Sie regelt unter anderem die Benutzung der Taxistandplätze am Bahnhof und die Tarife für eine Taxifahrt. In Schlieren, nur wenige Kilometer entfernt, gibt es keine solche Verordnung. Der fehlende Standard wirkt sich für die Taxiunternehmen wie auch für die Kunden negativ aus. Nun hat der Kantonsrat eine Motion an die Regierung überwiesen: Sie soll innerhalb von zwei Jahren einen Gesetzesentwurf ausarbeiten, der das Taxigewerbe kantonal vereinheitlicht. Damit soll einerseits dem «Wildwuchs» an Taxis in gewissen Gemeinden Einhalt geboten und andererseits die Qualität des Angebots verbessert werden.

Die Limmattaler Taxifahrer sind erfreut über den Vorstoss. «Ich predige seit Jahren, dass wir mindestens eine kantonal, wenn nicht sogar eine national einheitliche Regelung des Taxigewerbes brauchen», sagt Pasquale Casciani von Forty Taxi in Dietikon. Die Teilrevision der Dietiker Taxiverordnung von 2011 habe keine spürbaren Verbesserungen für die Taxiunternehmen gebracht. Deshalb ist er froh, dass bald im ganzen Kanton einheitliche Regeln festgesetzt werden. Schwarzfahrer und Fahrer, die eine Fahrt unter dem vereinbarten Tarif anbieten, liessen sich aber auch dadurch nicht verhindern. «Da braucht es ein hartes Durchgreifen der Gewerbepolizei», sagt Casciani.

Mehr als einheitliche Regeln nötig

Auch Bekir Karakurt von Limmat-Taxi freut sich, dass es bald kantonal einheitliche Regeln gibt. Im Taxigewerbe fehle zum Teil das soziale Denken. Eine kantonsweite Vereinheitlichung der Berechtigungen und Preise sei wichtiger als die Möglichkeit, aus den ortsbedingten Differenzen der Tarife Profit zu schlagen. «Eine Vereinheitlichung ist im Interesse der Öffentlichkeit und für die Kunden von Vorteil», sagt er. Sie schütze zudem vor einem Monopol der grossen Taxiunternehmen. Kleine Unternehmen hätten heute zu wenig Möglichkeiten, am Markt teilzuhaben.

Noch ist nicht klar, wie die Motion umgesetzt wird. Das stimmt Adriano Giano von Funk-Taxi in Schlieren nachdenklich. Denn Preise und Richtlinien liessen sich zwar vereinheitlichen, können aber nicht alle Probleme lösen. «Der Qualitätsverlust, der im Parlament angesprochen wurde, bezog sich ja auch auf die Sauberkeit in den Taxis, mangelnde Sprach- und Ortskenntnisse und den unfreundlichen Service.» Hier sei der Arbeitgeber verantwortlich, dass sich etwas ändere, sagt Giano. Die kantonale Vereinheitlichung bringe auch Verbesserungen im Wettbewerb zwischen den einzelnen Taxiunternehmen. «Die unterschiedlichen Tarifverordnungen stehen doch im Widerspruch zum Ruf nach mehr freier Marktwirtschaft», so Casciani. Für wirklich funktionierende Konkurrenz zwischen den Unternehmen bräuchte es aber nicht nur eine Ober- sondern auch eine Untergrenze für Tarife. Nur so liesse sich verhindern, dass einzelne Fahrer die Preise drücken.