Limmattal

Theater, Musik oder Comedy — nur die Spitze des kulturellen Eisbergs

Bis zum Sommer stehen eine Vielzahl von kulturellen Events im Limmattal auf dem Programm.

Dies gleich vorweg: Das kulturelle Angebot im Limmattal ist so gross, dass diese Kulturvorschau auf das erste Halbjahr 2020 keinen Anspruch auf Vollständigkeit hat. Im Gegenteil: Es sind Highlights aus der Welt des Theaters, der Musik und der Comedy-Szene, die beweisen, wie lebendig die kulturelle Szene in der Region ist. Dies dank mutigen Organisatoren, tapferen Vereinen, engagierten Kirchen und unermüdlichen Kulturkommissionen.

Der Januar läutet traditionsgemäss die Limmattaler Theatersaison ein. Fast alle hiesigen Laiengruppen bringen im Frühjahr neue Stücke auf die Bühnen. Die erste ist die Theatergruppe Aesch. Sie setzt auf die Komödie «s’Puff mit de Erbschaft». Das Stück von Uschi Schilling kommt im Gemeindesaal Nassenmatt in einer Dialektfassung zur Aufführung (18., 19., 24. und 25. Januar).

Das Kolping Theater in Dietikon feiert Ende Januar mit dem Stück «Alles verchehrt» von Ralf Kaspari die Premiere. Das Lustspiel wird im Pfarreizentrum St. Agatha gespielt (25. und 31. Januar, 1. Februar). Anfang März gilt es ernst für die Waldegg-Bühne Uitikon im Üdiker-Saal: Bei «Mord on Backstage» von Claudia Gysel kann man erleben, wie ein Drama zur Komödie wird (7., 13., 14., 15., 18., 20. und 21. März). Auch die Theatergruppe Birmensdorf eröffnet zu dieser Zeit die «Pension Schöller». Die Komödie von Carl Laufs und Wilhelm Jacoby wird im Gemeindezentrum aufgeführt (13., 14., 18., 19., 20. und 21. März).Ober

Die Spielbühne Urdorf macht es hingegen spannend: Am 21. März feiert sie laut ihrer Website eine Premiere, doch das diesjährige Stück wurde, trotz Nachfrage der Redaktion, noch nicht bekanntgegeben.

Generell wird das klassische Theatererlebnis im Limmattal grossgeschrieben. So veranstaltet der Männerchor Engstringen erneut sein beliebtes «Theater Spektakel» im Zentrumssaal in Oberengstringen. Auf das Konzert der Herren folgt dort die eingeladene Theaterproduktion «Sterben für Anfänger» der befreundeten Bühne Wehntal (7. und 8. Februar).

Professionelles Theater gibt es ebenfalls zu bestaunen: In der Theateria Dietikon spielen Heidi Christen und Stefan Baier als «DuOhhh!» ihr neustes Stück «Tabula Rasa». Nach der Premiere im Dezember sprach die Limmattaler Zeitung von einem «flammenden Plädoyer für Aufklärung und Emanzipation» (8. und 9. Februar, 7. und 8. März). Ein Theatermonolog wird im Kloster Fahr gezeigt: Sängerin und Schauspielerin Christine Lather trägt in «Ich habe den Himmel gegessen» Texte von Silja Walter vor, begleitet von Felix Huber am Klavier (4. und 5. April).

Die Benediktinerin ist ebenfalls die Inspiration für das Theater 58: Am 15. März spielt das Tourneetheater Walters Stück «Jan der Idiot» im katholischen Pfarreizentrum Schlieren. Auch das Theater Kanton Zürich macht wieder Halt im Limmattal: Am 15. Januar mit «Der Besuch der alten Dame» von Friedrich Dürrenmatt im Schlieremer Salmensaal und am 21. März mit «Das Auge des Tigers» von Stefan Vögel im Gemeindesaal Nassenmatt in Aesch.

Die Sängerin Gigi Moto gibt im Februar ein Benefizkonzert für das Gleis 21.

Die Sängerin Gigi Moto gibt im Februar ein Benefizkonzert für das Gleis 21.

Grosse Kleinkunst erobert die Limmattaler Bühnen

Nicht nur Ensembles, sondern auch Slam Poeten und Kabarettisten stürmen die Limmattaler Bühnen. Der Verein Theater Dietikon bietet bis zum Sommer ein vielfältiges Programm. In dessen Hauptspielstätte, dem Dietiker Stadtkeller, werden bereits am 17. Januar Remo Zumstein und Michael Kuster auftreten: Ihr Programm «Lyrik und Panik» verspricht mitreissende Texte und groovige Gitarrenklänge.

