Birmensdorf
Theatergruppe Birmensdorf thematisiert Intrigen des Dorflebens

Das diesjährige Stück der Theatergruppe Birmensdorf «Bi üs klemmt gar nüt» handelt vom aberwitzigen Kampf um Geld und Macht. Die Theatergruppe hat es geschafft, mit den Aufführungen den Geschmack des Publikums zu treffen.

Christian Murer
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Thema des Stücks sind die Intrigen des Dorflebens
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Theatergruppe Birmensdorf führt «Bi üs klemmt gar nüt» auf

Thema des Stücks sind die Intrigen des Dorflebens

Christian Murer

Links steht das Haus von Otto Knöpfli, rechts dasjenige von Gertrud und Karl Hegetschwiler. Dort steht auch die Wäschspinne Stewi. In der Mitte der ziemlich antiquierten Bühnenkulisse befindet sich eine Wiese mit Blick auf den See. Auf der Bank vor dem Haus liegt Gemeindepräsident Karl Hegetschwiler im Ausgangsanzug, Gärtnerschürze und Stiefel darüber, den Spaten in der Hand. Er schnarcht munter vor sich hin. So beginnt der ländliche Schwank von Islolde Müller-Rinke – ins Schweizerdeutsche übersetzt von Hildegard Rüttimann.

Der Wettbewerb um zahlungskräftige Touristen ergreift das Dorf. So wollen die Verantwortlichen der Gemeinde den guten alten Campingplatz durch ein luxuriöses Wellness-Hotel am See ersetzen. Dafür muss allerdings eine Verbindungsstrasse gebaut werden, die direkt durch das Wohnzimmer des Erfinders Otto Knöpfli (René Rechsteiner) führt. Sein Freund, der Gemeindepräsident Karl Hegetschwiler (Heinz Roth), wird das bestimmt nicht zulassen. Oder doch?

Geschmack getroffen

Das diesjährige Stück der Theatergruppe Birmensdorf handelt vom aberwitzigen Kampf um Geld und Macht. Dabei spielen ein zwiespältiger Pfarrer (Philipp Wenk), eine überbesorgt-naive Mutter (Hildegard Rüttimann), die Freundschaft eines zukünftigen Priesteramtskandidaten mit Sabine (Patrick Imhof und Simone Ramel), sowie ein pinkes Bikinoberteil eine wichtige Rolle.

Beim turbulenten Stück «Bi üs klemmt gar nüt» hatten sich die Laiendarstellerinen und -darsteller mit Engagement und Spielfreude auf die Aufführungen vorbereitet. Der Schwank unter der Regie von Monika Geschwind, die zudem kurzfristig die Rolle von Geschäftsfrau Fankhauser übernahm, traf den Geschmack des Publikums. Dieses würdigte die Leistungen der Birmensdorfer Theatergruppe immer wieder mit Gelächter, Szenenbeifall und einem herzlichen Schlussapplaus.

In den Hauptrollen glänzten Präsidentin Hildegard Rüttimann als barsche Ehefrau Gertrud sowie Patrick Imhof als «Pfarrer in spe». Monika Herzig aus Hannover, die seit einem Jahr in Birmensdorf wohnt, sagte nach der Premiere: «Das Stück hat mir sehr gut gefallen. René Rechsteiner in der Rolle von Otto Knöpfli fand ich wirklich toll.» Dieser habe nicht in eine Rolle schlüpfen müssen. «Denn das war er ja selber», so Herzig. Für sie sei Mundart völlig verständlich gewesen, weil sie eben solche Bauerntheater schätze. Die beiden 14-jährigen Gabriela Loosli und Flavia Rechtsteiner meinten einstimmig: «Wir fanden das Stück mega lustig. Denn alle haben überzeugend gespielt.»