Dietikon
«The Wishing Well» war zu Besuch im Limmattal

Die australische Band The Wishing Well besuchte das Limmattal. Fremd wirken die Musiker von The Wishing Well auf keinen Fall. Und doch scheint man ihrer Musik anzumerken, dass die Band von weit her kommt – sehr weit sogar.

David Hunziker
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Emotional aufgeladener Folkrock: die australische Band The Wishing Bell.

Emotional aufgeladener Folkrock: die australische Band The Wishing Bell.

David Hunziker

Würde man von hier einen Pfahl durch die Erde bohren, er würde nicht weit der australischen Heimat der Musiker aus dem Boden schiessen, in einem Land, das Schweizer sich oft als Ferienparadies vorstellen. Der emotional aufgeladene Folk Rock von The Wishing Well, den die Band am Montagabend in der Kapelle des ehemaligen St. Josefsheims spielte, passt nicht schlecht zu dieser Vorstellung. Auch die lässig sitzenden Kopf- und Brusthaare des Sängers und Gitarristen Jai Larkan erinnern an einen Surfer.

England, Spanien, Ungarn

Zusammen mit seiner Frau Rivkah Larkan, die Violine spielt, bildet Jai Larkan den Kern der Band. Um sich herum gruppieren die beiden auf ihren Touren ein jeweils wechselndes Ensemble an Musikern. Dieses Mal gehören zur siebenköpfigen Truppe Musiker aus England, Spanien und Schottland und ein Bassist aus Ungarn, der zur allgemeinen Erheiterung der anderen Musiker nur gebrochenes Englisch spricht.

Gemeinsam unternimmt die Band seit vier Jahren ausgedehnte Tourneen, vor allem durch Australien und Europa, kürzlich auch zum ersten Mal durch die USA. Die entsprechende Tour dauerte ganze zehn Monate am Stück. In ihrem Heimatland Australien war die Band schon seit mehr als einem Jahr nicht mehr.

Strassenkonzerte in Winterthur, St. Gallen und Rapperswil

Neben dem Schlagzeuger, den zwei Gitarristen und einem Bassisten besteht The Wishing Well derzeit aus drei Streicherinnen: zwei Violinistinnen und einer Cellistin. Die in Röcke und Korsagen gekleideten Frauen sorgen für das charakteristische Element im Sound der Band: Die Streichinstrumente ermöglichen komplexere Arrangements, Vielstimmigkeit und auch etwas Pathos.

Diese Mischung erfährt immer stärkeren Zuspruch und verschaffte der Band zunehmenden Erfolg: In Eigenregie schafften sie es so unter anderem zu 13000 verkauften Exemplaren ihrer beiden Studioalben oder 2010 ans Montreux Jazz Festival.

Freude am Spielen auf der Strasse

Beobachtet man The Wishing Well aber auf der Bühne, wirken die Australier viel eher wie eine Truppe von Strassenmusikern als eine professionelle Studioband. Wie die Musiker in einer kurzen Video-Doku berichten, die sie auf YouTube gestellt haben, ist ihnen das Leben auf Tour am wichtigsten.

Als sie losgezogen seine, hätten sie sich noch gar nicht gekannt, meint einer der Musikerinnen. «Dann haben wir wunderschöne Dinge zusammen erlebt.» Am schönsten sei es, meint sie weiter, auf der Strasse zu spielen, wenn ihre Musik einen alltäglichen Strom von Menschen berühre und man nie wisse, wie die Passanten reagierten.