Kantonsschule Limmattal
Technik-Orientierung: Zukünftig sollen Schüler experimentieren

Die Kantonsschule führt ein neues Fach ein: Naturwissenschaft und Informatik.

Julia Wartmann
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Am kürzlich durchgeführten «TecDay» gab es an der Kanti Urdorf Versuche zum Staunen. Solche bietet auch das neue Fach Naturwissenschaft und Informatik.

Am kürzlich durchgeführten «TecDay» gab es an der Kanti Urdorf Versuche zum Staunen. Solche bietet auch das neue Fach Naturwissenschaft und Informatik.

Béatrice Miller

Die zukünftigen Erstklässler der Kantonsschule Limmattal erwartet eine zusätzliche Schulstunde pro Woche. In dieser werden die Schüler das Fach Naturwissenschaften besuchen, das gemeinsam mit der bereits existierenden Stunde Informatik zum neuen Fach NWI wird. Der Unterricht dauert insgesamt zwei Semester.

Dieser Schritt ist eine Antwort auf die Aufforderung des Kantons, die Bereiche der Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) zu stärken. «Es ist wichtig, die Schüler früh in diese Bereiche einzuführen, da auf dieser Stufe die schulische geschlechtsspezifische Technik-Orientierung noch nicht so ausgeprägt ist», sagt Andreas Messmer, Prorektor der Kantonsschule Limmattal in Urdorf und Betreuer des Projekts. Damit sollen vor allem jene Jugendlichen motiviert werden, die sich bis anhin noch nicht so sehr mit den Naturwissenschaften auseinandergesetzt haben.

Praxisorientierter Unterricht

Das Fach wird anhand von praxisnahen und auf Experimente ausgerichteten Lektionen unterrichtet. Dank fächerübergreifendem Unterricht werden die Anwendungsbereiche und die Relevanz der MINT-Fächer im Alltag vermittelt. «Damit wollen wir erreichen, dass die Schüler bei der Profilwahl im zweiten Jahr vollumfänglich informiert sind. Sodass sie in der Lage sind, diese wichtige Auswahl zu treffen», sagt Werner De Luca, Rektor der Kantonsschule Limmattal. Die zusätzliche Unterrichtsstunde bedeutet keine Erschwernis für die Schüler, sagt er. Das Gegenteil sei der Fall: NWI sollte als Chance für jene Jugendlichen mit Begabung in den MINT-Fächern angesehen werden.

Die Kantonsschule Limmattal ist eine Vorreiterin in Sachen Stärkung der Naturwissenschaften. Bereits vor längerer Zeit wurden der Chemie- und Physikunterricht in der Unterstufe eingeführt. «Diese Erfahrung hat uns gezeigt, dass junge Menschen in diesem Alter ein grosses Interesse an den Naturwissenschaften zeigen. Deshalb ist es wichtig, diese Fächer so früh als möglich zu unterrichten», sagt Andreas Messmer, der selber Chemielehrer an der Schule ist.

Der Unterricht im Fach Naturwissenschaften und Informatik wird von den zuständigen Lehrern gemeinsam geplant und gestaltet. «Die Lehrpersonen sind mit grossem Engagement dabei und sehen die Herausforderung als Chance», sagt De Luca.

Sich gemeinsam weiterentwickeln

Die Schule hat laut De Luca eine Tradition der Vielfältigkeit der Profile: «An unserer Schule pflegen wir eine Kultur des gelebten Miteinanders. Wir wollen ein klares Zeichen setzen, dass Naturwissenschaften und alte Sprachen durchaus kombinierbar sind.» Fächerübergreifende Projekte, Arbeitswochen und Thementage sind ein Beispiel für diese Zusammenarbeit. Der Tec Day der Schweizerischen Akademie der Technischen Wissenschaften ist ein solches Beispiel. Er fand letzte Woche an der Kantonsschule Limmattal statt. Personen aus Forschung und Industrie hielten Referate, um die Bedeutung technisch-naturwissenschaftlicher Fächer und deren Anwendungsbereiche aufzuzeigen. Die Schule hofft, mit dem Fach NWI ein neues Bewusstsein für die Naturwissenschaften und einen ausgeglichenen Stundenplan zu schaffen. Diese Anpassung dürfte sich positiv auf den in der Schweiz herrschenden Fachkräftemangel in diesem Gebiet auswirken.