Besonders für Kinder ist Handball eine schwierige Sportart. Der Ball ist schwer kontrollierbar, die Regeln sind komplex und erfolgreiches Blocken braucht viel Übung. Handballclubs haben es daher schwer, neue Junioren zu finden. Das noch relativ junge Streethandball, eine vereinfachte Form von Handball, soll den Einstieg vereinfachen und Handball als Schulsport populärer machen.

Am Samstag führten die drei Limmattaler Handballclubs – der Handballclub Dietikon-Urdorf, die Handballsektion des Turnvereins Schlieren und der Handballclub Limmat – zusammen mit dem Verein Schulsport Limmattal ihr viertes Streethandball-Turnier durch. Am Turnier in der Schlieremer Sporthalle Unterrohr nahmen 300 Viert- bis Sechstklässler teil.
Im Gegensatz zum herkömmlichen Handball wird Streethandball mit einem weicheren Ball gespielt, der sich leichter fangen lässt. Der Spieler, der den Ball kontrolliert, darf damit nur drei Schritte machen und muss ihn nach drei Sekunden an die nächste Spielerin abgeben. «Dadurch wird das Spiel schneller und es entstehen mehr Torchancen», sagt Martin Lehmann, der bei allen drei Limmattaler Handballvereinen aktiv ist und das Turnier mitorganisiert hat. Das wirke sich positiv auf die Motivation der Kinder aus.

Auch den Lehrern gefällts

Laut Lehmann wollen die Vereine mit den Streethandball-Turnieren drei Ziele erreichen: mehr Kindern den Handballsport beibringen, die eigenen Juniorenabteilungen beleben und Handball an Schulen populärer machen. «Vor dem Turnier haben wir an Limmattaler Schulen zahlreiche Schnupperlektionen durchgeführt, um den Lehrpersonen zu zeigen, wie einfach sie Streethandball in ihren Turnunterricht integrieren können», sagt Lehmann. «Von Lehrpersonen, die das gemacht haben, haben wir bisher sehr gute Rückmeldungen erhalten.»
Der 12-jährige Marcio aus Schlieren nimmt schon zum zweiten Mal an einem Streethandball-Turnier teil. Die junge Sportart gefällt ihm besser als Fussball: «Im Fussball gibt es viele Egoisten, weil die einzelnen Spieler viel mehr alleine machen können. Hier muss man den Ball sofort wieder abgeben.» Wenn man dem Spiel zusieht, leuchtet sofort ein, was Marcio meint: Das Spiel ist enorm schnell, der Ball geht ständig von einem Team zum anderen und es fallen viele Tore.

Auch Genta und Vera, zwei Sechstklässlerinnen aus Birmensdorf, sagen, dass sie zwar gerne Streethandball spielen. «Aber mein Hobby ist Tanzen, das macht mehr Spass», betont Genta. Und Vera meint: «Ich verstehe die Regeln noch nicht so ganz, aber es macht mir Spass.»
Turnier mach Lust auf Clubsport

Er könnte sich sogar vorstellen, einem Handballclub beizutreten, sagt der 12-jährige Sathvigan aus Schlieren. «Weil man den Ball beim Streethandball nicht lange halten und nicht dribbeln darf, ist das Spiel sehr schnell, das gefällt mir.»