Die Schweiz wächst. So stark, dass sie gemäss Szenarien im Jahr 2038 ganze 10 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner zählen wird, davon werden 2,5 Millionen über 65 Jahre alt sein. Das wird Folgen haben. Welche, das wurde im Nutzfahrzeug-Zentrum der Mercedes-Benz Automobil AG in Schlieren umrissen. Dort fand am Donnerstag der diesjährige Tag der Wirtschaft statt. Geladen hatte die Stadt Schlieren. Rund 200 Gäste folgten dem Ruf. Unter ihnen waren auch Veronica Weisser, Ökonomin und Vorsorgeexpertin bei der UBS, und Zukunftsforscher Georges T. Roos.

Zusammen mit Gastgeber Daniel Bruhin, Geschäftsleiter des Nutzfahrzeug- Zentrums, beleuchteten sie verschiedene Aspekte, die das Bevölkerungswachstum mit sich bringt. Dieses gilt als ein sogenannter Megatrend, wie Roos ausführte. Ein solcher beschreibe ein Phänomen, das nicht nur an einem Ort stattfinde, sondern auf der ganzen Welt. Denn nicht nur in der Schweiz nimmt die Bevölkerung zu. Auch global wird eine starke Zunahme erwartet. Am stärksten in Afrika. Sodass die UNO davon ausgeht, dass bis 2050 neun Milliarden Menschen auf der Erde leben werden. «Die meisten Leute glauben, dass die Bevölkerung deshalb wächst, weil sehr viele Kinder geboren werden. Doch das ist gar nicht mehr der Hauptgrund. Sie wächst weiter wegen des zweiten Megatrends, der Alterung», sagte Roos.

Die Menschen zieht es in die Stadt

Dass die Bevölkerung zunehmend älter wird, stellt die Gesellschaft vor Herausforderungen, etwa im Bereich der Sozialsysteme. Weisser ist sich sicher, dass wir auch in Zukunft eine AHV erhalten werden, «aber nicht in der Höhe, die uns versprochen wurde». Aber auch die Unternehmen sind durch eine immer älter werdende Gesellschaft herausgefordert. Sie riet den anwesenden Wirtschaftsvertretern deshalb: «Schauen sie ihre Kundensegmente ganz genau an, und zwar nach Alter. Schauen sie genau an, wie gross die Altersgruppe ihrer Kunden in 20 Jahren sein wird. Das wird ihnen sagen, wie gross die Nachfrage in Zukunft sein wird.»

Ein anderer Megatrend, die Urbanisierung, also die Entwicklung, dass es immer mehr Menschen in die Städte zieht, hat unter anderem auch auf die Logistikbranche Einfluss, wie Bruhin ausführte. Autonomes Fahren sei dabei eines der grossen Themen, an denen mit Hochdruck gearbeitet werde. «In der Zukunft wird es so sein, dass auf einer Strecke, etwa von Mailand nach Rotterdam, nur noch der vorderste LKW einen Fahrer haben wird, der Rest wird sich einfach ranhängen und ohne Chauffeur fahren», zeichnete Bruhin ein Zukunftsszenario.

In Schlieren freut man sich derweil auf die nahe Zukunft. In einem Jahr wird das Schlierefäscht in vollem Gang sein. Am 2. September wir der Tag der Wirtschaft ein Teil davon sein.