winterthur mit Medikamenten.

Das Spital Limmattal, dessen Neubau im Oktober in Betrieb geht, gehört aber nicht zu den Kunden – obwohl es auch in Schlieren liegt. Thomas Brack, Spitaldirektor des «Limmis» erklärt, warum man von einer Zusammenarbeit absieht. 

Herr Brack, diese Woche eröffnete in Schlieren die Kantonsapotheke Zürich. Warum arbeitet das Spital Limmattal nicht mit der Kantonsapotheke zusammen, liegt diese doch quasi um die Ecke?

Thomas Brack: Aufgrund einer Analyse, welche das Spital Limmattal im 2015 durchgeführt hat, haben wir uns bereits damals entschlossen, eine eigene Apotheke, unabhängig von der Kantonsapotheke zu betreiben. Die Analyse hat im Wesentlichen wirtschaftliche und versorgungstechnische Aspekte beleuchtet.

2015 stellten Sie in einem Interview gegenüber der Limmattaler Zeitung noch eine Zusammenarbeit mit der Kantonsapotheke in Aussicht. Sie wollten aber zuerst beobachten, wie die Zusammenarbeit mit den zwei Hauptabnehmern – dem Kantonsspital Winterthur und dem Universitätsspital – verläuft. Was sind nun Ihre Erkenntnisse?

Da die Kantonsapotheke gerade erst eröffnet wurde, bestehen bislang noch keine Erfahrungswerte.

Welche Apotheke versorgt das Spital Limmattal aktuell mit Medikamenten?

Das Spital Limmattal hat eine eigene Spitalapotheke, die ausschliesslich das eigene Haus versorgt.

Stellt diese Apotheke auch selbst Medikamente und Zytostatika (Krebsmedikamente) her?

Die Spitalapotheke des Spitals Limmattal stellt eigene Medikamente in kleiner Menge selber her. Zudem werden wir in der Apotheke des neuen Spitals auch Zytostatika für die onkologischen Patienten in einem speziell dafür vorgesehenen Reinraum herstellen.

Wie lang sind die Wartezeiten der Krebs-Patienten für die Zytostatika?

Die Spitalapotheke beliefert die Pflege der Onkologie ab Freigabe der Verordnung in der Regel innerhalb von nur 15 Minuten. Dieser sehr rasche Service gegenüber den Patientinnen und Patienten ist dem Spital Limmattal im Sinne einer hohen Behandlungsqualität sehr wichtig.

Gerade bei der Chemotherapie ist es also wichtig, dass die Medikamente schnell beim Patienten sind. Wäre eine Zusammenarbeit mit der Kantonsapotheke Zürich betreffend Zytostatika sinnvoll – alleine wegen der geografischen Nähe?

Das Tempo, das das Spital Limmattal an den Tag legt, kann eine externe Stelle schlicht nicht erreichen.

Um die Transportdauer zu verkürzen, hat die neu eröffnete Kantonsapotheke moderne Optionen wie den Einsatz von Drohnen angedacht. Wäre das nicht mit ein Grund, künftig doch Abnehmer der Kantonsapotheke Schlieren zu werden?

Dabei handelt es sich um eine Technologie, die noch nicht etabliert ist. Erste Versuche in Zürich mit einer Drohne, welche im Bereich von Laborleistungen eingesetzt wurde, zeigen noch diverse Fragestellungen auf. Bei Medikamenten ist zudem auch die Gefahrensituation, Temperaturexpositionen et cetera zu beachten.

Gibt es durch den Neubau des «Limmis» Änderungen betreffend der Spitalapotheke?

In der Versorgung der Station des Spitals wird sich nichts Grundlegendes verändern. Neu kann die Apotheke des Spitals Limmattal Zytostatika auch herstellen. Dies ist gegenüber früher ein wesentlicher Vorteil.