«Hinterm Mond gleich links», dort liegt Aesch bei Zürich - das würden jedenfalls böse Zungen behaupten. Sie zitieren damit aber auch eine erfolgreiche Sitcom aus den 90ern, die heute noch Kultstatus geniesst. Nichts anderes könnten auch sechs Zürcher Musiker erreichen. Aber weniger durch eingespielte Lacher, denn durch «ne geile Mucke». Gestatten: The Moonling.

Zwei von ihnen, Martin Rüegg und Fabian Flückiger, stammen aus Aesch. Dort befindet sich ihre Basisstation. Oder auch Proberaum genannt. «Welcome to the Show!» brüllt Frontman Sebastian Möhr in bester Rammstein-Manier ins Mikrophon. Viel steht auf dem Spiel, in zwei Wochen wird der Release des ersten Albums mit dem Titel «iMask» gefeiert. Und die Jungs tun musikalisch alles, damit die Rakete zündet.

Die Musiker sind sechs an der Zahl, alle zwischen Sound, Studium und Job. «Das Gründen von The Moonling war ein langer Prozess», gesteht Martin Rüegg. Im Zeitraffer daher die Story - wohltuend jenseits eines üblichen Castings: Im Studium trafen Martin Rüegg (Bass) und Sebastian Möhr (Gesang und Gitarre) aufeinander.

Unwiederstehlich und eingängig

Die Chemie stimmte, die Idee einer Band wurde geboren. Keyboarder Dylan Dreja, nur eine Klasse dahinter, war bald mit von der Partie. Später stiess Roman Rey als Rhythmus Gitarrist hinzu, Fabian Flückiger (Schlagzeug) wurde durch entsprechenden Unterricht im heimischen Aesch entdeckt und Pedro Sandmeier (Lead-Gitarre) kam mittels amouröser Verbindung in die Band.
So entstand ein verstörender, unwiderstehlicher und eingängiger Sound.

Kein Wunder, die Liste ihrer Idole und Einflüsse ist lang. «Wir versuchen schräg und anders zu sein, aber natürlich ist man doch schnell von seinen Helden beeinflusst», sagt Sebastian Möhr. Er selbst ist Schauspieler (und Regisseur), schreibt die Texte der Moonling-Songs in Englisch und Deutsch. Da reiht sich schon ein H.R. Giger neben Iron Maiden ein, um kurz darauf auf Hermann Hesse zu stossen.

(Quelle: youtube.com)

Hier rocken «The Moonling» aus Aesch

«Schlussendlich entdecken wohl viele Künstler eine erste Motivation im Werk ihrer Vorbilder, ganz nach dem Motto: Das ist geil, das will ich auch machen!», weiss der charismatische Leadsänger. Nicht zu überhören sind Einflüsse von David Bowie, Pink Floyd oder sogar den Beatles. Sie erschaffen aus genannten Elementen eine eigenständige Dynamik, fern von dieser Welt und doch so nah.

Rund um den Mond

Doch warum der Name «Moonling»? «Der Mond hatte schon immer etwas mit Wahnsinn zu tun», meint Sebastian Möhr, «und genau diese Aura des Wahnsinns wollten wir der Band geben», schmunzelt er. Für ihn war zudem von vornherein klar, dass das Ende April erscheinende Debüt ein Konzept beinhalten sollte. «Es geht um das Theatralische, um Entfremdung um skurrile Charaktere und surreale Bilder; genau das ist unser erstes Album», erzählt Martin Rüegg.

Ohne die Unterstützung einer Plattenfirma geht The Moonling nun in die Offensive. Das Album «iMask», aufgenommen bei downstairs-studio.ch in Urdorf, feiert am 26. April seine Plattentaufe im Zürcher Provitreff. Das Konzert dazu wird mit Lichteffekten und Videoleinwand ausgestattet. In einer Zeit, in der mit Plattenverkäufen kaum mehr die Miete bezahlt werden kann, ist eine perfekte Musik-Show ein absolutes «Must».

Wobei die Musiker doch auch Grenzen haben. Nur für die «Show» alleine würde keiner von ihnen auch nur einen Ton spielen. Beim Thema «Eurovision Song Contest» stehen ihnen die Haare zu Berge, wobei hier eine leise Hoffnung bestehen kann. «Niemals würden wir aber auf einer Hochzeit Spalier stehen», sagt Pedro Sandmeier. «Wohl auch im Interesse der Hochzeitsgesellschaft», ergänzt Möhr.

Vorerst wird nun fleissig in Aesch geprobt. So fliegen The Moonling bis zur Plattentaufe um den Stein der Gezeiten herum, spielen mit Licht und Schatten, landen zwischendurch und bieten bei jedem Manöver garantiert tolle Musik. Die dunkle Seite des Mondes war gestern.

Web: www.themoonling.ch 

Facebook: www.facebook.com/TheMoonling