In der Gemeinde Aesch wird das flächendeckende Tempo-30-Regime noch nicht eingeführt. Am Mittwochabend stimmte die von 188 Personen besuchte Gemeindeversammlung dem Kredit von 340000 Franken zwar mit 89 zu 81 Stimmen zu. Allerdings verlangten danach 104 Stimmberechtigte die Urnenabstimmung, 63 wären nötig gewesen, also ein Drittel der Anwesenden. Die Diskussion verlief sehr intensiv, bisweilen gar heftig. Sicherheitsvorstand Diego Bonato erwähnte die Petition, unterschrieben von 205 Leuten, welche den Gemeinderat zur Einführung von Tempo 30 flächendeckend bewegen wollte. Tempo 30 würde in zwei Zonen links und rechts der Dorfstrasse eingeführt. Geschwindigkeitsmessungen hätten ergeben, dass es sinnvoll sei, die Massnahmen einzuführen, so Bonato. Tempo 30 ohne Massnahmen seien nicht möglich, weshalb bauliche Eingriffe vorgenommen werden müssten.

In der anschliessenden Diskussion hielten sich die Pro- und Kontra-Voten in etwa die Waage. Jemand sagte, es käme ihm vor, als im Dorf nur Raser wohnen würden. Ein anderer fühlte sich als Autofahrer durch die Massnahmen gar «kastriert», wie er sagte. Auch würden die Massnahmen zu mehr Abgasen führen und mehr Lärm verursachen. Ausserdem sollte man die Kinder besser anhalten, sich auf der Strasse sicher zu bewegen. Auch wurde die Ästhetik angeführt, indem jemand schönere Massnahmen forderte, um das Dorfbild weniger zu beeinträchtigen.

Die Befürworter argumentierten vor allem mit der Sicherheit der Kinder und der Fussgänger. In Aesch werde sehr wohl an vielen Orten zu schnell gefahren. Ein verhinderter Unfall würde zudem die Kosten der Massnahmen längst übertreffen.. «Tempo 30 rettet Leben», sagte jemand während der Diskussion, die immer wieder durch starken Applaus unterbrochen wurde. Schliesslich wurde die lange Diskussion durch einen Ordnungsantrag auf Abbruch des Gesprächs beendet. Wie Gemeindepräsident Hans Jahn erklärte, werde das Geschäft am 3. März 2013 an die Urne gebracht.

Die Aescher stimmten der Teilrevision der Statuten des Zweckverbands Spital Limmattal bei zwei Gegenstimmen klar zu. Wie Finanzvorstand Diego Benato erklärte, gehe es vor allem darum, dass das Spital einen eigenen Haushalt führen könne. Die Gemeinden würden sich am Eigenkapital und am Gewinn beteiligen. Das Risiko sei tragbar, fand Bonato, dafür garaniere der Businessplan.

Die Stimmberechtigten genehmigten diskussionslos die Famex-Verordnung bei lediglich einer Gegenstimme. Somit können Schulpflege und Gemeinderat die erweiterte ausserschulische Betreuung ab kommendem Jahr in die Hand nehmen.

Der Voranschlag 2013 der Politischen Gemeinde schliesst bei einem Aufwand von 4,639 Millionen Franken und einem Ertrag von 4,632 Millionen Franken. Dies ergibt einen bescheidenen Aufwandüberschuss von 7300 Franken. Das Budget basiert auf einem gleich bleibendem Steuerfuss von 31 Prozent. Somit beträgt der Gesamtsteuerfuss inklusive Primarschulgemeinde und Sekundarschulgemeinde unverändert 87 Prozent (ohne Kirchen). Der 100-prozentige Steuerertrag beträgt 4,4 Millionen, was 100000 Franken mehr ist als im Vorjahr. Das Budget wird durch den anhaltenden Bevölkerungswachstum bestimmt. Ende 2013 rechnet der Gemeinderat mit 1200 Einwohnern. Das nächste Jahr stehen wichtige Investitionen an. Die Nettoinvestitionen betragen 1,517 Millionen Franken, was beinahe einer Vervierfachung zum laufenden Jahr entspricht. So muss etwa das Mehrzweckgebäude Nassenmatt behindertengerecht umgebaut werden, was alleine 520000 Franken an Kosten verursachen wird. Für die Erschliessungsbauten fürs neue Quartier Heligenmat-Feltsch sind weitere 495000 Franken eingestellt. Das Geschäft passierte fast einstimmig.

Neuer Aescher Bürger ist Carsten Ralph Beck. Er wurde von der Versammlung einstimmig gewählt, erhielt Applaus und vom Gemeindepräsidenten Hans Jahn gleich noch ein paar Flaschen Wein dazu.