Schon am 7. Februar wird der Schauspieler Bodo Krumwiede mit «Nitzsches Regenschirm» dort ein Feuerwerk an Fragen, Ideen und Geschichten entzünden. Weitere Stadtkeller-Auftritte von Jobert und Pancetta mit «Heimspiel» (6. März) und von Cornelia Montani, Joe Fenner und Daniel Schneider mit «Klärli und der belgische Pilot» (12. Juni) versprechen viel.

Zeitgeistkritik, gewürzt mit leiser Ironie bietet Olaf Bossi. Im Stürmeierhuus präsentiert er dank der Kulturkommission Schlieren am 4. März sein Programm «Harmoniesüchtig» – Musik, Comedy und Kabarett in einem. In Bergdietikon lädt der Verein «Comedy am Bergli» den Comedian Sergio Sardella am 21. März in das Mehrzweckgebäude der Schule ein. Der Luzerner spielt dort sein Programm «Weniger ist mehr?!». Auch der Komiker und Zauberer Michel Gammenthaler will am 5. April dank der Kulturkommission Oberengstringen das Limmattaler Publikum im Gemeindesaal begeistern. Mit «Blöff – Comedy und Schwindel» hat der Zürcher sogar ein neues Programm am Start.

Von Ländler über Country bis zu Hardrock

Für viel Musik und einen vollen Eventkalender sorgt das Kultur- und Begegnungszentrum Gleis 21 in Dietikon. Musikalisch glänzt dort beispielsweise am Valentinstag die Sängerin Gigi Moto und ihre Band mit einem Benefizkonzert für das Gleis 21. Soul, Blues, Funk und Pop bietet dort am 23. April die Zürcher Sängerin Soë Blue, während es am 16. Mai richtig hart mit der Hardrock Night wird.

Auch die Kulturkommission Dietikon nutzt das Gleis 21 für ihre Engagements: Mit «Liederlich» treten Reto Zeller, Markus Schönholzer, Sven Garrecht und das Duo Lunatic mit poetischen Songs und viel Kabarett am 28. März auf.

Ein äusserst musikalisches Programm bietet der neugegründete Verein «Kult-Chuchi-Winige», dessen Bühne der Saal in der Weininger «Linde» ist. Volksmusik ist dort Trumpf, so treten etwa die Swiss Ländler Gamblers am 31. Januar auf, und Carlo Brunner und seine Ländlerkappelle sorgen am 8. Mai für Stimmung. Freunde der Countrymusik kommen mit Andy Martin und Band am 13. März sowie mit den Pasta Cowboys am 12. Juni auf ihre Kosten. Feinen Jazz gibt es in der Linde dann am 2. Februar mit den Picadilly Six zum Brunch oder mit dem Chicago Hot Club zum Dinner am 24. April.

Jazz ist auch in Oberengstringen fest verankert: Der Jazzclub Allmend hat bislang zwei Konzerte im Sing- und Theatersaal der gleichnamigen Schule angekündigt. Am 17. Januar spielt dort das «Hausquartett» und am 25. Januar treten «Tom e Fred» auf. Die Kulturkommission Oetwil hingegen lockt zehn Männer am 13. März in die Gemeindescheune: «The Singing Pinguins», so deren Name, geben dort ein unterhaltsames Konzert.

Das Kloster Fahr bietet ein sanftes Konzerterlebnis. Am 9. Februar tritt in der Kirche das Capriccio Barockorchester mit dem «Concerto Amoroso» auf. Eine musikalische Reise durch verschiedenen Länder präsentiert der «Freiraum Weiningen» mit dem Quantett Johannes Kobelt und dem Konzert «Quantettologie» am 28. März. In Oberengstringen sind weiter dank der Kulturkommission am 15. Juni Melodien aus Musicals, Operetten und Opern in der Reformierten Kirche zu hören.

Genannt wurde hier nur die Spitze des kulturellen Eisberges. Darf es denn etwas Magie sein? Die Kulturkommission Schlieren lässt den Zauberweltmeister und Mentalmagier Pat Perry am 11. Februar im Stürmeierhuus auftreten. Oder ein Filmabend? Die Reformierte Kirche Birmensdorf zeigt am 12. Februar den Film «Maria Magdalena» im Gemeindezentrum Brüelmatt. Oder darf es lyrisch sein? Charles Lewinsky wird am 28. Februar im Dietiker Gemeinderatssaal und auf Einladung der dortigen Kulturkommission aus seinem Roman «Der Stotterer» vorlesen.

Und wer gerne in andere Kulturen eintaucht, kann einen Blick auf die Agenda der Stadthalle Dietikon werfen: Das 11. Altin Hilal Film Festival der Schweizerischen Islamischen Gesellschaft am 18. Januar, das Konzert der schottischen Band Talisk am 8. Februar oder das Balkan Festival am 4. April gehen dort über die Bühne.

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