Ein Hochhaus, dessen Wohnungen sich drehen lassen, ein Hotel unter Wasser oder ein Garten über dem Smog: Szenen aus der Zukunft oder baldige Realität? Diese und ähnliche Fragen wurden gestern im Modul «Back to the future – Die Zukunft begann gestern» des Tec Days an der Kantonsschule Limmattal behandelt. Der Tec Day hat zum Ziel, den Schülerinnen und Schülern technische und naturwissenschaftliche Studiengänge und Berufe näher zu bringen.

In den gut besetzten Klassenzimmern sah der Unterricht deshalb etwas anders aus als sonst, denn die über 700 Schülerinnen und Schüler gestalteten ihn aktiv mit. Sie hatten die Möglichkeit, aus einer Liste von fünfzig Modulen in Technik und Naturwissenschaften drei auszuwählen, wie Prorektor Andreas Messmer erklärt. Die individuelle Auswahlmöglichkeit trage ganz wesentlich zum Erfolg der Tec Days bei; dies bestätigten Schülerrückmeldungen aus vergangenen Jahren.

Die Schweizerische Akademie der Technischen Wissenschaften (SATW) hat die Tec Days bereits an über dreissig Gymnasien in der Schweiz organisiert. Béatrice Miller, selber ETH-Absolventin, und seit dem schweizweit ersten Tec Day überhaupt mit dabei, der 2007 an der KSL durchgeführt wurde, sagt: «Mit dem Tec Day wollen wir ein Schlüsselerlebnis für die Schülerinnen und Schüler schaffen.» Deshalb wurden auch Persönlichkeiten aus Forschung und Industrie als Referenten und Gesprächspartner eingeladen.
Vor allem den Mädchen fehlt es, laut Miller, zum Teil an Selbstbewusstsein, wenn es um Technik und Naturwissenschaften geht. In der Schweiz herrscht momentan ein Mangel an Fachkräften in diesen Gebieten und der Stellenwert der Technik im Alltag nimmt stetig zu. Darauf soll mittels Tec Days reagiert werden. Von Modulen zur Nanomedizin über das Licht von Lasern bis hin zur Sicherheit der Daten im Internet war für jeden etwas dabei. Die Schüler lösten sich für einmal aus ihren gewohnten Klassenverbänden und besuchten die Module in durchmischten Gruppen.

Auch für das Modul zur Sicherheit der eigenen Daten im Internet interessierten sich Schüler aller Altersstufen. Sie machten sich Notizen zu den verschiedenen Arten von Datenklau und zu den Tipps des Experten, wie man sich davor schützen kann. Ein gesundes Misstrauen und sorgfältiger Umgang mit persönlichen Daten gehören laut Kursleiter Beat Küng von der auf Internetsicherheit spezialisierten Firma Verizon zu den wichtigsten Schutzmassnahmen.

Für einige Kurse wie das Modul «Schnickschnack für James Bond: Mikrosysteme» wurden gewisse naturwissenschaftliche Vorkenntnisse vorausgesetzt. Deshalb konnten auch schwierige Fragen des ETH-Referenten von den Schülern korrekt beantwortet werden.
Die meisten Anmeldungen erhielten die Themen Handystrahlen, Biochemie von Drogen und Spuren im Netz. Laut Rektor Werner De Luca ist der Tec Day Sinnbild für den Aufbruch der KSL in eine neue Richtung: «Ab kommendem Schuljahr wird an der KSL zusätzlich zum bestehenden Angebot neu das Promotionsfach ‹Naturwissenschaften und Informatik› unterrichtet.»

In der Pause wurden die Erfahrungen aus dem ersten Block lautstark ausgetauscht. Adrian Orrego (18) aus Maschwanden sagt: «Bis jetzt finde ich den Tec Day spannend. Das breite Themenspektrum erlaubt es mir, mehr über Naturwissenschaften und Technik zu erfahren.

«Expo Nano» Ausstellung an der Kantonsschule in Urdorf über Chancen und Risiken der Nanotechnologie. Bis 15. Dezember, 8 bis 17 Uhr.