Der Countdown für die Suche nach einer Lehrstelle läuft: Zurzeit sind im Limmattal noch 193 Lehrstellen offen für Jugendliche, die diesen Sommer die Sekundarschule abschliessen. So zumindest gibt es das offizielle Onlinestellenportal des Kantons, Lena, an. Auch yousty.ch, eine weitere, neuere Stellenbörse auf privater Basis, weist eine ähnliche Zahl aus. Demgegenüber stehen Schulabgängerinnen und -abgänger, die oft mit bis zu 20 Absagen rechnen müssen.

Immer wichtiger sind bei den Bewerbungen nicht die Schulnoten, sondern die sozialen Fähigkeiten — sprich: die Benimmnoten. Ein anderes beliebtes Instrument sind die Eignungstests, die von inzwischen drei verschiedenen privaten Firmen angeboten werden: der Multi Check, der Basic Check und der Berufs Check.

Weil auch viele Eltern über diese Checks nicht genügend Bescheid wissen, informiert die Berufsberatung biz Urdorf nächsten Donnerstag, 17. Mai, sowie am Dienstag, 22. Mai. Aufgekommen sind der Multi und der Basic Check in den 1990er-Jahren, vor einem Jahr kam dann der Berufs Check von Yousty dazu. «Ein Eignungstest gibt einer Firma einen Eindruck, ob die Kandidatin oder der Kandidat für den Beruf geeignet ist», sagt Christine Viljehr, Leiterin des biz Urdorf.

Die beiden wichtigsten Tests seien der Multi Check und der Basic Check. Letzterer ist eine berufsneutrale Eignungsabklärung und prüft in einem unabhängigen, schweizweit einheitlichen Eignungstest das Schulwissen bis zur zweiten Sekundarstufe. Der Multi Check prüft die Eignung etwas konkreter für eine gewählte Ausbildung.

Tests kosten etwas

«Für beide Tests melden sich die Jugendlichen online an», so Viljehr weiter, «und sie kosten die Jugendlichen beziehungsweise deren Eltern gegen 100 Franken.» Yousty beschreitet einen neuen Weg: Die Kosten für die Eignungsabklärung werden von den Lehrbetrieben übernommen. Bis zu vier Stunden sitzen die Jugendlichen an den Prüfungen, die mehrmals im Jahr stattfinden. Viele biz-Angestellte hätten sich auch schon daran versucht, sagt Viljehr: «Es wird viel verlangt, nebst spezifischem Wissen in Algebra und Deutsch auch die allgemeine Merkfähigkeit und Auffassungsgabe.» Für KV-Berufe liege dabei das Hauptmerk auf dem Fach Deutsch, für Kosmetik-Berufe beispielsweise mehr auf der Naturwissenschaft.

Das Testresultat erhält der Schüler dann mittels Balkendiagramm, das von 0 bis 100 reicht. «Fällt das Resultat unter 50 Punkten aus, dann kann auch ein zweiter Test durchgeführt werden.» Allerdings wird dies auf dem Blatt vermerkt, sodass der Lehrbetrieb Bescheid weiss.
Verbaut sich ein Schüler mit einem verpatzten Test seine Lehrstellensuche? «Nicht für alle Betriebe ist der Test wichtig», so Viljehr, «er soll — wie der Stellwerktest, den die Schule in der zweiten Sek durchführt — auch dem Jugendlichen selbst eine Einschätzung über die eigenen Fähigkeiten geben.» Entscheidend seien bei der Bewerbung dann auch andere Faktoren wie soziales Benehmen, was eine kurze Umfrage bei Firmen der Region bestätigt.

Basic, Multi und Berufs Check

Urs Martini war schon bei der Einführung der Eignungstests vor über 20 Jahren dabei. Heute leitet er den Basic Check für die Bit Media Schweiz AG. «In der Schweiz absolvieren jedes Jahr zirka 8000 Schülerinnen und Schüler den Basic Check.» Nach einer jahrelangen Steigerung stagnieren die Zahlen seit zwei Jahren (siehe Grafik).

Gateway.one ist mit den Multi Checks der grösste Anbieter. Jährlich werden in der Schweiz 30'000 Tests durchgeführt. Laut Geschäftsführer Adrian Krebs sind die Zahlen stabil und bewegen sich in der Regel parallel zur demografischen Entwicklung. «Aktuell steigen sie leicht an», so Krebs. Gateway.one ist ein national aktives Netzwerk für die duale Berufsbildung und führt die Tests unter einheitlichen Bedingungen in zertifizierten Testcentern durch – wie die anderen Anbieter am PC.

Relativ neu auf dem Markt ist der Anbieter Yousty mit seinem Berufs Check, dieser ist seit einem Jahr auf dem Markt. Laut Projektleiter Robin Villoz sei es allerdings noch zu früh, Aussagen über die Beteiligung zu machen. «Wir arbeiten momentan mit über 35 Lehrbetrieben zusammen, welche den Berufs Check in ihrer Rekrutierung verwenden.»