Wer an der Aktion mitmachen will, muss – gemeinsam mit seiner Bestellung – ein Bild der mitsamt der Wurzeln ausgerissenen und über die wöchentliche Grünabfuhr entsorgten gebietsfremden Pflanze einreichen.

Neophyten sind eingeführte Pflanzen, die oft als Zier- und Gartenpflanzen eingesetzt werden. Sie breiten sich aber schnell aus und können durch ihr aggressives Wachstum einheimische Pflanzen verdrängen. Dies ist gerade in Naturschutzgebieten ein Problem. Zudem stellen einige dieser Pflanzen ein gesundheitliches Risiko für Mensch und Nutztiere dar.

Mit ihrem lancierten Eintauschmarkt will die Gemeinde Urdorf einerseits grundsätzlich auf diese Problematik aufmerksam machen, wie sie in einer Mitteilung schreibt. Andererseits soll die Zahl an Neophyten in Privatgärten reduziert werden, damit einheimische Arten wieder mehr Platz erhalten. «Die Biodiversität erhöht sich, was sich positiv auf die heimische Tier- und Pflanzenwelt auswirkt.»

Wein-Rose statt Sommerflieder

Die Urdorfer können beispielsweise ihren Kirschlorbeer entsorgen und gegen Gemeinen Liguster, Kornelkirsche oder Eibe eintauschen. Als Ersatz für den Sommerflieder bietet die Gemeinde den Schwarzen Holunder, die Wein-Rose oder den Mönchspfeffer an. Auch für die Amerikanische Goldrute und das Einjährige Berufkraut werden im Werkhof auf Bestellung einheimische Tauschpflanzen zur Verfügung stehen.

Bei der Tauschaktion werden die Pflanzen grundsätzlich 1:1 ersetzt. Die Umweltabteilung weist aber darauf hin, dass es sich bei den einheimischen Ersatzpflanzen um jung Gewächse handelt, die in der Regel weniger als einen Meter gross sind. «Diese werden die Platzverhältnisse eines grossgewachsenen Neophyten (etwa Kirschlorbeer) zu Beginn somit nicht ausfüllen.»

Neophyten kommen im gesamten Limmattal vor. 2007 wurden – im Rahmen einer Diplomarbeit am Geographischen Institut der Uni Zürich – allein im Raum Dietikon-Spreitenbach-Heitersberg 2308 Fundorte kartiert. Dabei wurden vor allem Kirschlorbeer (27,5 Prozent aller Fundorte) und Sommerflieder (22,1 Prozent) registriert. Die Gemeinden gehen unterschiedlich gegen die Pflanzen vor. So will beispielsweise die Stadt Dietikon im Mai auf der Allmend einen Garten mit bloss einheimischen Pflanzen eröffnen. Die Aktion läuft unter dem Titel «(G)Artenvielfalt».