Urdorf

«Technik mit Köpfchen»: Eisenbahnfreaks zeigen ihren Glacier-Express

Die Modul-Eisenbahner präsentierten am Tag der offenen Tür ihren Glacier-Express. Es war das Spiel mit Fantasie und Wirklichkeit und lockte nicht nur Mitglieder, sondern auch viele interessierte Zuschauer an.

Ein verliebtes Paar sitzt im Grünen unter einem grossen Baum auf einer Holzbank und schaut in die Ferne. Hinter ihnen stehen ein paar Zelte, etwas weiter weg zwei Liegestühle. Tritt man einen Schritt zurück, sieht man, wie sich zwischen zwei kleinen Hügeln Gleise schlängeln, auf denen ein Zug fährt. Doch plötzlich kommt der Zug ins Stocken. Die Fahrt endet jäh. Es vergeht eine Weile, dann taucht wie aus dem Nichts eine grosse Hand auf, die den verunglückten Zug packt und auf den Gleisen zurechtrückt. Das Modell des «Glacier-Express» kann weiterfahren.

Wenn man noch weiter zurücktritt, sieht man auch die Männer, die an Tischen stehen und viele Schalter und Knöpfe bedienen. Sie regulieren die Fahrt der Züge und sorgen dafür, dass die Modelleisenbahnen ohne Zwischenfälle durch ihre idyllische Welt kommen. Vorbei geht die Reise an Hirten mit Schafen, weidenden Kühen oder Baustellen. Alles wirkt so real und trotzdem unglaublich verträumt.

Bahnhöfe heissen «Disentis» oder «Andermatt»

Es ist das Spiel mit Fantasie und Wirklichkeit und lockt am «Tag der offenen Tür» der Modul-Eisenbahner Urdorf, nicht nur Mitglieder, sondern auch viele interessierte Zuschauer an. Die Bahnhöfe heissen «Disentis» oder «Andermatt» und sind den realen Bahnhöfen originalgetreu nachempfunden. Auf den langen Strecken dazwischen hat dann die Fantasie viel Freiraum. Dort hat es Platz für den Hirten mit seinen Schafen, die Bauarbeiter und das verliebte Paar auf der Holzbank. All diese Modelle werden in liebevoller Handarbeit gefertigt und das nicht nur von älteren, gesetzten Herren, wie man vermuten mag.

Vor den Räumlichkeiten, in denen die Modelle und Gleise aufgebaut sind, sitzt der 16-jährige Kim Nipkow. Er klebt gerade rote und gelbe Blumen in sein Modell, durch das ein kleiner Bach fliesst und in dem Gleise durch einen Tunnel ins Nichts führen. Er fährt selber gerne mit einem echten Zug, aber noch lieber baut er Modelle. Das sind die beiden Bereiche, die dieses Hobby ausmachen - das Fahren auf der einen Seite und das Tüfteln und Basteln auf der anderen Seite. «Fachleute sagen, Modelleisenbahnen seien das schönste Hobby, das man haben kann», so Bruno Hirzel, Präsident der Modul-Eisenbahner Urdorf.

Doch was ist die Faszination daran? «Wir sind alle Eisenbahnfreaks», sagt Mitglied Heini Hedinger. «Es sind vor allem die echten Eisenbahnen, die mich faszinieren. Das ist Technik mit Köpfchen.» Wie diese Technik funktioniert und entsteht, zeigen die Moduleisenbahner in ihren Frühjahres-Workshops.

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