Schlieren

SVP-Stadtrat Pierre Dalcher überraschend abgewählt – zweiter Wahlgang für Stadtpräsidium

Erstmals schafft die GLP den Sprung in den Stadtrat – auf Kosten der SVP. Andreas Kriesi überflügelt Pierre Dalcher.

Zu seinem Wahlresultat wolle er keinen Kommentar abgeben, sagte Pierre Dalcher nach dessen Verkündung im Schlieremer Stadthaus. Während Stadtpräsident Toni Brühlmann-Jecklin (SP) kurz nach fünf die Namen der gewählten Stadträte verkündete, stand Dalcher mit steinerner Miene wenige Schritte hinter ihm. Als klar wurde, dass das Stimmvolk den SVP-Sicherheitsvorstand abgewählt hatte, verzog dieser keine Miene und verliess das Stadthaus bald. Den Sprung in die Exekutive schaffte dafür der GLP-Präsident und Gemeinderat Andreas Kriesi mit 1292 Stimmen: «Ich habe auf eine Wahl gehofft, aber damit rechnen konnte ich nicht», sagte Kriesi. «Der Stadtrat leistet hervorragende Arbeit, trotzdem herrscht bei manchen Wählern wohl eine gewisse Unzufriedenheit», so Kriesi über die Gründe seiner Wahl. Ebenfalls den Sprung in die Exekutive schaffte Pascal Leuchtmann. Er erzielte 1388 Stimmen und verteidigt damit den Sitz der Sozialdemokraten, der durch den Nichtwiederantritt von Stadtpräsident Toni Brühlmann-Jecklin frei wurde. «Der Einsatz unserer Truppe auf den verschiedenen Kanälen hat die Wähler überzeugt», sagte Leuchtmann.

Das beste Resultat aller Kandidaten erreichte wie vor vier Jahren Finanzvorsteherin Manuela Stiefel (FDP) mit 1565 Stimmen. Gefolgt wurde sie von ihrer Parteikollegin und Schulpräsidentin Bea Krebs (1464 Stimmen) und SP-Stadtrat sowie Bauvorstand Markus Bärtschiger (1460 Stimmen). Bereits vor vier Jahren landeten Krebs und Bärtschiger auf den Plätzen zwei und drei. CVP-Werkvorstand Stefano Kunz erreichte mit 1413 Stimmen das viertbeste Resultat. Auch Sozialvorstand Christian Meier (SVP) schaffte die Wiederwahl mit 1222 Stimmen. Mit nur 47 Stimmen Abstand folgte Dalcher auf dem letzten Platz mit 1175 Stimmen. Auch er erreichte das Absolute Mehr von 928 Stimmen, schied jedoch als Überzähliger aus. Von den 8300 Schlieremer Stimmberechtigten fanden 3771 Personen den Weg an die Urne, was einer Stimmbeteiligung von gut 32 Prozent entspricht. Anlässlich der Wahlen von vor 4 Jahren gingen 32,2 Prozent der Stimmberechtigten an die Urne.

Diese sieben Kandidaten wurden in den Stadtrat gewählt:

Dieser Wahlsonntag markiert einen historischen Sieg für die Grünliberalen. Es ist das zweite Mal, dass die Schlieremer GLP die Wahl in den Stadtrat versuchte. 2014 erreichte der damalige Kandidat Nikolaus Wyss ebenfalls das absolute Mehr, schied aber als Überzähliger aus. 

Noch ein wenig gedulden muss sich Schlieren bezüglich der Wahl eines neuen Stadtvaters oder einer neuen Stadtmutter. Denn keiner der beiden Kandidierenden erreichte das absolute Mehr von 1073 Stimmen. Kandidatin Manuela Stiefel (FDP) erreichte 977 Stimmen. Markus Bärtschiger (SP) kam auf 160 Stimmen weniger und konnte 817 Voten auf sich vereinen. Stiefel konnte im Wahlkampf auf die geschlossene Unterstützung der bürgerlichen Parteien Schlierens (BPS) bestehend aus SVP, FDP, CVP und EVP zählen. Der zweite Wahlgang findet am 10. Juni statt. 350 Stimmen gingen an unterschiedliche Personen, 56 davon an SVP-Stadtrat Christian Meier und 41 an Pierre Dalcher. Während die GLP und die Sozialdemokraten jubeln, da sie ihre Kandidaten locker in die Exekutive bringen konnten, herrscht bei der Ratsrechten Funkstille. Wie bei Pierre Dalcher hiess es auch vom SVP- und BPS-Präsident Beat Kilchenmann: «Kein Kommentar».

Markus Bärtschiger (SP) ist wiedergewählt:

Wahlen Schlieren (4)

Neu-Stadtrat Andreas Kriesi (GLP):

Wahlen Schlieren (2)

Der abtretende Stadtpräsident Toni Brühlmann (SP) verliest die Ergebnisse:

Der abtretende Stadtpräsident verliest die Wahlresultate

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