Die fortschreitende Digitalisierung der Welt beeinflusst jegliche Branchen der schweizerischen und globalen Unternehmenskultur. Diese Entwicklung stand im Zentrum des Schlieremer «Tag der Wirtschaft 2016», welcher gestern im Porsche-Zentrum stattfand. Organisiert wurde der Anlass von der Stadt Schlieren, Stadtpräsident Toni Brühlmann-Jecklin eröffnete mit einer Begrüssung der Teilnehmer aus der Wirtschaft die Veranstaltung.

Mit den Auswirkungen der digitalen Transformation auf den Geschäftsalltag setzte sich Manuel Nappo, Leiter Center for Digital Business der Hochschule für Wirtschaft in Zürich, auseinander. Markus Iofcea, Leiter des Think-Tanks UBS Y, thematisierte die Herausforderungen, welche die Digitalisierung an die Führungskräfte der Zukunft stellen könnte. Dabei betonte er, dass die künstliche Intelligenz der Technologie für den Menschen immer relevanter werde. «Mensch und Maschine werden in Zukunft Hand in Hand gehen, die menschliche Arbeitskraft wird aber nicht ersetzt werden.» In einem Gedankenspiel präsentierte er die Idee eines Roboters, welcher als CEO eine Firma leitet. Dieser sei konzipiert aus verschiedenen Charaktereigenschaften, welche erfolgreiche Führungskräfte besitzen. Gleichzeitig operiere der Roboter aber rational und vermeide dadurch die Gefahr, aus Emotionalität falsche Entscheidungen für das Unternehmen zu treffen.

Sibylle Kammer, Geschäftsführerin der Schlieremer Firma Zühlke Engineering AG, setzte sich in ihrem Vortrag «Innovation: Neue Geschäftsmodelle dank oder trotz digitaler Transformation?» mit der Relevanz der Digitalisierung hinsichtlich innovativer Geschäftsmodelle auseinander. Traditionelle Unternehmen haben es in dieser Hinsicht oft etwas schwerer», sagte Kammer. Im Gegensatz zu Jungunternehmern, welche die digitale Kultur bereits oft in ihre Geschäftsmodelle einbinden, verfügten ältere Unternehmen über eine schwerfällige Struktur und fehlendes Wissen über die digitalen Entwicklungen. Doch Kammer machte deutlich, dass innovative Ideen auch ohne den konkreten Einbezug einer digitalen Kultur erfolgversprechend sein können. Als Beispiel nannte Kammer «Ferienorte, welche bewusst auf einen Internetzugang verzichten, um den Menschen einen Ort der Entschleunigung zu bieten.» Solche Geschäftsideen seien innovativ, obwohl sie im Prinzip die Digitalisierung bewusst ausklammern. «Originelle Ideen entstehen nicht durch den Fokus auf neue Technologien, sondern aus den Bedürfnissen der potenziellen Kundschaft.» Deshalb sei eine frühe Einbindung des Kunden bei der Entwicklung von neuen Geschäftsmodellen wichtig. Innovation sei also nicht gleichzusetzen mit digitaler Transformation, eine Zusammenarbeit von verschiedenen Fachkräften sei ebenso entscheidend.