Ohne eine einzige Gegenstimme genehmigten die 52 Stimmberechtigten an der Gemeindeversammlung in Unterengstringen einem Fünfjahres-Unterstützungsbeitrag von 150 000 Franken an die Partnergemeinde Morissen GR. Mit dem Geld will das Bergdorf im Val Lumnezia einen Gastrobetrieb mit Begegnungsstätte errichten. Der Ausbau einer dafür vorgesehenen alten Mühle kostet insgesamt 885 000 Franken. Davon trägt die künftige Trägerschaft 480 000 und die Gemeinde 405 000 Franken.

Das Projekt stellte Duri Rosenthal vor, der Gemeindepräsident des Gemeindezusammenschlusses Lumnezia, dem die frühere Gemeinde Morissen seit 2013 angehört. Die Gemeindeversammlung von Lumnezia habe am Freitag, den 12. Juni, einen Kredit in der Höhe von rund 400 000 Franken mit grosser Mehrheit genehmigt, sagte Rosenthal: «Darin eingerechnet sind auch die 150 000 Franken, die wir uns von der Gemeinde Unterengstringen erhoffen.» Falls die Stimmberechtigten der Partnergemeinde diesen Beitrag verwehren, würde nicht die Gemeinde Lumnezia das fehlende Geld einschiessen, sondern die Träger-Aktiengesellschaft, so der Bündner.

Was in der alten Mühle entsteht, ist laut Rosenthal nicht ein einfacher Gastrobetrieb: «Es ist ein Fenster, durch das die Bevölkerung und Touristen einen Einblick in die Vergangenheit der Landwirtschaft erhalten», schwärmte er. So solle etwa auch der Mühlbetrieb soll aufrechterhalten und die Produkte den Gästen des Restaurant serviert werden. Auch Finanzvorstand René Rey, der den krankheitshalber abwesenden Gemeindepräsidenten Peter Trombik (FDP) an der Gemeindeversammlung von gestern vertrat, lobte das Vorhaben schliesslich als «Sinnvolles Projekt zur Steigerung der Attraktivität von Morissen.» Auch die Stimmberechtigten teilten seine Meinung offenbar: Sie genehmigten den Beitrag diskussionslos.

Abrechnung zum Planungskredit genehmigt

Ebenfalls ohne Gegenstimme genehmigte die Gemeindeversammlung die Bauabrechnung für die Erstellung des Vor- und Bauprojekts für das neue. Sie kostete insgesamt 10 500 Franken mehr als angenommen. Anstatt der budgetierten 939 000 Franken liegen die Kosten bei 949 500 Franken. Neben der Ausarbeitung des Vor- und Bauprojekts sind auch die Baueingabe sowie die Durchführung der Totalunternehmer-Ausschreibung enthalten.

Dass die Abrechnung um 10 500 Franken höher ausfällt, begründete der Gemeinderat mit einer Erhöhung der Fachplanerhonorare und höheren Nebenkosten für die Gewerke. Auch ein ursprünglich nicht in dieser Phase geplanter Auftrag an die Architektin Tilla Theus liess die Kosten höher ausfallen. Sie wurde vom Gemeinderat mit der Erarbeitung der Möblierungspläne sowie mit einer Ausschreibung für die Beschaffung der Einrichtung beauftragt, obwohl dies erst für die Realisierungsphase vorgesehen war.

Stellenplan um 260 Prozent erweitert

Die Jahresrechnung 2014 der Politischen Gemeinde, die Finanzvorstand Rey «fast eine Ziellandung» nannte, segnete die Gemeindeversammlung einstimmig ab. Sie schliesst um knapp 19 300 Franken besser ab als budgetiert. Bei einem Aufwand von knapp 13,35 Millionen Franken und einem Ertrag von rund 13,03 Millionen Franken resultierte ein Aufwandüberschuss von rund 322 000 Franken. Durch den Verlust in der laufenden Rechnung vermindert sich das Eigenkapital auf knapp 6,7 Millionen Franken. Die Rechnungsprüfungskommission (RPK) hatte die Rechnung zur Genehmigung empfohlen.

Im weiteren Verlauf des Abends genehmigten die Stimmberechtigten zudem auch die Abrechnung zur Neugestaltung der beiden Kreiselanlagen «Ost» und «West», die eine Kostenüberschreitung von rund 22 000 Franken aufwies einstimmig. Und schliesslich stimmten die Unterengstringer auch der Stellenplanerweiterung bei der Gemeindeverwaltung um 260 Prozent auf insgesamt 2030 Prozent mit 51 zu 0 Stimmen bei einer Enthaltung zu. Die Zusätzlichen Stellen wurden insbesondere durch die Übernahme der Erwachsenenschutzmassnahmen der Stadt Schlieren und die Eingliederung des Amtes für Zusatzleistungen zur AHV/IV in die Sozialen Dienste nötig.

Rechnung trotz schlechtem Abschluss genehmigt

Die Primarschulgemeinde Unterengstringen präsentierte eine Jahresrechnung, die um knapp 645 000 Franken schlechter abschloss als budgetiert. Bei einem Aufwand von 4,9 Millionen Franken und einem Ertrag von rund 3,7 Millionen Franken resultiert ein Aufwandüberschuss von knapp 1,2 Millionen Franken. Budgetiert war ein Aufwandüberschuss von 550 800 Franken. Das Eigenkapital reduziert sich damit auf einen zehnjährigen Tiefststand von rund 1,1 Millionen Franken. Trotz des schlechten Ergebnisses genehmigte die Gemeindeversammlung die Rechnung ohne Gegenstimme.

Ihre Zustimmung fanden auch der Antrag der Schulpflege, einen Bruttokredit von 190 000 Franken für den Ersatz von Schulzimmerausstattungen im Verlauf der nächsten drei Jahre zu genehmigen, sowie eine Stellenplanerweiterung von 20, respektive 10 Stellenprozenten zugunsten der Verwaltung und des Schulpsychologischen Dienstes. Die zusätzlichen Stellen kosten die Primarschulgemeinde jährlich rund 10 000 Franken, wie Finanzvorstand Marcel Blum erklärte.