Urdorf
Tennisclub Weihermatt feiert sein 50-jähriges Jubiläum – ein Rückblick

Vor 50 Jahren nahmen Tennisbegeisterte für ihren Traum eines Tennisclubs sogar eigenes Geld in die Hand.

Sibylle Egloff
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Wie die Weihermatt zur Tennisanlage kam

Wie die Weihermatt zur Tennisanlage kam

Limmattaler Zeitung
 Die Tennisclub-Mitglieder halfen 1971 beim Errichten der Tennisplätze mit.

Die Tennisclub-Mitglieder halfen 1971 beim Errichten der Tennisplätze mit.

Limmattaler Zeitung

Der Tennisclub Weihermatt Urdorf feiert am Samstag sein 50-jähriges Bestehen. Am 23. April 1968 wurde mit der Gründungsversammlung im Embri-Saal in Urdorf der Grundstein für den Sportverein gelegt. Gründungsmitglied Fritz Kleisli verfasste anlässlich des Jubiläums eine Festschrift, in der er die Geschichte des Tennisclubs Revue passieren lässt.

Im Jahr 1968 war die Schweizer Tennisszene im Aufwind. Zwar waren in den wenigen exklusiven Tennisclubs vornehmlich Herren in langen weissen Hosen anzutreffen. Doch ein Trend weg von den elitären Zirkeln zeichnete sich ab. Es entstanden mehr und mehr Anlagen, auch in ländlichen Gegenden. In Urdorf war das Bedürfnis nach einer Tennisstätte ebenso zu spüren. Fritz Walther setzte sich besonders dafür ein. Dabei war er gar kein Tennisspieler, sondern ein Curler. Walther liess 1965 die Curlinghalle in Urdorf bauen und war damals der Präsident des Urdorfer Curlingclubs. Doch das war ihm nicht genug. Er war überzeugt, dass Urdorf auch eine Tennisanlage braucht. Kurzerhand rief er ein Initiativkomitee ins Leben. Auch der Urdorfer Gemeinderat fand Gefallen an Walthers Idee und so dauerte es nicht lange bis der Verein am 7. Juni 1968 seine erste Generalversammlung durchführte, damals mit 58 Mitgliedern.

Ein Club ohne Tennisplätze

Das Essentielle fehlte dem neuen Club aber noch: Tennisplätze. Die Lust auf Tennis war jedoch so gross, dass man den Spielbetrieb auf der Kunsteisbahn Urdorf vollzog. Dort spielte man auf knallharten und extrem unebenen Betonplätzen. Ende 1969 wurde aber klar: Der TC sollte seine eigenen Plätze bekommen. Doch für das rund 500'000 Franken teure Bauprojekt liessen sich Ende der 1960er-Jahre keine Bankkredite finden. Die Banken durften zu dieser Zeit keine Hypotheken mehr vergeben. Doch für die tennisangefressenen Urdorfer war das kein Grund zum Aufgeben. Man beschloss, eigene Darlehen zu zeichnen, die die Zeit der Kreditrestriktionen überbrücken sollte.

Ein fliegender Riesentennisball

Anlässlich seines runden Geburtstags veranstaltet der TC Weihermatt am Samstag, 18. August, einen Tag der offenen Tür. Um 12 Uhr wird der Grill angeschmissen. Es gibt Würste und kühle Getränke. Bereits ab 11 Uhr können sich Kinder auf dem Tennisplatz austoben. Die Kleinen haben während einer Stunde Zeit, das Tennisspielen zu üben. Um 13 Uhr sind dann die Junioren und Senioren an der Reihe. Um 14 Uhr gilt es dann ernst an den Fun Olympics, an der alle Besucher auf dem Feld mitmischen und gegeneinander antreten können. Das Tennisspielen ist gratis. Testschläger stehen zur Verfügung. Ein besonderes Highlight ist die zweieinhalb Meter grosse Drohne, die bei schönem Wetter in Form eines Tennisballs über die Anlage schweben wird. Sie wird Aufnahmen vom Fest und den Spielen machen.

Die Mitglieder verpflichteten sich, bei Bedarf 5'000 Franken Darlehen einzuzahlen. Gerade so viel wie nötig, um den Platzbau zu finanzieren. Dazu kamen 50 000 Franken von der Gemeinde. Am 1. August 1971 konnte der allererste Sandplatz, der heutige Center Court, eingeweiht werden. Die weiteren vier Plätze folgten bis Ende September 1971. Viele Mitglieder packten beim Bau selbst mit an und leisteten Frondienst, indem sie Gartenarbeiten ausführten oder Zäune montierten. Der Bau des Clubhauses startete im Frühjahr 1972. Fertiggestellt war es im August 1973.

In der Festschrift ist aber nicht nur die Rede von Bauprojekten und historischen Meilensteinen. Die Menschen, die den Verein im vergangenen halben Jahrhundert prägten und sich für ihn einsetzten, werden ebenso beleuchtet. So etwa Bruno Streit, der sich als Vorstandsmitglied und Platzwart engagierte und zusammen mit seiner Frau Hile das Clubbeizli führte. Oder Andrin Sigel, der sage und schreibe 25 Jahre lang als Spielleiter im Einsatz stand und auch heute noch aktiv als Mitglied der Spielkommission, Verantwortlicher für das Clubhaus-Restaurant und Betreuer des Online-Reservationssystems ist.

Nicht zu vergessen sind aber auch die erfolgreichen Spieler, die der Tennisclub Weihermatt hervorbrachte. Dazu gehört beispielsweise Rolf Hertzog, vierfacher Schweizer Juniorenmeister und Davis-Cup-Spieler, der es unter die besten 200 der Welt schaffte, seine Karriere aber mit 21 Jahren verletzungsbedingt aufgeben musste. Heute ist er als Tennistrainer tätig.