Dietikon
Studie gibt BD-Verlängerung schlechte Noten

Stadtrat spricht sich gegen eine Untertunnelung und gegen Weiterführung der BD-Bahn ins Silbern-Quartier aus. So viel hat gar nicht gefehlt, damit diese Idee hätte Wirklichkeit werden können.

Bettina Hamilton-Irvine
Merken
Drucken
Teilen
Die BD-Bahn in Dietikon

Die BD-Bahn in Dietikon

AZ

Beim Bahnhof Dietikon in die Bremgarten-Dietikon-Bahn steigen, unter den Boden verschwinden und fünf Minuten später bei den Einkaufszentren im Dietiker Silbern-Quartier wieder aussteigen: So viel hat gar nicht gefehlt, damit diese Idee hätte Wirklichkeit werden können.

Technisch wäre es machbar

Es wird aber wohl nicht so weit kommen. Er werde die mögliche Verlängerung der BD-Bahn nicht weiter verfolgen, schreibt der Dietiker Stadtrat in der Antwort auf ein Postulat von Gemeinderat Ralph Hofer (SVP). Viel sinnvoller sei die geplante S-Bahn-Station Silbern. Dabei war die Exekutive der Idee ursprünglich nicht abgeneigt. Stadtpräsident Otto Müller nannte das Ganze einst einen «interessanten Ansatz», der prüfenswert sei.

Die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie, die der Stadtrat im Februar dieses Jahres in Auftrag gegeben hat und die nun vorliegen, sind aber nicht besonders ermutigend. So ist eine Verlängerung ins Silbern-Quartier zwar technisch machbar. Es gibt aber diverse Gründe, die dagegen sprechen.

Abgeklärt wurde sowohl eine Variante, bei der die BD-Bahn die Gleise und die Überlandstrasse in einem Tunnel unterqueren würde sowie eine Variante mit einem Viadukt (siehe Tabelle). Beide Male müsste die Haltestelle beim Bahnhof Dietikon jedoch verlegt werden und die Bahn im Bereich der heutigen Park-and-ride-Anlage über eine Rampe entweder in die Tiefe oder die Höhe geführt werden. Die Haltestelle vor dem Bahnhofgebäude würde aber einerseits viel Platz in Anspruch nehmen und andererseits die Zufahrt zum Busbahnhof behindern.

Zudem wäre bei der Variante Tunnel nur eine unterirdische Haltestelle im Quartier Limmatfeld möglich, bei der Variante Brücke gar keine. Der Stadtrat warnt zudem vor «massiven städtebaulichen Eingriffen», die sich «negativ auf das Stadtbild auswirken» würden. Problematisch sind auch die hohen Kosten, die grösstenteils von der Stadt Dietikon zu tragen wären und die gemäss Stadtrat «in keinem Verhältnis zum Nutzen» stehen würden. Zwar könnte sich die Betreiberin, die BDWM Transport AG, eine Streckenverlängerung grundsätzlich gut vorstellen, allerdings fehlen ihr dazu die finanziellen Mittel.

Kein Geld vom Bund

Auch eine Untertunnelung der BD-Bahn im Stadtzentrum lehnt der Stadtrat vor allem aus Kostengründen ab, wie er schreibt. Zwar hätte diese durchaus Vorteile, da man damit mehr Platz schaffen würde. Es gebe aber «keine betriebliche Notwendigkeit», die Bahn in Dietikon unterirdisch zu führen. Das Bundesamt für Verkehr habe denn auf Anfrage auch mitgeteilt, das Vorgehen sei «Wunschbedarf» und der Bund habe keine Möglichkeit, dieses mitzufinanzieren. An den Kosten, die auf etwa 175 Millionen Franken geschätzt werden, würde sich allenfalls der Kanton beteiligen. Den grössten Teil müsste aber die Stadt Dietikon übernehmen, was gemäss Stadtrat «aufgrund der aktuellen Finanzlage undenkbar» sei.

Neigung bereitet Probleme

Für den Stadtrat sprechen auch die fehlende Benutzerfreundlichkeit, die Eingriffe ins Stadtbild sowie Sicherheitsüberlegungen bei den Haltestellenabgängen gegen eine unterirdische Linienführung. Die BDWM Transport äussert sich zudem kritisch zu einer Untertunnelung in der Bremgartnerstrasse, da eine Tieferlegung wegen der Neigung schwierig zu realisieren sei.