Dietikon

Suche nach dem richtigen Architekturbüro: «Auch Nachwuchsteams sollen Chance einer Teilnahme erhalten»

Die Zehntenscheune in Dietikon soll bald zu einem Kulturraum umgebaut werden.

Die Zehntenscheune in Dietikon soll bald zu einem Kulturraum umgebaut werden.

Für die Sanierung und den Umbau der Zehntenscheune zum Kulturraum ist die Stadt auf der Suche nach dem richtigen Architekturbüro. Demnächst wird der Wettbewerb ausgeschrieben.

Noch liegt die Zehntenscheune im Dornröschenschlaf. Damit sich das ändert, werden jetzt die ersten Schritte unternommen. Das Juwel in Dietikons historischem Zentrum Kronenareal soll dereinst einer kulturellen Nutzung zugeführt werden. Mehrfach hatte die Stadt betont, dass das Projekt Zehntenscheune oberste Priorität bei der Kulturraumplanung hat. Mit einem Architekturwettbewerb will sie jetzt Nägel mit Köpfen machen.

«Für die Sanierung und den Umbau zum Kulturraum sucht die Stadt ein geeignetes Architekturbüro, welches fähig ist, die denkmalpflegerisch anspruchsvolle Aufgabe der Sanierung und Integration der neuen Nutzung optimal zu bewältigen», heisst es im jüngsten Verhandlungsbericht des Stadtrats. Aufgrund des Vergaberechts wird ein öffentlicher, internationaler Wettbewerb mit Präqualifikation, also einer Vorauswahl vor dem eigentlichen Wettbewerb durchgeführt.

Das bedeutet, dass zunächst alle interessierten Architekturbüros ihre Referenzen und Erfahrungen im Umgang mit denkmalpflegerisch anspruchsvollen Objekten und Bauten aus dem Kulturbereich einreichen können. Laut Daniela Saxer, Projektleiterin aus der städtischen Hochbauabteilung, wird das Wettbewerbsprogramm Mitte Juni öffentlich ausgeschrieben. Der eigentliche Wettbewerb soll dann ab Spätsommer 2017 starten; die Abgabe der Wettbewerbsbeiträge ist auf den Dezember geplant. Anfang 2018 soll das Siegerprojekt durch eine Jury gekürt werden.

Chance für junge Teams

Für diesen eigentlichen Wettbewerb werden aus der Präqualifikation etwa acht bis zehn Architekturbüros ausgewählt, welche über die geforderten Kompetenzen verfügen. Saxer: «Zudem sollen ein bis zwei Nachwuchsteams die Chance einer Teilnahme erhalten, sofern sie mit den eingereichten Bewerbungsunterlagen die Jury zu überzeugen vermögen.» Mithilfe der Präqualifikation will man das Teilnehmerfeld auf eine überschaubare Anzahl kompetenter Teilnehmer reduzieren. Wie viele Bewerbungen bis zum Spätsommer bei der Stadt eintreffen werden, sei schwierig einzuschätzen, meinte Daniela Saxer auf Nachfrage. Über die Auswahl der Kandidaten für den eigentlichen Wettbewerb wird eine Jury befinden.

Deren Zusammensetzung sowie das Wettbewerbsprogramm wird die Stadt Mitte Juni bekannt geben. Für die Durchführung des Wettbewerbs hat der Stadtrat einen Kredit in Höhe von 147 000 Franken gesprochen. Damit soll das ganze Wettbewerbsverfahren abgedeckt sein einschliesslich der Siegerprämien, der Honorare für die Jurymitglieder, einem Gipsmodell und Druckkosten, aber ohne die vorgängige Ausarbeitung des Wettbewerbsprogramms, die die Zürcher Firma Eckhaus AG Städtebau Raumplanung übernimmt. Diese Kosten wurden bereits zu einem früheren Zeitpunkt durch die Baukommission bewilligt.

2018 vors Stimmvolk

«Danach soll möglichst rasch in die Projektierung eingestiegen werden, um das historische Gebäude vor weiterem Zerfall zu schützen», schreibt der Stadtrat in seinem Verhandlungsbericht. Wie die Zehntenscheune danach kulturell genutzt wird, davon hat die Stadt schon genaue Vorstellungen. Bereits seit 2016 gibt es ein Kulturraumkonzept. Danach soll sie für kulturelle Nutzungen durch Vereine, politische Gruppierungen, aber auch durch die benachbarte «Krone» für mittelgrosse Anlässe zur Verfügung stehen.

Aber es gibt auch Begehrlichkeiten vonseiten künstlerisch Schaffender, die sich Räume in der Stadt wünschen. Basierend auf dem Kulturraumkonzept hat der Stadtrat die städtische Kulturbeauftragte angewiesen, sich Gedanken zu einer möglichen Nutzung der Zehntenscheune zu machen.

Der Stadtrat rechnet damit, dass das Stimmvolk 2018 über den Kredit für den Umbau befinden kann. Wenn alles gut läuft, könnte Ende 2019 mit der ersten kulturellen Veranstaltung der Dornröschenschlaf der Zehntenscheune zu Ende sein.

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