Bergdietikon
Steuersegen führt zu «fast unanständigem Ergebnis»

Bergdietikon Die Gemeindeversammlung genehmigte alle Traktanden ohne Gegenstimme.

Sophie Rüesch
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Ein «fast unanständiges Ergebnis» kündigte der Bergdietiker Gemeindeammann Gerhart Isler an der gestrigen Gemeindeversammlung an, bevor er die Rechnung 2013 im Detail erläuterte. Und tatsächlich: Über 2,7 Millionen Franken betrug der Ertragsüberschuss bei einem Etat von rund 13,3 Millionen — rund 1,6 Millionen mehr als budgetiert. Das Eigenkapital beträgt neu rund 20,5 Millionen Franken. «Wir stehen weiterhin sehr gut da», sagte Isler sichtlich erfreut. Kein Wunder also, nahmen die 108 anwesenden Stimmberechtigten die Rechnung einstimmig an.

Das gute Ergebnis ist hauptsächlich auf höhere Steuereinnahmen zurückzuführen: So schlossen schon nur die Einkommens- und Vermögenssteuern rund eine Million Franken höher als budgetiert aus. Gleichzeitig schlugen tiefere Aufwände zu Buche: Mit knapp 6,8 Millionen Franken musste die Gemeinde rund 450 000 Franken weniger als budgetiert ausgeben. Die Nettoinvestitionen betrugen rund 7,7 Millionen Franken. Trotz des guten Ergebnisses will der Gemeinderat mit einer Steuerfusssenkung noch «ein, zwei, drei Jahre» zuwarten. Zu viele Investitionen stünden noch an, mahnte Isler, zudem sei abzuwarten, wie sich das Land Rai entwickle. Geld horten wolle man hingegen nicht, versicherte er. «Doch es wäre nicht weise, den Steuerfuss jetzt schon zu senken.»

Ohne Diskussion genehmigte die Gemeindeversammlung auch sämtliche weitere Traktanden, darunter einen Kredit in der Höhe von 550 000 Franken für Arbeiten an Strasse und Kanalisation in Gwinden. Zu reden gaben hingegen die geplante Fahrbahnsanierung an der Bergstrasse (K412) und der Ausbau des Verkehrsknotens Riedwies, denen die Gemeindeversammlung im letzten Dezember nach einer hitzigen Debatte zugestimmt hatte. Ein Anwohner warf dem Gemeinderat vor, das Projekt sei nicht auf die Bedürfnisse der Dorfbewohner abgestimmt: «Es stellt eine Verschlechterung der Sicherheit dar, darüber täuschen auch die optischen Massnahmen zur vermeintlichen Verkehrsberuhigung nicht hinweg», sagte er. Isler beschwichtigte: Der Anwohner solle innert Frist beim federführenden Kanton Einsprache einlegen. «Dafür ist dieses Mittel schliesslich da.»